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| bastard operator from hell | ||
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Der B.O.F.H. beweist, daß es (beinahe) möglich ist, sich gleichzeitig an mehreren Orten aufzuhalten, als es darum geht, sein Heiligtum gegen Besuche durch Dummköpfe zu verteidigen ...
Ich sitze unten im Café, um mich kurz (in Ordnung, es sind ein paar Stunden) vom Stress mit den verrückten Nutzern zu erholen - Anrufe habe ich auf mein Handy umgeleitet, dessen Nummer geheim ist. Und prompt fängt es an zu piepsen. "Hallo, Netzwerk- und Systembetreuung", melde ich mich so freundlich, als würde ich noch am Wettbewerb ´Wer ist am nettesten zu den Nutzern´ teilnehmen ... ... was ich freilich nicht mehr tue, denn nachdem ich den PJ ausgetrickst habe, indem ich unheimlich viel Speicherplatz auf den Servern reserviert und ihn dann mit schnell zusammengebauten klingenden E-Mails ´vom PJ´ aufgefüllt habe, sehe ich gar keine Veranlassung mehr, freundlich zu sein. Die Stimmung der Mißgunst gegen den PJ hat den Chef sogar dazu veranlaßt, ihn in einen kurzen Urlaub zu schicken. "Wo sind sie?" will der Chef wissen. Seine Stimme wird ein wenig von den Außengeräuschen meines gegenwärtigen Aufenthaltsortes gedämpft. "Natürlich im Rechnerraum!" antworte ich entrüstet. "Wirklich? Und woher kommen diese Hintergrundgeräusche? Ich kann Autos hören!" "Ja, natürlich. Das ist dieses Multimedia-Demonstrationsprogramm, das gestartet wird, wenn die Server hochgefahren werden." erkläre ich ihm. "Ich würde die Lautsprecher ja abschalten, aber wir brauchen sie für die akustische Fehlerdiagnose beim Starten." Mein Schwachsinnsmesser registriert drei von zehn möglichen Punkten, also dürfte diese Entschuldigung wahrscheinlich für den Chef ausreichen. "Oh." antwortet er und bestätigt meine Vermutung. "Nun, ich muß in den Rechnerraum, da ich einigen neuen Mitarbeitern unsere Technik zeigen will. Wenn sie also herauskommen könnten, um uns einzulassen ..." Man kann mich ja altmodisch nennen, aber das LETZTE, was ich will, ist ein Haufen schwatzender Verrückter, die keine Ahnung davon haben, wie und warum Computer funktionieren, im Allerheiligsten vom Heiligen. Da ich ein vorausschauender Mensch bin, habe ich mich auf solche Fälle vorbereitet, indem ich die Eingänge für alle außer mir elektronisch blockieren kann. "Ich befürchte, daß wir ein Problem mit dem elektronischen Schließsystem haben und ich es auch nicht dazu bringen kann, die Türen freizugeben." teile ich ihm mit. "Es sieht so aus, als wäre ich ein- und sie ausgesperrt." "Aha", murmelt der Chef langsam. "Dann versuche ich die Notfall-Entriegelung." Ein paar laute Schläge später greift der Chef keuchend wieder zum Telefon. "Das VERDAMMTE GLAS läßt sich nicht einschlagen!" japst er. "Was für eine Sorte Sicherheitsglas ist das denn?" "Ich habe keine Ahnung, aber es klang gut für die Wachmannschaft." antworte ich und stelle ihn damit offenbar zufrieden. "Dann rufe ich die Hausmeister an, um durch das Glas zu kommen - sie warten einfach auf uns!" ruft er und will damit seinem Anfängerpublikum wohl Entscheidungsfreude und Problemlösungsfähigkeit demonstrieren. Was bedeutet, daß ich nun doch noch an meinen Arbeitsplatz zurückkehren muß, da das Glas nur begrenzt den Bemühungen des Hausmeisters standhalten wird. Ich nehme ein Taxi und betrete das Firmengebäude durch den Hintereingang, schleiche aus einem Frachtaufzug und lande hinter dem Chef und einer Gruppe technischer Dummköpfe, deren Intelligenzquotienten zusammengezählt nicht einmal den Hüftumfang eines Supermodels erreichen. "Hallo!" sage ich und denke an die positive Wirkung, wenn man nett zu angehenden Nutzern ist. "Wo kommen sie denn her?" fragt der Chef und deutet verwirrt auf den Hausmeister, der sich noch mit seiner Bohrmaschine durch das Panzerglas durcharbeitet - einen halben Zoll hat er schon geschafft, so daß ihm nur noch ein Zoll bleibt. "Der Rechnerraum!" rufe ich. "Ich habe es geschafft, die Notausgangstür dadurch zu öffnen, daß ich meine Karte mehrmals durch den Leser gezogen habe - möglicherweise gab es Lesefehler oder ähnliches." Wichtigtuerisch blase ich in den Kartenleser und versuche es dann mit meiner Karte. Natürlich öffnet sich die Tür. Dann stoppe ich heimlich das Blockierprogramm und lasse die Meute eintreten. "Das ist unser ... ähm ..." beginnt der Chef, wobei er feststellt, daß ich mich seiner Führung zugesellt habe und sehr interessiert seinen Ausführungen lauschen will. "Ähm, vielleicht ist es doch besser, wenn wir jemanden aus der ersten Reihe zu Wort kommen lassen!" Es ist natürlich überflüssig zu betonen, daß meine Vorführung ein durchschlagender Erfolg war - ganz besonders nachdem der Chef die Gefährlichkeit des Arbeitsplatzes dadurch demonstriert hatte, daß er über eine lose Bodenplatte, die wir dazu benutzen, Fremde am Herumstreunen bei uns zu hindern, stolperte und mit dem Gesicht voran in ein Regal voller Technik stürzte. Auf dem Weg nach draußen trifft mich ein Typ aus der Personalabteilung und gibt mir die Einladung des Chefs, mit der ich am ´Willkommen in der Firma´-Trinken am Nachmittag teilnehmen kann, was bedeutet, daß der Chef selbst wohl nicht hingehen kann ... Und gerade als ich dachte, das Leben könnte nicht mehr besser werden, ruft der PJ an und erklärt, er wisse alles und würde sich nur WIDERWILLIG an sein Versprechen halten - aber eine Wette sei nun einmal eine Wette. Gedächtnisvermerk Nummer Zwei: Rechtzeitig an das Vertauschen der Gläser denken, wenn seine Aufmerksamkeit im Pub abgelenkt wird. Letztlich ist die Vorstellung, eine Überdosis Abführmittel trinken zu müssen, doch nicht sehr verlockend. |
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© Simon Travaglia, 11.02.1999, Übersetzung: thomas w., 2000. |
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