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| bastard operator from hell | ||
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Eine Wette und ein Besäufnis später fühlt der B.O.F.H. sich nicht ganz wohl, weil er sich auf das Teepausen-Kontinuum einließ ...
Es geht mir nicht gut. In Wirklichkeit kann ich sogar sagen, daß ich mich erbärmlich fühle. Doch da ich die mir zustehende bezahlte Krankenzeit schon während der Weltmeisterschaft aufgebraucht habe und die Erfindung eines Bombenangriffs wohl zu drastisch wäre, kämpfe ich mich an meinen Arbeitsplatz. Und wenn ich mich schon schlecht fühle, kann ich meine Kopfschmerzen auch am Arbeitsplatz pflegen. Dabei fühle ich mich schon etwas besser. Die Ursache für meinen Zustand war leicht gefunden, als ich nach dem Aufstehen die eingetrockneten Überreste von halbverdautem Kebap auf meinem Fernseher und die halbvolle Tasse Kaffee auf meinem Tisch sah. Eine vage Erinnerung tauchte in meinem Geist auf, kollidierte mit einer anderen dunklen Ahnung und verschwand wieder ... Es scheint, als könne ich mich an ein Riesenbesäufnis erinnern, das im Pub begann, der gleich neben unserem Firmengebäude liegt, und daß es das Ergebnis einer Wette war, die das Schicksal mich gewinnen ließ. Eine Wette, an der zweifellos auch der Chef in irgendeiner Weise beteiligt war - direkt oder indirekt - dessen imperialer Aufforderung, die morgendliche und die nachmittägliche Teepause sorgfältig zu beachten ich folgen sollte. Offenbar wird aber vorausgesetzt, daß wir diese Pause pro Tag nur einmal in Anspruch nehmen. Und sie soll dann auch nur 15 Minuten dauern - eine Zeitspanne, die von den Uhren der Firma und nicht durch eigene Zeitmesser überwacht wird. Ja, ich rede über eine grausame und unangebrachte Bestrafung. Natürlich konnte niemand ahnen, daß diese Anordnung wirklich durchgesetzt werden sollte - bis ein Lohnscheck über eine Summe, die niedriger war als erwartet, zeigte, daß die unautorisierten Zeitpläne, denen der PJ und ich folgten, nicht unbeobachtet geblieben waren. Ich schaffe es irgendwie, mich zur Arbeit zu schleppen, doch ich muß zugeben, daß es mich mächtig geschafft hat, die relative Sicherheit meines Büros zu erreichen. Es ist Zeit für eine Ruhepause. Ich leite Anrufe auf meine Apparate an die Netzwerkbetreuung der Firma um, die drei Häuser entfernt von uns residiert und gönne mir den wohlverdienten Schlaf. Eine Stunde später werde ich durch die Ankunft des PJs im Büro geweckt. Nun, um ganz genau zu sein, das Geräusch des durch die Tür fallenden PJ ist es, was mich weckt. Ihm geht es nicht viel besser als mir, doch ich hoffe, daß sein Gedächtnis in einem besseren Zustand als das meinige ist. Eine Hoffnung, die sich schnell verflüchtigt, als mir erklärt, er könne sich nur noch daran erinnern, daß wir die Toner aus der Faxmaschine herausgenommen und die Lämpchen für ´Toner leer´ und ´Toner entfernt´ ausgetauscht haben. Weiteres Fragen bringt nichts, als der PJ erklärt, daß er sich als nächstes daran erinnert, wie er im Kabelschacht im Hinterteil des Hauses aufwachte. Ich werde neugieriger und neugieriger ... Ich kann mich daran erinnern, daß der Anlaß wohl irgendeine größere Feier war, etwas, das man in der Computerbranche nur selten erlebt (so selten, wie die Veröffentlichung eines fehlerfreien Programms durch Microsoft). Die Aufzeichnungen der Überwachungskameras sind keine Hilfe, da sie nur zeigen, wie wir gegen 17:22 Uhr das Gebäude in ziemlich zerknautscht aussehender Kleidung in der Begleitung einiger Sekretärinnen, deren Kleidung nicht viel besser aussieht, verlassen. Da ich ein über langjährige Erfahrungen bei der Problemlösung verfügender Profi bin, folge ich der ersten Regel zur Lösung von Problemen und stelle die Frage: "Was hat sich verändert?" Meine Beobachtung zeigt, daß nicht gerade viele Leute im Haus gesund aussehen. Ich befolge die zweite Regel beim Lösen von Problemen und kehre zum Ausgangspunkt zurück - 17:22 Uhr ist viel zu spät für mich, um noch zu arbeiten. Ganz offensichtlich muß ich also etwas anderes getan haben. Ich rufe einen der menschlicheren Anwälte der Firma an, der diese Woche damit verbringt, in seiner Bar seiner Zweitbeschäftigung nachzugehen, und frage ihn, ob er sich an uns erinnert. Und schließlich schaffe ich es, ihn an seinem Handy zu erreichen. "Ja, sie haben mich gebeten, die Bar viel früher zu öffnen ..." "Wann war das?" frage ich. "Etwa 10:30 Uhr am Vormittag." Da ich zeitliche und sonstige Erinnerungen verloren habe, folgen wichtigere Fragen. "Haben wir viel ausgegeben?" frage ich mit leichter Bestürzung. "Nein, eigentlich nicht." antwortet er. "Nicht, nachdem sie darauf hingewiesen haben, daß ein Rundschreiben ihres Chefs die Verantwortung der Firma für die Getränke, die sie und die gesamte Belegschaft zwischen 10 Uhr und 11 Uhr zu sich nehmen, bekräftigt." "Und was geschah um 11 Uhr?" fragt der PJ hinter mir. "Es ist noch nicht 11 Uhr. Die Uhr zeigt 10:49 Uhr an, wobei sie wirklich ziemlich langsam zu laufen scheint. Ich habe keine Ahnung, wieso, aber es ist so ..." Ein weitere Groschen fällt, und ich kann mich verschwommen daran erinnern, daß wir die Kalibrierung des Impulsgebers für die Uhren der Firma verändert haben, um uns eine längere Teepause zu verschaffen. Anscheinend war der Hammer nicht gerade das beste Werkzeug dafür. "Sie meinen, ein Tag dauert von 10:30 bis 11:00?" schnappt der PJ nach Luft. "Ah ... zwei Tage, um genau zu sein." Ein kurzer Blick auf die unwahrscheinlich kleinen Ziffern meiner Armbanduhr bestätigt diese Version. "Verdammt! Wie hat das Management darauf reagiert?" "Nun, ihr Chef hat uns vor 16 Stun ... ich meine 6 Minuten verlassen, und er wollte in fünf Minuten zurückkommen. Die gesamte Rechtsabteilung ist hier, da sie ihren spätmorgendlichen Tee genießen wollen, und die Leute aus der Personal-Abteilung nehmen ihren Tee in Ein-Minuten-Abständen zu sich." 43 Stunden [11 Minuten] später werden der PJ, ich und einige zum harten Kern gehörende Trinker der Rechts- und der Personal-Abteilung aus dem Haus begleitet. Durch die Polizei. Ich sagte es einmal, und ich sagte es tausendmal: "SSS GEEETTT MRRRR GGGTTTT!" Und das darf zitiert werden. |
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© Simon Travaglia, 07.10.1998, Übersetzung: thomas w., 2000. |
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