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| bastard operator from hell | ||
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Das verwegene Duo entwickelt einige hinterhältige Taktiken, um ´ungeeignete´ Bewerber für den Posten des Chefs zu entlarven. Hoffentlich haben deren Hosen wenigstens die richtige Farbe ...
Als Teil eines Versuches, die Mitarbeiter fühlen zu lassen, daß sie in die Entscheidungsvorgänge eingebunden sind (ein neuer Gedanke aus der Wohlfühl-Abteilung), wurden der PJ und ich gebeten, uns die Lebensläufe der Bewerber für den Posten unseres Chefs anzuschauen. "Schauen sie, als Hobby gibt er Philatelie an ..." liest der PJ vor. "... das Sammeln von Münzen und, na sowas!, das Verbreiten von Langeweile. Und vorher hat er an ... einer Universität und bei einer ... Bank gearbeitet." "Und hat er seine Filmkarriere erwähnt?" "Seine Filmkarriere?" "Ja, ganz offensichtlich war er der Star von ´Ein mehr als langweiliges Leben´". "Mmmm?" murmelt der Mann aus der Personal-Abteilung. "Nichts. Der nächste Kandidat bitte!" rufe ich. "Weg damit!" ruft der PJ und schiebt den Lebenslauf in den Aktenvernichter. "Der nächste Bewerber kommt aus ... Leeds, seine Hobbies sind Fettbemmen und die Pflege von Hühnern. Musikalisch mag er die Bayerischen Rülps-Chöre." "Irgendwie glaube ich nicht daran, daß ihre Bemerkungen auf Fakten beruhen", kommentiert der Personaler weinerlich. "Nein", stimmt der PJ. "Tatsächlich handelt es sich um Schweine und knackige Hintern." "Das bedeutet, er kommt aus der Oberschicht von Leeds." "Meine FRAU kommt aus Leeds!" wirft der Personalmensch verärgert ein. "Wirklich?" rufe ich unfähig, mich zurückzuhalten. "Welche Position hat sie bevorzugt?" "WAS!?!" "Rugby! Sie wissen doch, in Leeds kommen nur Rugby-Spieler." "Ich glaube, da haben sie einen wunden Punkt angeschnitten", sagt der PJ, nachdem der Personalmensch offensichtlich leicht verärgert hinausstürmte. Schneller als man ´Umschalten auf den Backup-Server´ sagen kann, bekommen wir einen Ersatzmann aus der Personal-Abteilung - diesmal die etwas robustere Ausgabe, die sonst nur zum Einsatz kommt, wenn sie jemandem mitteilen wollen, daß sie sich freuen würden, sein Kündigungsschreiben entgegennehmen zu können. "Gut, dann schauen wir uns einmal diese Bewerber an", sagt er und greift zur nächsten Bewerbermappe. "15 Jahre IT-Erfahrung, Management-Kenntnisse, Microsoft-Zertifikate, verschiedene erfolgreich besuchte Weiterbildungskurse zur Netzwerk- und Systemverwaltung ..." "Das klingt mir zu technisch", beschwere ich mich. "Wie kann ein Manager ZU VIEL von Technik verstehen?!" "Wenn ihr Verstand zu technisch geprägt ist, dann stören sie uns bei der Arbeit." "Ich glaube kaum, daß das eine Entschuldigung ist für ..." "Diese Typen verbringen ihre Arbeitszeit lieber damit, irgendwelche Bagatellfehler zu beheben, die sie zu verantworten haben, als bunte Statistiken über Kosteneinsparungen, verbrauchten Speicherplatz etc. anzufertigen, die das höhere Management immer so glücklich machen. Also wird die Geschäftsleitung sich fragen, wer ZUM TEUFEL einen solchen inkompetenten Manager eingestellt hat." "Hmmm. Das könnte stimmen", sagt der Personalmensch, der eine Gefährdung seines Arbeitsplatzes wittert. "Was schlagen sie vor?" "NÄCHSTER!" rufe ich und schiebe den Lebenslauf in das mülleimerbasierte Verschlüsselungsgerät. "Ich bin sicher, daß es JEMANDEN mit den richtigen Fähigkeiten gibt." "Gut", ruft der PJ und hält ein Foto hoch. "Dann kommen wir zu DIESEM feinen Herrn." "ICH BITTE SIE!" rufe ich aus, denn ich kann mich nicht mehr zurückhalten. "SCHAUEN SIE SICH DIESE HOSEN AN! Welche Farbe ist das? Ein dunkles Pink oder ein leuchtendes Lila?" "Sieht nach lila aus", sagt der PJ. "Ein linkshändiger Golfer ...?" "Sie meinen, er ist schwul?", sagt der Personaler. "Was hat das mit ...?" "Nun, uns ist das egal, aber sie kennen doch die Homophobie des Geschäftsführers." "Ich kann nicht glauben ..." antwortet er und fragt sich offenbar, in welchem Jahrzehnt er sich befindet. "... aber sie könnten richtig liegen." "Das war wirklich etwas boshaft, oder?" fragt der PJ später. "Boshaft trifft es nicht ganz. Für den Anfang habe ich dem Bild die passenden Farben verpaßt." "Sie Bastard!" "Und zweitens ist er ein Freund des Geschäftsführers. Ich kann es kaum erwarten, daß der Personaler ihm die Ablehnung mitteilt und als Grund seine Vermutung angibt, daß der Bewerber schwul sein könnte." Der Rest des Tages vergeht ähnlich, wobei wir einige Bewerber ablehnen, die an mehr als einem Microsoft-Training teilgenommen haben (Gefahr der Gehirnwäsche!), einen Bewerber, der einen Lada fährt (zu wenig Ehrgeiz) und schließlich (darauf bin ich besonders stolz) einen Bewerber, der in Balham wohnt (der Langweiligkeits-Faktor). "Alles für den morgigen Tag vorbereitet?" frage ich den PJ am Ende dieses Tages. "Ja, ich habe es geschafft, sieben Lebensläufe auszusortieren, die recht vielversprechend aussahen." "Haben sie sie in den ´Eingangs-Stapel´ in der Personal-Abteilung geschmuggelt?" "Ja, unter die von ihnen aussortierten Schreiben - der offenherzige Klebstoffschnüffler war doch von ihnen, oder?" "Genau - ich dachte, wir könnten ihn ausnahmsweise akzeptieren, damit es nicht so aussieht, als würden wir alle Bewerber ablehnen." Es ist schon lustig, daß man mit etwas Mühe auch die eigenen Ansprüche etwas zurückschrauben kann ... |
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© Simon Travaglia, 12.05.1999, Übersetzung: thomas w., 2001. |
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