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| bastard operator from hell | ||
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Was kann man gegen inkompetente Nutzer unternehmen, die nur nerven? Man gibt ihnen die Chance, sich selbst einen elektrischen Schlag zu verpassen, plaziert Magnete in seinem Monitor und setzt die Reinigungskräfte auf ihn an ...
Ich nehme Anrufe entgegen, weil der PJ einen Urlaub macht und ich deshalb niemanden habe, gegen den ich Quake spielen kann. Es sind die üblichen Beschwerden sogenannter ´Power-Nutzer´ aus der Werbeabteilung, die wissen wollen, wieso sie den Netzwerkdrucker nicht benutzen können. Da ich relativ entspannt bin, sage ich ihnen nicht, was ich über ihre geistigen Fähigkeiten denke, da sie offensichtlich unfähig sind, entsprechende Mitteilungen zu lesen, die ich vor etwa einem Monat auf den Anschlagtafeln hinterlassen, am fraglichen Drucker angebracht und mittels E-Mail allen geschickt habe, als der Wartungsvertrag für den Drucker auslief. Aber sie rufen noch immer an. Trotzdem der Drucker schon vor einer Woche abgeholt wurde und nun ein Mitarbeiter in der Kabine sitzt, in der der Drucker installiert war ... Trotzdem ihnen der neue Mitarbeiter gesagt hat, daß das Monster, das zwei Seiten in der Minute verschluckte nicht mehr da ist. Ich beruhige meine Gedanken, da ich nur zu gut weiß, daß ich mich darüber nicht aufregen sollte. Meine Entschlossenheit wird durch den Bastard (L)User from Hell auf eine neue Probe gestellt. Das Wort Inkompetenz in Bezug auf seine technischen Fähigkeiten zu verwenden, wäre beinahe Hochstapelei - er könnte nicht einmal seinen Hintern finden, wenn man ihm eine anatomische Karte, einen Kompaß, einen Spiegel und eine Kerze geben würde. Tatsächlich ist es so, daß man ihm ganz legal Organe entnehmen könnte, würde die Aktivität seines Gehirns noch etwas abnehmen. Aber der Chef hat ihn unter seine Fittiche genommen - wieder eine seiner Missionen, mit der er guten Willen demonstrieren will. In dieser Woche hat er mich schon dreimal angerufen, weil seine Maschine gehackt wurde (die Feststelltaste war gedrückt, als er sein Passwort eingegeben hat). Er hat ebenfalls angerufen, um zu melden, daß er den ´Keine Systemdiskette. Drücken sie F1´-Virus hat, und um zu sagen, daß unsere Server-Zeit der Zeit seiner sprechenden Uhr um drei Sekunden hinterherhinkt. Und noch immer beobachtet der Chef unsere Service-Bemühungen voller Neugier. Das Telefon klingelt. "Meine Maschine hat mich wieder ausgesperrt!" platzt der Nutzer heraus. "Ist es wieder die Feststelltaste?" frage ich. "Natürlich nicht!" stößt er hervor. "Und welche Meldung kommt, wenn sie ihr Passwort falsch eingegeben haben?" "Ich gebe mein Passwort nicht falsch ein! Ich schreibe es immer auf den Boden meiner Tastatur, um ganz sicher zu sein!" "Natürlich tun sie das", antworte ich ein wenig entgeistert über die Versuche der Nutzer, ihre Arbeit zu sichern. "Und was meldet der Computer, wenn sie das Passwort ... ähm ... korrekt eingeben?" "Er meldet gar nichts!" "Aha. Und haben sie das Passwort am Morgen geprüft?" "Natürlich! Ich kann mich schließlich nicht immer an alles erinnern!" "Und haben sie den Tastaturstecker von der Rückseite ihres Rechners abgezogen?" Ein paar verräterische Geräusche später ... "Nein, habe ich nicht." Der Lügendetektor meldet: ´Lügner! Lügner!´, so daß ich mir schon ausmalen kann, was gleich kommt. "Oh, jetzt hat es geklappt - muß wohl ein Wackelkontakt gewesen sein ..." Seufz. "... Aber ich festgestellt, daß der Tastaturstecker ein wenig locker sitzt." Richtig! Das ist es! "Ja, das ist ..." Ich blättere schnell in meinem Ausredenkalender. "... Oh! Da ist es ja - das ist das Kohlenstoff-Dioxidationsproblem." "Was?" "Die Oxidation von Kohlendioxid in der Luft läßt den Kunststoff schrumpfen. Deshalb macht ihr Monitor vielleicht auch bald komische Geräusche." "Oh." "Natürlich können sie das beheben. Haben sie eine Topfpflanze in ihrem Büro?" "Ja, ich habe ein paar davon." "Gut, stellen sie eine davon hinter ihren Rechner und eine auf ihren Monitor - das wird das Kohlendioxid aus der Luft entfernen ... " "Natürlich! Danke für den Tip." "Kein Problem. Sorgen sie jetzt nur dafür, daß die Pflanzen immer gut gegossen werden, damit sie dieses Oxygen produzieren können. Viel Wasser." Fünf Minuten später steht der Chef mit den schlechten Nachrichten über Mr. Inkompetenz im Büro. Er hat es überlebt. Und er hat nur seinen Monitor und eine Sicherung zerstört. Offensichtlich kann er sich nicht einmal selber unter Strom setzen. Also muß ich jetzt einen Ersatzmonitor für ihn bereitstellen. Nachdem ich den Monitor installiert habe, kehre ich gerade rechtzeitig in mein Büro zurück, um das Klingeln des Telefons zu hören. Er will wissen, weshalb die Farben seines Monitors so falsch aussehen. Nur um ihn loszuwerden, erkläre ich ihm, daß dafür die zwei Magnete aus Diskettenlaufwerken am Boden des Monitors verantwortlich sind, doch damit gebe ich, ernsthaft betrachtet, auf. Aber ich bin niemand, der so einfach aufgibt! Es wird Zeit, die Reinigungskräfte zu alarmieren. Später erzählt mir der Chef die blutigen Details. "... Und dann ist er scheinbar gestolpert und hat Unmengen von Wasser über seine Maschine vergossen." erzählt er. "Ein ziemlich dummer Zufall, wenn man einmal darüber nachdenkt." "Also braucht er einen anderen Monitor?" frage ich. "Eigentlich nicht. Der Mann von der Reinigung hat ihm dabei geholfen, den Schlamassel aufzuwischen und hat dabei die Hand von Dave versehentlich in ein Schrankfach eingeklemmt - dreimal!" "Oh. Nun, alles ist gut, wenn das Ende gut ist. Wie auch immer, ich habe keine Zeit, ich bin mit Mike im Pub verabredet." "Dem Mann von der Reinigung?" Manche Fragen läßt man lieber unbeantwortet ... |
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© Simon Travaglia, 21.04.1999, Übersetzung: thomas w., 2000. |
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