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| bastard operator from hell | ||
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Konfrontiert mit einem uralten Rechner, der die Händler in der Antike begeistert hätte, findet der B.O.F.H. heraus, daß er mit einem Gummihammer mehr erreichen kann als ein Ingenieur mit einem Schraubenzieher ...
Es sieht so aus, als stecke ich tief im Schlamassel. Und ein leichter Ausweg ist leider auch nicht zu sehen. Dummerweise habe ich versucht, einen antiken aber dringend nötigen Teil unserer Technik zu reparieren, der in den letzten Wochen täglich mehrere Fehlermeldungen ausgespuckt hat. Gut, es waren nur ´Warnungen´ und alles lief fehlerlos, trotzdem ... Doch das ist nun alles behoben ... Und wie es das Schicksal wollte, ist die Maschine vollgestopft mit alten und proprietären Innereien, die so alt sind, daß sie wohl nur noch von den Staubschichten zusammengehalten wurden, die sich im Laufe der Jahre angesammelt haben. Doch, wie angedeutet, das war einmal ... Natürlich ist der Chef ein verständnisvoller Mensch, der es zu schätzen weiß, daß er nun nicht mehr täglich mit unzähligen E-Mails belästigt wird, die unnötige Warnungen enthalten, als er mit mir über meine aggressive Herangehensweise an die Lösung ungelöster Probleme spricht. "Wenn die Maschine eigentlich lief, wieso haben sie sie dann repariert?!" keucht er. "Das hat etwas mit der Service-Qualität zu tun", antworte ich und bringe den Ball vorsichtig ins Rollen ... "Was meinen sie mit Service-Qualität? Die Maschine lief doch - und jetzt tut sie das nicht mehr!" "Sie funktionierte nur teilweise", seufze ich. "Aber sie hätte jederzeit komplett ausfallen können." "Und das ist sie ja nun auch!" schreit er. "Sehen sie jetzt, was ich meine?" frage ich und schalte in den Modus für verwirrende Logik um. "SIE HABEN SIE ZERSTÖRT!" ruft er. "Sehen sie", versuche ich, ihn freundlich aufzuklären. "Die Nutzer lynchen uns, wenn das Netz ohne Ankündigung ausfällt, oder?" "Ja?" "Und wir umgehen das, indem wir Ausfälle ankündigen, oder?" "Ja?" "Und das ist ja nun ein angekündigter Ausfall wegen dringender Wartungsarbeiten. Und die Nutzer sollten das System daher auch nicht benutzen, oder?" "Oh ... wie?" "Also gibt es nichts, worüber sie sich BERECHTIGT beschweren könnten?" "Ich glaube nicht", antwortet er, wobei er etwas verwirrt klingt. "Und während ich mit ihnen spreche, kann ich mich nicht um die Reparatur kümmern, oder" "Oh ... nein ..." Der Chef verschwindet, nachdem ihm klar wurde, daß wir nach unserem Gespräch wieder da angekommen sind, wo wir vorher schon standen. Und das bringt uns wieder auf das eigentliche Problem ... "Was ist dieses riesige Ding da?" fragt der PJ und deutet auf ein Ungetüm von einer 20 Megabyte-Festplatte in den Innereien der Maschine, die ungefähr soviel Strom verbraucht wie die halbe Beleuchtung im Rechnerraum. Man muß ihm seine Unkenntnis nachsehen, denn er ist zu jung, um sich überhaupt an MFM-Festplatten, Echtzeitspeicherung auf Bändern oder gar 8 Zoll-Disketten erinnern zu können - auf den Leserbriefseiten der Erwachsenenmagazine findet man derartiges eben nicht ... "Das", sage ich. "Das haben wir in der guten alten Zeit benutzt, wir nannten es ..." "Festplatte!" ruft der PJ, nachdem er die ´20 MB´-Markierung auf der einen Seite der Festplatte gesehen hat. "Beinahe, aber nicht ganz! Vielmehr ist das" - ich greife zu meinem guten alten Gummihammer - "ein Anruf bei unserem Vertragspartner, der gleich ..." BANG! BANG! BANG! SKEEEEeeeeeeereeerrrrrrrrt! "... notwendig ist." "Und was wollen sie damit erreichen?" seufzt der PJ. "Nun, bevor diese Einheit ausfiel ..." "Bevor sie sie mit ihrem Gummihammer geschlagen haben, meinen sie." "Ein Hammer übrigens, der keine nachweisbaren Spuren hinterläßt", füge ich hinzu. "Vorher war es ein Softwarefehler in Verbindung mit einer unbekannten Fehlfunktion der Hardware." "Und nun wird der Service-Ingenieur denken, er sei dafür verantwortlich." "Nachdem er die Festplatte repariert hat ..." "Genau!" Wir tätigen einen Anruf, und noch schneller als ein Fesselballon mit einem Millionär als Kapitän die Welt umrunden kann (mit den Zwischenlandungen), erscheint ein Ingenieur mit seiner Ausrüstung bei uns. "Was - die Platte wird nicht in einer versiegelten Verpackung ausgeliefert?" keucht der PJ. "Woher wissen wir dann, daß sie neu ist?" "Das einzige, was diese Ingenieure versiegelt bekommen, ist ihre Bettlektüre", kommentiere ich. "Nebenbei, es gibt auf dem ganzen Planeten vermutlich nur drei gleichartige Laufwerke, die zweifellos in Handarbeit durch Schweizer Nonnen repariert werden, wenn ich mir deren Preise anschaue, wenn sie nicht gerade als Ersatzteil geliefert werden." Der Ingenieur repariert schließlich die Maschine - nachdem er dreimal in sein Büro fahren mußte, um einen Ersatz für die defekte mysteriöse Komponente zu finden, die auf das Motherboard aufgelötet werden mußte - und wir schalten sie, sehr zur Freude des Chefs, wieder ein. Er hatte den Fehler in meiner Logik gefunden, nachdem ihm auffiel, daß ich die Ankündigung für den planmäßigen Ausfall des Netzes zum Zwecke der Wartung erst abgeschickt hatte, nachdem die Maschine ausgefallen war. "Also ist jetzt alles in Ordnung?" will er wissen. "Ja. Alles läuft bestens." Zufrieden darüber, daß das Unrecht aus der Welt ist, trottet er zurück in sein Büro, um darüber nachzudenken, wie er diese Erfahrung als ´gute Beziehung zu den Nutzern´ darstellen kann. Ich kehre in der Zwischenzeit zu meinem Schreibtisch zurück und will gerade mit der Arbeit beginnen, als eine E-Mail mit dem Betreff ´System-Warnung´ von der erwähnten Maschine eintrifft. Diesmal verzichte ich auf den Gummihammer und greife mir seinen Bruder aus Metall. "Ich bin gleich wieder da", sage ich dem PJ. "Ich muß mich um eine ´Verbesserung´ kümmern." Wartung ist wirklich eine Arbeit, die niemals endet ... |
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© Simon Travaglia, 03.03.1999, Übersetzung: thomas w., 2000. |
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