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| bastard operator from hell | ||
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Der Chef will schon wieder wissen, wie es um unsere Vorbereitungen für Notfälle steht, wie wir zum Beispiel reagieren können, wenn ein Erdbeben die Gebäude beschädigen würde ...
Mein Kommentar, daß ein Erdbeben während der Arbeitszeit die Produktivität im Haus wohl erhöhen würde, erntet leider nicht das erwartete zustimmende Lachen. Er beharrt stattdessen darauf, zu erfahren, wie wir auf seismische Unregelmäßigkeiten vorbereitet sind. Und als Teil seiner Untersuchungen will er all unsere Notfallpläne und Vorbereitungen inspizieren und sehen, wie gut wir auf den Fall der Fälle vorbereitet sind. Ich könnte ihm die Wahrheit sagen, daß wir auf Katastrophen ungefähr so gut vorbereitet sind wie Butch Cassidy und Sundance Kid, aber das würde wohl nur überflüssige Sorgen und Befürchtungen hervorrufen. Um ihn erst einmal zufriedenzustellen, habe ich ihm eine Menge Unsinn erzählt, der gewöhnlich ausreicht, um das mittlere Management zu beeindrucken: "Nun, wir sind vollständig auf solche Fälle vorbereitet, wir haben Sicherheitskopien außerhalb des Hauses und Bibliotheken mit unseren Programmen - Pläne zur Widerherstellung der Systeme, Vereinbarungen mit Hardware-Lieferanten für Katastrophenfälle und drei verschiedene Notfallzentralen in entfernt voneinander gelegenen Fillialen, die bei Bedarf innerhalb von 36 Stunden vollständig als Ersatzbüro hergerichtet werden können. Vielleicht einen halben Tag schneller oder langsamer." "Und dazu kommen noch unsere redundanten Netzwerkanbindungen, Vereinbarungen über Notfall-Service in Form von Satellitenanbindungen oder zusätzlichen Leitungen durch die größten Netzanbieter. Ja, die Netzwerkseite dürfte im Katastrophenfall am einfachsten wieder in Betrieb zu nehmen sein. Am langsamsten wird dabei noch das Einspielen der Sicherheitskopien auf den verschiedenen Servern sein. Arbeitsplatzrechner werden dabei berücksichtigt, wenn sie gebraucht werden, was davon abhängt, wie wichtig die betreffenden Mitarbeiter sind." "Ausgezeichnet!" ruft der Chef mit vor Begeisterung glänzenden Augen. "Nun, dann bleibt uns wohl nur noch eine kurze Besichtigung der drei Notfallzentralen!" Und da gehe ich auf dünnem Eis. Der Chef muß früher oder später herausfinden, daß ich ihm Unsinn erzählt habe und wird wissen wollen, wieso ich das getan habe. Der PJ bemerkt meine Resignation (darüber, daß ich mir den Vortrag des Chefs über ´professionelle Integrität´ und Sachverstand anhören muß) und fragt, wo das Problem liegt. Ich weihe ihn in die traurigen Details ein. "Nun, wir könnten ihn doch in eines der Notfallzentren fahren und ihm sagen, daß sie alle gleich aussehen und dem Wachdienst sagen, sie sollten Besuche aus Sicherheitsgründen nicht erlauben." schlägt er vor. "Das mit dem Wachdienst könnte funktionieren, aber die Notfallzentren sind das wahre Problem." "Funktionieren sie nicht?" fragt der PJ. "Oh doch, aber sie sind an andere Mieter verpachtet." "Was?!" "Nun, sie liegen doch gewöhnlich mitten in Geschäftsvierteln. Also vermiete ich sie normalerweise an andere Unternehmen und investiere das Geld in lohnendere Projekte - in diesem Falle in die Erweiterung der Bandbreite unserer Internetanbindung." "Wie uneigennützig von ihnen." murmelt der PJ. "Ja, nun ... Aber das ist jetzt alles vorüber, er wird es herausfinden ..." "Nicht unbedingt!" ruft der PJ mit Befriedigung in seinem Blick, was wohl bedeutet, daß er einen Plan hat. Zwei Tage später leistet mir der Chef auf der Rückbank einer Limousine Gesellschaft, mit der wir unsere Notfallzentrale besuchen wollen. "Verdammt dunkel hier." beschwert er sich. "Man kann nicht einmal durch die Fenster blicken." "Ja", stimme ich ihm zu. "Das ist ein Wagen unseres Partners, der sich um die Speicherung unserer Daten kümmert - sie machen keine Kompromisse, denn sie haben wichtige Kunden." "Oh", murmelt der Chef selbstzufrieden - sein Gefühl von Selbstherrlichkeit erreicht neue Höhen. "Und wo fahren wir hin?" "Wir fahren zur nächstgelegenen Notfallzentrale, was etwa zwei Stunden dauern wird. Ich denke, wir besuchen pro Tag eine Zentrale, wenn sie nichts dagegen haben." Zwei Stunden später rollen wir über eine Rampe auf die Parkfläche im Kellergeschoß unserer ersten Notfallzentrale. Ich helfe dem Chef in einen frisch renovierten Frachtaufzug (aus Sicherheitsgründen) und wir fahren eine Etage nach oben ins Notfallzentrum. "Das kommt mir irgendwie bekannt vor", murmelt der Chef ein wenig verwirrter als gewöhnlich. "Wir haben die Notfallzentren so gestaltet, daß sie vertraut aussehen, was den Ortswechsel und die Neuorientierung für die Mitarbeiter leichter macht." "Wirklich? Das ist eine gute Idee!" Wir betreten den Rechnerraum und schauen uns um. "Etwas ruhig, oder?" will der Chef wissen. "Nun, die Notfallzentren werden typischerweise erst im Notfall in Betrieb genommen - hauptsächlich, um Strom und Wartungskosten zu sparen." "Natürlich." Der Rest der Besichtigung verläuft problemlos und wir fahren zurück zu unserer Firma. "Wohin fahren wir morgen?" fragt der Chef. "Nun, ich denke, daß wir früh losfahren und das Zentrum in Wales besichtigen. Ich hole sie gegen 6 Uhr ab?" Als der Chef gegangen ist, tippe ich an die Trennscheibe, die Fahrer und Fahrgäste trennt. Das Gesicht des PJ erscheint, als die Scheibe verschwindet. "Morgen geht es nach Wales", murmle ich. "Stellen sie die Technik ein wenig um, hängen sie ein paar walisische Landkarten mit farbigen Stecknadeln an strategisch wichtigen Punkten auf und stellen sie eine Kiste Porree in den Frachtaufzug. Oh, und fahren sie in einem etwas größeren Radius durch die Stadt. Zweihundert Runden um das Haus fordern skeptische Fragen geradezu heraus." Oh, mir bleibt jetzt noch, ein paar Rechnernamen in glaubwürdiges Walisisch zu übersetzen, um etwas für die Bilthigung des Chefs zu tun (Compluthären etc.). Diese Notfallvorbereitungen sind wirklich mit Arbeit verbunden! |
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© Simon Travaglia, 28.01.1999, Übersetzung: thomas w., 2000. |
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