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| bastard operator from hell | ||
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Der B.O.F.H. befürchtet die Ausbreitung der Heimarbeit - aber nicht für lange. Er und der PJ finden listigere Wege, um den Stand des Kontos für besondere Gelegenheiten aufzubessern ...
Es gibt Tage, an denen scheinen der PJ und ich die einzigen zu sein, die ihre Arbeitszeit im Büro verbringen. Es scheint einen Trend zu mehr Hausarbeit zu geben, was eine wirklich schlechte Nachricht für mich ist. Eine schlechte Nachricht in mehrfacher Hinsicht. Zunächst sind nun weniger Menschen im Haus, die unsere ´Bemühungen´ zur Unterstützung der Netzwerknutzer bewundern können; dies bedeutet auch, daß nun weniger potentielle Opfer bereitstehen. Weiterhin bedeutet jeder Heimarbeiter mehr, daß wir weitere 64 kBps unserer Bandbreite, mit der wir mit einen Quake-Server im amerikanischen Arm der Firma verbunden sind, hergeben müssen. Schließlich, und das ist am wichtigsten, bedeutet mehr Heimarbeit, daß mehr Nutzer uns in den Ohren liegen werden, weil sie mit ihren Einwahlverbindungen nicht zurechtkommen. Man sieht also, daß Heimarbeit mit Netzzugang schwer handhabbar ist. Sie erfordert nicht nur die Verwendung von Windows NT auf den Workstations, sondern auch die Benutzung von Modems und von Telefonanschlüssen. Sie macht es auch nötig, daß man die richtige Nummer wählt, um Zugang zum Firmennetz zu erhalten. Eine schwierige Situation, könnte man denken, wenn man einmal davon absieht, daß wir Windows NT Workstations benutzen, damit wir die Leitungen noch einfacher kappen können als ... nun, mir kommt da die Anatomie eines bestimmten weißen Wasservogels in den Sinn. Das Modem ist in die PCs schon eingebaut, also dürften die Heimarbeiter wohl kaum Probleme mit falsch verbundenen Anschlüssen haben. Und das Telefonkabel ist fest mit dem Modem verbunden, so daß sie eigentlich nicht das falsche Ende in die falsche Buchse stecken können. Und am freien Ende hängt ein großes grünes Etikett, auf dem ´In die Telefonbuchse stecken´ steht. Das Etikett ist übrigens aus Stahl, und die Einwahlnummer ist fest in die Modem-Software programmiert. Und bei zehn Prozent der Rechner stimmt sie sogar. Woran kann es also liegen, daß die Leute sich so schwer damit tun? Immerhin sind es Menschen, die lang und breit beschreiben können, wie man sich richtig auf die Toilette setzt. Die - mit Ausnahme eines altgedienten Rechnungsprüfers - wissen, welches Ende eines Kugelschreibers auf das Papier gehört. Menschen, die irgendwie diese Prüfung überstanden haben und nun große, schwere Autos mit großen, starken Motoren fahren dürfen, es aber nicht schaffen, den Stecker des Netzkabels in die einzige Dose zu stecken, in den er hineinpaßt. Neulich führte der PJ zufällig zum Beispiel das folgende Gespräch: "Ich kann mich nicht in das Netzwerk einwählen." "Wirklich? Ist das Modem angeschlossen?" "Ja, das Problem hatten wir schon gelöst, also habe ich nachgeschaut, ob es angeschlossen ist." "Konnten sie sich überhaupt schon einmal einwählen?" "Ja, das funktionierte gestern." "Haben sie etwas verändert?" "Nein." "Wirklich?" "NEIN!" "Versuchen sie es jetzt noch einmal." "Gut ... warten sie ... da steht ´kein Freizeichen´." "Wie viele Telefonleitungen haben sie in ihrer Wohnung?" "Nur eine. Wieso?" >KLICK< Aber nicht alles ist schlimm. Nutzer, die daheim arbeiten, haben auch ihre Vorteile. Zum Beispiel haben die Erbsenzähler vor einiger Zeit beschlossen, den Nutzern ihre privaten Anrufe vom Arbeitsplatz aus nicht mehr zu bezahlen. Sie haben herausgefunden, daß Menschen, die nicht ins Büro kommen, ihre Dienstapparate auch nicht benutzen können. Deshalb haben wir, der PJ und ich, uns entschlossen, ein wenig Freundlichkeit gegenüber den armen Engeln zu zeigen, die zu sensibel sind, um tägliche Änderungen zu verkraften, und haben ihnen eine kostenlose Einwahlnummer gegeben, über die sie Firmenleitungen zum Telefonieren nutzen können. Traurigerweise scheint jedoch etwas mit dem Abrechnungssystem der lokalen Telefongesellschaft schiefgegangen zu sein, denn irgendwie hat es nicht den Anschein, daß die Rechnung für diese angeblich kostenlosen Gespräche bei dem PJ und mir landen wird. Stattdessen gibt es Gerüchte, daß sich Schwierigkeiten in den Beziehungen unserer Heimarbeiter besorgniserregend verbreiten. Einige Ehefrauen sollen angeblich 800 Pfund-Telefonrechnungen voller verdächtiger Nummern gefunden haben ... Wie auch immer, der Betrag auf unserem Konto für besondere Gelegenheiten wächst um 44 Pence pro Minute (35 Pence außerhalb der Spitzenzeit). Doch nicht nur das, auch das Management scheint über die Heimarbeit und ihre Folgen nachzudenken. Sie haben sich etwas ausgedacht, daß sie variable Arbeitsplätze nennen. Dabei haben sie sich wohl gedacht, daß sie, wenn niemand im Büro sitzt, trotzdem dafür Miete zahlen. Also, so schlußfolgerten sie, sollte man jemanden in die leeren Büros setzen und Geld sparen. Natürlich ist es völlig logisch, neue Leute für 30.000 Pfund pro Jahr einzustellen, um einen leeren Büroplatz zu besetzen, der 80 Pfund Miete im Jahr kostet ... Wie auch immer, der PJ und ich erblicken durch das Fenster eine riesige Ansammlung von Lieferwagen und Leuten, die etwas in das Gebäude befördern, das verdächtig nach Trennwänden für quadratische Arbeitskabinen aussieht. Ein Verdacht kommt mir in den Sinn ... Ich wundere mich ... Es wird drei Uhr, und der PJ und ich finden, daß der richtige Moment gekommen ist, um unseren gemütlichen Beratungsraum aufzusuchen, der über einen Billardtisch verfügt und in dem dieses herrliche Bier serviert wird ... Als wir uns unseren Weg durch die verbalen und handgreiflichen Auseinandersetzungen bahnen, finden wir es amüsant, daß die Ironie des Schicksals wohl dafür gesorgt hat, daß ein eben eingestellter Programmierer mein vor fünf Jahren für das Management (das größtenteils freilich nicht mehr bei uns arbeitet oder gerade in der Rehabilitierung ist) geschriebenes Programm zur Planung der Aufteilung der Büroflächen in Arbeitskabinen gefunden hat. Aus unerfindlichen Gründen hatte es damals wohl auch nicht richtig funktioniert. |
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© Simon Travaglia, 23.09.1998, Übersetzung: thomas w., 2000. |
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