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b.o.f.h.
 
  bastard operator from hell  


Nachdem sie von den Erbsenzählern hintergangen wurden, entwickeln der B.O.F.H. und sein Gefährte ein paar unorthodoxe Testmethoden ...

Ich schaue in das Innere eines PCs - der PJ hat mich darum gebeten, vermutlich weil er etwas gesehen hat, daß ihm gar nicht gefiel. Und wenn ihm etwas nicht gefällt, dann will das etwas heißen ...
 
Ich fahre fort, die Posten auf meiner Liste abzuhaken. "Festplatte, geprüft; Pentium II 300 MHz, geprüft; 128 MB RAM, geprüft; 512 kb L2 Cache, ge ..."
 
Ich stutze. Was beim ersten Blick wie ein L2 Cache-Baustein aussieht, ist nichts anderes als eine Nachbildung aus Plastik. Ich überprüfe meine Vermutung, indem ich die Nachbildung aus der laufenden Maschine entferne. Und auch nach einem Neustart ändert sich nichts an meiner Diagnose.
 
"Wir wurden bestohlen!" wende ich mich atemlos an den PJ, als ich den Inventaraufkleber der Firma am Gehäuse des Rechners bemerke.
 
"Woher haben sie den Rechner?"
 
"Ich?" antwortet der PJ. "Ich habe ihn nirgends herbekommen."
 
"Nun, ich habe ihn nicht bestellt, wir sind die einzigen in der Abteilung, die Technik bestellen könn ... DIE ERBSENZÄHLER!"
 
"Sie haben es erraten", kommentiert der PJ. "Die Erbsenzähler haben den Rechner selbst bestellt, weil die Technik, die wir bestellen, ihnen ´zu teuer´ ist - sie können sie 200 Pfund billiger bekommen."
 
"Und um ein paar Komponenten ärmer ..."
 
"Dann kleben sie den Inventaraufkleber drauf und nehmen ihn in Betrieb. Allerdings scheinen diese Rechner nicht so gut zu funktionieren ..."
 
"Aufhänger, Abstürze und ähnliches?"
 
"Uh-huh."
 
"Ist der Rechner übertaktet?" frage ich und kenne schon die Antwort.
 
"Ja - und sie versuchen, einen 6 Volt-Lüfter mit neun Volt zu betreiben."
 
"Die von der 12 Volt-Leitung kommen?"
 
"Ja, der 11.7 Volt-Leitung bei diesem Modell. Sie benutzen ein paar Widerstände."
 
Seufz.
 
"Aber sagen sie mir jetzt nicht, daß wir die Rechner jetzt reparieren sollen!"
 
Der PJ deutet gestikulierend auf eine Ansammlung von Rechnern in der Ecke.
 
"Werfen sie sie in den Müll!" rufe ich und treffe dabei eine Entscheidung, die einige Manager ganz bestimmt verärgern wird.
 
"Was geht hier vor?" fragt der Chef, der gerade rechtzeitig in Begleitung eines Managers aus der Erbsenzähler-Etage hereinkommt, der ihn um Beistand gebeten hat.
 
"Das ist ein nicht genehmigter Computer-Einkauf."
 
"Genehmigt, nicht genehmigt; wo ist da der Unterschied? Warten muß man die Geräte so oder so!" wischt der Chef meinen Einwand weg.
 
"Genehmigte Technik ist Technik, die wir geprüft haben, Technik, die verschiedene Tests bestanden hat."
 
"Mein Laptop hat ihre Tests nicht durchlaufen und funktioniert trotzdem!" mischt sich der Erbsenzähler-Chef ein. "Obwohl das Licht hinten am Gerät doch etwas schwach leuchtet."
 
Ich spare mir den üblichen Kommentar - ein Faß voller Fische, ein Gewehr ...
 
"Es kann ja sein, daß alles läuft, aber wenn wir es nicht getestet haben, können wir uns auch nicht um die Wartung kümmern." murmle ich, während der PJ das Dokument mit den Betriebsregelungen der IT-Abteilung hervorkramt und schließlich auf die entsprechende Textstelle deutet. Dagegen kann auch der Chef nichts einwenden.
 
Fünfzehn Minuten später hat der Erbsenzähler uns seinen Laptop zum Testen überlassen. Weitere fünfzehn Minuten später lassen wir den Laptop von der Decke auf den Tisch fallen.
 
"Hat das Spuren hinterlassen?" frage ich.
 
"Ganz geringe", bemerkt der PJ und blickt auf die Kratzer auf der Oberseite des Testtisches.
 
"Aber wir wiederholen den Test lieber, um ganz sicher zu gehen ..."
 
Leider taucht der Eigentümer des Rechners wenig später auf, um uns dabei zu ertappen, wie wir Dartpfeile auf seinen Laptop werfen.
 
"WAS ZUM TEUFEL MACHEN SIE DA?"
 
"Fließkommatests", murmle ich. "Was jetzt noch bleibt, ist die Int Spez." (Natürlich geht es hier um den SPEC INT-Benchmark, aber bei der Übersetzung bietet sich Int Spez an, wie man noch sehen wird. [thomas w.])
 
"Int Spez?" fragt er und starrt auf die verbeulten Überreste seines Laptops.
 
"Ja, das ist ein Test der Leistungsfähigkeit von Rechnern."
 
"ICH WEISS, WAS DAS IST!" schreit er.
 
"Nun, wir sind gerade dabei, diesen Test durchzuführen."
 
"Und WIE wollen sie das bewerkstelligen?"
 
"Ich prüfe, ob das Gerät eine fremde SPEZies INTegrieren kann, den Hund des Hausmeisters zum Beispiel."
 
"Das ist doch lächerlich! Geben sie mir meinen Computer!" stößt er hervor. Was, rein zufällig natürlich, ungefähr dem entspricht, was dem Scharnier auf der Rückseite beim Sturz des Gerätes auf den Boden passiert.
 
"GIBT es etwa auch einen Test für Bodenhaftung?" fragt der PJ. "Davon wußte ich ja noch gar nichts."
 
Überraschenderweise stürmt der Erbsenzähler ohne Antwort davon. Sein Ziel ist offenbar das Büro des IT-Chefs.
 
"In Ordnung: Es scheint einen Zusammenhang zwischen der Aktivität von Wichtigtuern und dem Ausfall von Rechnern zu geben. Wir müssen Rechner testen! Schnell, werfen sie sie zu mir herüber und passen sie auf, daß sie keine Testmarkierung vergessen. Wir wollen schließlich gründlich arbeiten!"
 
"Richtig", stimmt der PJ zu. "Alles andere wäre ja unprofessionell, nicht wahr?"


 
b.o.f.h.

© Simon Travaglia, 09.06.1999, Übersetzung: thomas w., 2001.