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| bastard operator from hell | ||
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Nach Beschwerden über seine ´beruhigenden Bässe´ sorgt der B.O.F.H. dafür, daß der Chef ihn versteht - sehr laut und deutlich ...
Der Chef kommt mit einem teigigen Gesichtsausdruck herein, was nur bedeuten kann, daß er etwas tun muß, was ihm nicht zusagt. "Ähm, ich habe eine Beschwerde über sie", murmelt er traurig. "Wirklich?" antworte ich zuvorkommend, während ich unter dem Tisch nach meinem 2er Golfschläger greife, den ich dort für spezielle Gelegenheiten aufbewahre. "Ja, ja. Aber ich bin mir nicht sicher, ob sie begründet ist." beteuert er und versucht, sich so klein wie möglich zu machen. "Wirklich?" frage ich und tausche nachdenklich das 2er gegen das 6er Eisen aus, da mir die Unterhaltung ziemlich seltsam vorkommt. "Ähm, nein. Wissen sie, es geht um eine Beschwerde über ihre Musik." "Welche Musik?" fragt der PJ. "Diese Musik etwa?" antwortet er selbst und greift mit seinen Händen in die Luft. "Diese Musik?" frage auch ich und fuchtele mit meinen Händen ebenfalls in der Luft herum, während ich meine Möglichkeiten neu überdenke. "Ja, man hat sich beschwert, daß die Musik zu laut ist." "Zu laut?" will der PJ mit skeptischem Blick wissen. "Aber wir können die Musik doch kaum hören." "Ich nutze sie zur Entspannung." murmle ich. "Sie sorgt dafür, daß ich in Notzeiten ruhig bleibe." Da nun die unausgesprochene Drohung in der Luft liegt, gibt es für den Chef nichts mehr zu tun, außer sich zu entfernen - oder sein Leben bei dem Versuch, vor einem Golfschläger zu flüchten, zu riskieren. "Ich weiß, daß sie fast nichts hören können, doch das gilt leider nicht für die Leute in der Etage unter ihnen. Wie auch immer, ich glaube auch nicht, daß sie dabei entspannen können." Also hängt er sein Leben selbst an den berühmten seidenen Faden. "Offspring ist eine sehr entspannende Gruppe." sage ich. "Ja, es ist dieser trostreiche Bass", zwitschert der PJ. "Nebenbei", füge ich hinzu, "er ist sehr leise." "NICHT IN DEM VERDAMMTEN RECHNERRAUM!" schreit der Chef und verliert endgültig die Geduld. "Nun, das mag stimmen, doch wenn wir die Musik leiser machen würden, könnten wir sie durch die schalldichte Wand ja nicht hören." "Die Leute in der Etage darunter können sie hören! Warum benutzen sie ihren CD-Spieler nicht hier?" "Das haben wir versucht, aber er ließ die Sicherungen herausfliegen, wenn wir eine Lautstärke über der Stufe 3 einstellen wollten." "DANN LEGEN SIE SICH EINE NORMALE ANLAGE ZU!" "Aber das IST eine normale Stereo-Anlage", hauche ich. "NORMAL?" "Ja, so gewöhnlich wie der Karneval in Rio." "Nun, dann ist sie nicht gut genug. Ich will, daß sie diese Musik ABSTELLEN!" Das wird nicht funktionieren. Der PJ und ich sind abhängig von diesem ´beruhigenden Bass´, der seinen Zauber auf einen Festplatten-Server ausübt, der schon längst ausgemustert sein sollte, wenn wir nicht ein dummes Management hätten, das gleichzeitig keine Ausfallzeiten und einen kostengünstigen Service fordert. Also wird es Zeit, die nächste Karte zu spielen. Ich stülpe die flugplatztauglichen Ohrenschützer über, denn ich habe aus dem Fehler des PJs gelernt. (Der arme Junge hat die Wassereinbruchdetektoren ausgelöst, als er nach dem Hochschalten der Lautstärke auf Stufe 6 seine Hosen naßgemacht hatte.) Als ich den Rechnerraum betrete, bemerke ich die Zeichen seines Irrtums - er hat den Lautstärkerregler auf Stufe 6 belassen, als er in seine eigenen Körperflüssigkeiten abstürzte UND hat den Bass-Verstärker nicht eingeschaltet. Ich stelle fest, daß das Netzteil des Verstärkers ´ein wenig heiß´ wird, wie wir Kenner uns auszudrücken belieben. Das ist nicht gut. Ich breche den Lautstärkeregler ab (der jetzt auf Stufe 11 zeigt), verdrücke mich wieder in mein Büro, wo ich gerade rechtzeitig ankomme, um den wild um sich blickenden Chef durch die Tür stürmen zu sehen. "ICH SAGTE, SIE SOLLTEN DIESEN KRAWALL LEISER STELLEN UND NICHT LAUTER!" "Ich habe versucht, die Lautstärke zu verringern", beteuere ich wahrheitsgemäß. "Doch der Regler ist dabei abgebrochen!" "Warum haben sie die Anlage dann nicht abgeschaltet?!" "Weil das Netzteil so warm war, daß ich annahm, es würde die Hitzesensoren anspringen lassen, die das giftige Feuerlöschgas auslösen." Jetzt sitzt er in der Falle. Er WEISS, daß dies ein ´tragischer Arbeitsunfall´ mit seiner Unterschrift unter dem Bericht sein wird. Und deshalb versucht er erst gar nicht, wie ein Kampfhund um sich beißen. "Nun, können sie den Strom nicht über die Sicherungen außerhalb des Rechnerraums abschalten?" fragt er. Was für ein Schwächling. "Das können wir tatsächlich versuchen!" rufe ich und renne zum Sicherungskasten. "Alle Geräte, die ihren Strom über die Deckenleitung bekommen, hängen an Sicherungen mit einer roten Markierung, also muß es eine von diesen sein." 30 Sekunden später ... "Rot? Ich dachte, es wären die blauen Sicherungen." wendet der PJ ein. Und weitere 30 Sekunden später ... "Also sind es die Sicherungen mit der gelben Markierung", schreit der Chef gegen den Mißklang der um uns herum erklingenden Alarmsirenen an, die von massiven Ausfällen künden. "Also versuchen wir es!" rufe ich und betätige einen Schalter. "Nein, das ist der alte Festplattenserver", ruft der PJ, der vor dem Fenster zum Rechnerraum steht. CLACK! "Wieder der Plattenserver." "Mein Fehler!" jammere ich unschuldig und betätige den nächsten Schalter. "Richtig. Mal sehen, was sie diesmal angerichtet haben" ruft der Chef und schiebt sich an mir vorbei in den Rechnerraum. "Ich würde nicht ..." rufe ich, doch meine Warnung kommt wohl zu spät. "Sie sehen, wo das Problem mit dieser Technik liegt", erkläre ich dem PJ am Fenster, durch das wir in den Rechnerraum blicken. "Wenn man den Strom abschaltet, wird auch der Lüfter abgeschaltet. Wenn man dagegen den Schalter am Gerät benutzt, läuft der Lüfter weiter bis das Gerät abgekühlt ist." "Also wird die Maschine heißer?" "Nun, sehen wir, welches Urteil die Richter fällen." antworte ich und deute auf einen der Hitzesensoren. Ein paar kurze gedämpfte ´Hil ... Hil ...´-Rufe später ... "Ist der Schalter zum Abstellen des Löschgases noch immer defekt?" fragt der PJ. "Nun, die Entscheidung des Richters in dieser Sache lautet ... endgültig, so wie es aussieht. Aber noch haben wir etwas Zeit für Musik." rufe ich. Natürlich, wir haben ihn herausgeholt ... irgendwann. Schließlich ist er ja noch ein Anfänger. |
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© Simon Travaglia, 02.12.1998, Übersetzung: thomas w., 2000. |
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