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| bastard operator from hell | ||
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Der Chef ist offensichtlich einer vom Typ 37b - mit mehr Ahnung vom Speichellecken als von Technik - doch trotzdem schafft er es, dem B.O.F.H. eine unfreundliche Überraschung zu bereiten ...
Ich rieche die Probleme, sobald ich das Büro betrete. Es ist genau 11:30 Uhr. Nun, niemand kann ernsthaft erwarten, daß ich früher erscheine, denn ich war auf einer Verkaufsmesse und mußte zuerst meine unrechtmäßigen Gewinne nach hause bringen. Oder, um es anders auszudrücken, das fortschrittliche brandneue Testsystem für die hochmodernen interaktiven digitalen Multimedia-Dienste (wahlweise kann man natürlich auch andere Schlagworte benutzen, die nach Kapitalanlage klingen). Und die letzten Testpläne sahen vor, daß die Technik ihren Weg zu mir findet, um sie dazu zu nutzen, die neuesten DVDs für ein paar gute Freunde (natürlich gegen ein kleines Entgelt) vorzuführen. Bei meiner Ankunft im Büro lechze ich nach einer Tasse Kaffee. Ich funktioniere nämlich nur, wenn ich einen Schuß stärksten Kaffees hatte. Der PJ jammert zwar immer, daß die Menge Kaffee, die ich zu mir nehme, mich irgendwann noch einmal in ein völliges Nervenwrack verwandeln wird, doch was mich angeht, bin ich völlig apathisch bis ich meine morgendliche Dosis Koffein hatte. Der PJ sieht ängstlich aus, als ich ihm in der Bürotür begegne. "Der Chef will sie sofort sehen", sagt er und deutet mehr als eindeutig mit seinem Daumen in Richtung des Büros unseres neuen Meisters. "Er hat schon den gesamten Morgen damit verbracht, nach ihnen zu rufen." Das ist ein beunruhigendes Zeichen. Unser Chef ist erst einige Wochen bei uns, doch schon schnell wurde klar, daß er ein Exemplar vom Typ 37b ist (kann gut mit Schlagworten um sich werfen, mit denen er sich ständig vor den Chefs und dem Anführer der Erbsenzähler aufplustert, so daß er gar nicht mehr weiß, wie unsere Technik funktioniert). Seine Ahnungslosigkeit ist phänomenal. So schaffte ich es, ihm unsere stundenlange ´Beschäftigung´ mit Doom damit zu erklären, daß wir eine neue ´Dial-up Object Oriented Machine´ testen müßten. Und dann gab es da den Fall, als ein Vertreter, der meinem Cousin verdächtig ähnlich sah, ihm erklärte, daß Arcnet die kommende Technologie für Netzwerke sei, und ihm eine Ansammlung ´brandneuer´ Technik verkaufen konnte, die er rein zufällig in seinem Ford Escort hatte. Ich persönlich kann die Rechnungsprüfung in diesem Quartal kaum erwarten - ganz speziell den Augenblick, zu dem man feststellen wird, daß ich ihm eine E-Mail mit einer Warnung vor diesem Geschäft ´geschickt´ habe. Aber das ist etwas, auf das ich mich in der Zukunft freuen kann. Mich beschäftigt vielmehr, was der Chef im Moment vorhaben könnte. Die Besorgnis des PJs jedenfalls ist durchaus angebracht; jedes Gespräch mit dem Chef am Morgen bedeutet, daß wir eine VDBI (vor dem Bier-Idee) haben müssen - die schlimmste Sorte von Ideen, denn die Gedanken fließen da noch nicht so frei wie die Gedanken nach dem ersten Bier. "Ah, Simon", begrüßt 37b mich überfreundlich (ein schlimmes Zeichen), als ich sein mit Eichenholz vertäfeltes Heiligtum betrete. "Ich habe nachgedacht." (Ein noch viel schlimmeres Zeichen.) "Das Netzwerk funktioniert seit einiger Zeit recht träge und scheint ein wenig Anschubhilfe zu brauchen." (Ein extrem schlechtes Zeichen - man möchte ´Anschubhilfe´ niemals von jemandem hören, der schon Probleme damit hat, den TV-Kanal zu wechseln.) "Ich glaube, es wäre eine gute Idee, wenn wir jemanden einladen würden, der das Netzwerk unter die Lupe nehmen und uns Vorschläge zur Verbesserung der Leistung machen könnte." Ja, das ist eine Idee, aber keine, die mir Vergnügen zu bereiten vermag, oder, in diesem Falle, eigentlich jedem Lebewesen, das auf einer atmenden kohlenstoffbasierten Lebensform basiert. Wie auch immer, natürlich stimmt es, daß das Netzwerk in letzter Zeit etwas langsam war. Hat er denn keine Ahnung, welche Bandbreite ein Echtzeit-Videostrom erfordert - selbst wenn man Multicast benutzt? (Und davon abgesehen waren die Bilder des Marketing-Chefs und seiner ´kranken´ Assistentin aus dem Sanitätsraum jedes Megabit pro Sekunde wert - selbst wenn darunter die Übertragungsgeschwindigkeit für andere Anwendungen litt.) Und das letzte, was ich in diesem Augenblick brauche, ist ein krötengesichtiger Schnüffler, der einen flüchtigen Blick auf unser System wirft und dann einen oberflächlichen Bericht zusammenkritzelt, der die Firma ruiniert. Das ist meine Aufgabe. Plötzlich bemerke ich, daß der Chef noch immer spricht. "... und bei der Messe habe ich diesen sehr interessanten Burschen kennengelernt. Er sagte mir, daß er sich sehr gern einmal unser Netzwerk anschauen würde. Und wenn er keine Vorschläge machen würde, die uns Geld sparen, dann müßten wir ihn nicht einmal bezahlen. Ich habe ihm erklärt, daß wir uns sehr um die Zukunftssicherheit unseres Netzes kümmern und deshalb Arcnet einsetzen werden. Darauf leuchteten seine Augen auf. Ich glaube, er war sehr beeindruckt davon, daß wir so fortschrittlich sind - er sagte auch, daß er mir kaum noch etwas beibringen könne." Das ist schlimm. Schlimm. Schlimm. "Also habe ich diesen Mann eingeladen, morgen bei uns vorbeizukommen und sich umzuschauen. Er heißt Arty Murray und sie sollten ihn nach Kräften unterstützen." ARTY MURRAY!! Dieser Mann ist eine Legende. Das ist das erste Mal, daß ich dem Bastard Consultant from Hell entgegentreten muß, und ich kann nicht behaupten, daß ich mich darauf freue. Es wird Zeit, einen Plan auszuhecken. Wird fortgesetzt ... |
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© Simon Travaglia, 14.07.1999, Übersetzung: thomas w., 2001. |
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