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| bastard operator from hell | ||
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Hypochondrie wütet im Büro. Doch eigentlich ist es die blanke Wut, die im Büro wütet. Bis ein herbeigerufener Psychiater alles aufklärt ...
Das Schicksal will es, daß ich mit dem Chef aneinandergerate. Ich weiß es, er weiß es, und der Rest ist eigentlich nur schmückendes Beiwerk. Natürlich ist es sein Fehler. Er hat neulich eine Sekretärin eingestellt, die unter XXXX leidet; mit anderen Worten, sie kann aus medizinischen Gründen nichts tun, was sie nicht tun will. Und wenn es nicht RSI ist, dann ist es eine Version einer bisher unbekannten und daher nicht heilbaren Grippe. Schließlich reichte es mir, und ich nahm mir den Chef vor, um ihn danach zu fragen, was er in dieser Angelegenheit zu tun gedenkt. Ein Assistent des Chefs der Personalabteilung ist natürlich eher zufällig dabei. "Nun, ich würde durchaus etwas in dieser Angelegenheit unternehmen", erklärt dieser. "Doch unser Unternehmen hat strenge Regelungen für die Behandlung von Mitarbeitern, die unter Krankheiten leiden ..." "Also wird sie bei uns bleiben?" "Es sei denn, sie würden Disziplinarmaßnahmen gegen sie vorschlagen. Aber mit welchem Vorwurf?" antwortet er. "Sie ist unfähig?" "Sie ist nicht unfähig. Sie leidet nur unter einigen schwierigen Krankheiten, die durch die Arbeit bei uns hervorgerufen wurden. Wir werden ihr Arbeitspensum verringern, um ihr die Chance zur Erholung zu geben." "Ihr Arbeitspensum verringern?! Sie tut doch schon jetzt gar nichts!" "Sie organisiert hervorragend meine Versammlungen." wirft der Chef ein. "Das kommt daher, daß ihre Hand zu sehr schmerzt, um die Details und Termine aufzuschreiben! Sie haben sich mit niemandem getroffen, seit sie bei uns ist." "Ich treffe sie, oder?" kontert der Chef selbstgefällig. An dieser Stelle wird mir einiges klarer. Offenbar ist sie Bestandteil eines Plans unseres Chefs, der vorhat, jeden Kontaktversuch seiner Untergebenen an der unfähigen Sekretärin scheitern zu lassen ... Als ich ihn verlasse, bemerkte ich ein vielsagendes Lächeln im Gesicht der betreffenden Person, die Gegenstand unserer Diskussion war. "Was er kann, kann ich schon lange!" rufe ich, als ich in unser Büro komme. Ich schiebe den PJ zur Seite und veranlasse einen Neustart aller Switches und aller Router im Gebäude. Sekunden später stürmt der Chef herein, wobei ihn seine persönliche Sekretärin begleitet. "Was geht hier vor?" "Die Router sind ausgefallen. Ich habe ´all reboot´ getippt statt mit ´all status´ ihre Verfügbarkeit zu kontrollieren. Ich leide wohl unter einer Schreibstörung!" "Nun, dann fahren sie sie wieder hoch!" schreit er und hat nur den ihn in der nächsten Managerversammlung bedrohenden Ärger im Auge ... "Ja, das würde ich gern tun, aber ich leide auch unter Aufmerksamkeitsproble ... Oh! Sehen sie, ein grünes Handy! Ist das neu?" Der Chef geht zum PJ und fordert ihn auf, das Netzwerk wieder zu starten. Als die ersten ahnungslosen Schäfchen sich den Weg zu uns freigekämpf haben, ist der Startvorgang gerade abgeschlossen, und der PJ befolgt die Anweisungen des Chefs und kündigt einen sechzigminütigen Test unserer Unterbrechungsfreien Stromversorgung (USV) in fünf Minuten an - wobei 60 Minuten genau 23 mehr sind, als es die Spezifikation des Herstellers beschreibt. "Oh nein!" rufe ich. "Tastaturwahnsinn!" "Wovon sprechen sie?!" schreit der Chef. "Tastaturwahnsinn! Wie bei Leuten, die im Verkehr durchdrehen, nur viel schlimmer! Aber das ist nicht sein Fehler, dieses Verhalten wird nur durch die enorme psychische Belastung am Arbeitsplatz hervorgerufen! Er war heute auch schon bei dem Doktor, der auch meine Aufmerks ... Na sowas! dieser Bürosessel funktioniert wirklich hervorragend! Das müssen sie sich anschauen!" "Ich will, daß sie den USV-Test anhalten!" ruft der Chef. "Bitte schreien sie nicht so laut", schniefe ich. "Meine Schreibstörung wird unter Druck nur schlimmer. Sehen sie, was sie angerichtet haben! Jetzt habe ich den Test des Feueralarms abgeschaltet ohne es zu wollen!" In der Zwischenzeit bearbeitet der PJ seine Tastatur in einer sehr überzeugenden Art und Weise, während unsere beiden Besucher zur Tür flüchten. "Seien sie vorsichtig!" rufe ich. "Ich kann mich nicht erinnern, ob ich die Fahrstühle eingeschaltet oder abgestellt habe, und wenn ich es getan habe - Ohhh, ist das ein Anzug von Armani?!" Am nächsten Tag sitzen der PJ und ich mit unserem Chef beim Leiter der Personalabteilung, wo sich auch unser Abteilungsleiter zu uns gesellt. Ein leises Klopfen an der Tür kündigt unseren persönlichen psychiatrischen Beistand an. "Oh, ich glaube, sie kennen unseren persönlichen Psychiater noch nicht. Das ist Doktor Brian Analpeeper - Doktor des Psychologie mit dem speziellen Fachgebiet ´Abnormales Verhalten´ von der Bognor Regis Universität." "Guten Morgen, meine Herren." beginnt Brian. "Ich habe hier die Diagnosen des Zustandes meiner Patienten. Und ich muß sagen, sie leiden wirklich stark darunter, daß ihre Überichs ihre Gedanken über aktuelle Personalentscheidungen nicht ausdrücken dürfen ..." Brian beschreibt dann, daß unser gestriges Verhalten beim Strom- und Systemausfall nur eine Folge davon ist, daß wir wegen einer unfähigen Sekretärin keinen Termin beim Chef bekamen. "Die beiden sind doch nur Faulpelze, die die Firma auspressen wollen." kommentiert der Chef wütend. "Ich glaube, daß ich nach diesem Vorwurf mit meinen Patienten allein reden muß, um herauszufinden, ob ihr Kommentar ihrer angegriffenen Psyche geschadet hat." "Was zum Teufel geht hier eigentlich vor?!" "Meine Patienten sind sensible Menschen. Wer weiß, was ihr Vorwurf in ihrer Psyche angerichtet hat. Dieses Treffen kann eine ganze Reihe neuer Probleme ausgelöst haben, könnte neue Schwierigkeiten verursachen, die aus der fortgesetzten Unterdrückung ihrer Untergebenen resultieren." "Was?!" schreit der Chef, nahe daran, vor Wut zu zerplatzen. "Warten sie", unterbricht ihn der Personalchef, der eine ausweglose Situation erkennt, wenn sie eintritt. "Wir werden sie versetzen." "Zum Briefmarkenanlecken in der Post-Abteilung?" frage ich bissig. "Wir haben eine Frankiermaschine", kommentiert der Chef trocken. "Nicht mehr lange", erwidert der PJ. "Ich glaube, ich fühle einen Anflug von Frankierwahnsinn in mir aufsteigen." "Eine interessante Manifestation eines Traumas", kommentiert Brian. "Nun, ich sehe keinen Grund, länger zu bleiben." "Sie Bastard!" knurrt der Chef, bevor er laut aufschreit, weil Brians Aktenkoffer ihm die Hand bricht. "Entschuldigung", erklärt Brian. "Ich bin gerade dabei, mich von meinem Aktenkofferwahnsinn zu erholen." Es ist schon beeindruckend, was Psychiater herausfinden, wenn man ihnen nur genug bezahlt ... |
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© Simon Travaglia, 16.09.1998, Übersetzung: thomas w., 2000. |
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