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| bastard operator from hell | ||
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Als der PJ durchdreht, verdient er sich den Respekt des B.O.F.H., was bedeutet, daß die beiden demnächst wohl an einer Gruppentherapie teilnehmen müssen ...
Der PJ verspätet sich etwas (Schande über ihn!) und ich habe die undankbare Aufgabe, ihn darüber zu informieren, daß der Chef ihn zu sehen wünscht. Sehr dringend. "Wieso eigentlich?" fragt er und wundert sich, weshalb gerade ihm die Ehre eines persönlichen Gesprächs zuteil wird. "Oh, es geht um eine Beschwerde." antworte ich. "Eine Beschwerde?" "Ja, dieser Linux-Möchtegern aus der Entwicklungsabteilung hat sich über sie beschwert." "Welcher Linux-Möchtegern?" "Sie erinnern sich doch bestimmt - der, dem sie empfohlen hatten, seinen Speicher mit /dev/null zu verknüpfen." "Und was ist passiert?" "Keine Ahnung, seine Maschine stürzte etwa zehn Sekunden später ab ..." "Aber ich habe nicht ..." "Natürlich haben sie nicht - das war ich, aber ich habe ihren Namen benutzt." "Oh." "Aber was mich wirklich überraschte, als sie ihm an dem Nachmittag anriefen, um seine Absturzprobleme zu klären, war, daß sie ihm empfahlen, den Prozessor im laufenden Zustand auszutauschen und ihm einen Ersatzprozessor schickten, dem einige bedeutenderen Beinchen fehlten. Und als er soweit war, den alten Prozessor wieder einzusetzen, fand er diesen im gleichen Zustand vor. Seltsamerweise ..." "Ich BIN wirklich ein Bastard, nicht wahr?" keucht der PJ beeindruckt. "Ja, ich konnte es auch kaum glauben", stimme ich ihm zu. "Aber wieso sollte ich das tun?" "Ich habe keine Ahnung", erwidere ich. "Es könnte sein, daß er sich über ihren, ich meine natürlich meinen falschen Umgang mit dem Ersatztoner in der vergangenen Woche beschwert hat. Oder er könnte sich darüber beschwert haben, daß sie sich immer genervt anhörten, wenn er sie mit seinen Linuxproblemen belästigt hat. Oder es könnte an der tiefsitzenden Abneigung, die sie für ihn empfinden, liegen." "Welche tiefsitzende Abneigung?" fragt der PJ. "Es liegt mir fern, mich mit ihrer Psyche zu befassen, aber sie könnten an wirklich tief verwurzelten anti-soziopathischen Gefühlen leiden ..." "Soziopathisch oder anti-soziopathisch?" "Gibt es da einen Unterschied?" "Keine Ahnung ..." Die Unterhaltung mit dem PJ über seine Angewohnheit, Nutzer mit etwas technischem Verständnis herabzuwürdigen (und die Gründe dafür), wird durch das Klingeln des Telefons unterbrochen ... "Oh, ich glaube, hier haben sie eine Chance, das herauszufinden. Anscheinend hat ihr spezieller Freund aus der Entwicklungsabteilung Probleme damit, daß Befehle wie ps und einige andere Programme nicht mehr funktionieren." "Wieso?" "Nun, ich kann darüber nur spekulieren, aber ich würde meinen, sie hätten ihm geraten, Verweise auf das /proc-Verzeichnis zu löschen." "Aber das geht doch gar nicht!!" behauptet der PJ empört. "Nicht mit den konventionellen Methoden, aber mit dem schnell zusammengehackten Programm, das sie ihm per E-Mail geschickt haben, war es ganz leicht." "Oh, also muß ICH den Chef treffen!" "Ja, das sollten sie. Und es sieht wohl wirklich so aus, als säßen sie in der Falle." "Er wird mich in der Luft zerreißen", jammert der PJ. "Oh, ich weiß nicht - aber es könnte schon darauf hinauslaufen, nachdem sie diese Zeile in die Datei inetd.conf eingefügt haben, die dafür sorgt, daß jede Telnet-Sitzung auf Port 187 seines Rechners zugreift und Müll in seinen Kernel-Speicher kopiert ..." "Ich laufe Amok, oder?" "Es scheint so. Sie brauchen Hilfe!" "Wo werde ich Hilfe bekommen?" "Bei einer Spezialistin. Die Firma hat eine Ratgeberin für diese Art von Problemen." "Wirklich?" "Natürlich. Sie erinnern sich doch bestimmt an die Beraterin, die uns als kritische Fälle von größenwahnsinnigem Machiavellismus bezeichnet hat?" "Wirklich?" "Ja, kurz nachdem sie ihr diesen Virus untergeschoben haben, wobei sie vorgaben, per E-Mail einen Termin vereinbaren zu wollen ..." "Und wann werde ich zu ihr gehen?!" "Ich glaube, wir haben morgen beide einen Termin für eine Gruppentherapie-Sitzung ..." "Ich kann es kaum erwarten." "Ah, nun, Gesundheit ist Gesundheit, und ein paar Minuten vorbeugende Therapie sind allemal drei Stunden bezahlte Freizeit wert ..." |
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© Simon Travaglia, 24.03.1999, Übersetzung: thomas w., 2000. |
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