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| bastard operator from hell | ||
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Der B.O.F.H. und der PJ nehmen an einer ´langweiligen´ Versammlung teil, bei der alle in Schweiß ausbrechen, und der Chef muß für die Ideen überhitzter Aktionäre büßen ...
Der PJ und ich wurden gezwungen, an einer Aktionärsversammlung teilzunehmen, damit wie einspringen können, falls dem Chef schwierige technische Fragen gestellt werden, die er nicht beantworten kann (Beispielsweise: "Wo ist die Leertaste?"). Es gibt Wein und Knabbergebäck, damit die Aktionäre in guter Stimmung sind, damit sie die Dinge so sehen werden wie das gegenwärtige Management. "Hmm, ein 89er Cabernet Sauvignon, wenn ich mich nicht irre", höre ich einen Anzugträger der alten Schule zu meiner Linken sagen. "Ich glaube, es ist eher der 90er Jahrgang." gluckst sein Gesprächspartner wissend. "Wirklich?" platzt der PJ heraus. "Ich dachte, es war ein 88er Ford Grenada - die Ghia-Version mit Ledersitzen und der Holzverkleidung!" Man muß ihm verzeihen - er wird immer etwas unausstehlich, wenn er mehr als eine Stunde lang an einem solchen Treffen teilnehmen muß. Ich selbst werde auch schon etwas nervös ... Ich ziehe ihn von den Leuten weg und kümmerte mich gleichzeitig um die Klimaanlage (dank eines kleinen Senders, der in meinem persönlichen De-Organizer untergebracht ist). Innerhalb von zehn Minuten erhitzt sich das Gebäude und die menschliche Zurückhaltung der Aktionäre löst sich in Schweiß auf, während alle Versuche, die Klimaanlage wieder unter Kontrolle zu bringen, scheitern. (Aber das ist eben der Preis, den man zahlen muß, wenn man noch immer das Passwort für die Fernsteuerung nutzt, mit dem die Anlage ausgeliefert wurde.) Nach ein paar geflüsterten Gesprächen mit den Leuten vom Catering stimmt der Geschäftsführer allem zu, was die Aktionäre davon abhalten wird, wirklich unangenehm zu werden. Und wie es der Zufall will, finden wir 12 Kästen Bier, die im Kühlschrank auf die Siegesfeier des Yacht-Clubs der Firma warten ... Zwölf Kästen eiskaltes Bier später entwickelt sich die Aktionärsversammlung zu einem lustigen Beisammensein. Großzügig gestimmt haben die Aktionäre von der Geschäftsführung verlangt, die Löhne für alle Angestellten zu erhöhen - mit sofortiger Wirkung. Und da man das Eisen schmieden muß, solange es heiß ist, habe ich sie auch noch dazu gebracht, daß mir 100 "dringend benötigte neue PCs" mit "allem Zubehör" genehmigt werden. Der Chef, bekannt dafür, daß er nach einem Bier normalerweise zusammenklappt, verteilt Fotokopien seines Hinterns - zum Glück hat er noch seine Unterhosen an. Der Wachdienst wird vom ´Weitsprung-Wettberb´ alarmiert. (Ein Bürostuhl mit Rollen wird mit aller Kraft über eine geneigte Rampe - ein langer Tisch, dem an einem Ende die Tischbeine abgebrochen wurden - nach oben gestoßen.) Ein ´herrenloser Bürostuhl´ widerstand nach seinem fulminanten Start den Versuchen zweier Fenster, ihn zu stoppen - einem Fenster im Beratungszimmer und einem Fenster in einem unten abgestellten Taxi. Am nächsten Tag brodelt die Gerüchteküche - alle wissen, wem sie die Lohnerhöhung zu verdanken haben. Der PJ und ich fühlen uns wie Robin Hood und nehmen voller Bescheidenheit die Danksagungen entgegen. Lao Tsu wäre stolz auf uns. Doch unser Ruhm hält freilich nicht lange an, da es eine Notfall-Versammlung der Aktionäre gibt, die die Fehler der vergangenen Nacht wieder berichtigt. Das ist schlimm. Die Annullierungen kommen schnell herein, und wir kommen gerade rechtzeitig, um zu sehen, wie unser Plan zur Anschaffung neuer Technik in den Fluten versinkt. "Ah", werfe ich ein, als dieser Punkt angesprochen wird. "Das ist jetzt vielleicht kein guter Zeitpunkt, doch ich habe die genehmigten Rechner schon in der Nacht bestellt." "Dann machen sie die Bestellung eben wieder rückgängig!" rät eine Stimme. "Dann müssen wir eine Vertragsstrafe von 10 Prozent zahlen ..." Zehn Prozent sind weniger als hundert Prozent Verlust, also werden wir beauftragt, die Bestellung rückgängig zu machen. "Aber sie haben doch noch gar nichts bestellt!" platzt der PJ heraus, der genau weiß, daß das einzige, was ich in der vergangenen Nacht noch geregelt habe, ein Disput mit der Drehtür war, die mich auf dem Weg zum Taxi aufhielt. "Nein, nein, aber wenn ich 10 Rechner bestelle, die auf der Rechnung als ´Vertragsstrafe für Vertragsrücktritt´ deklariert sind und nach Wales geliefert werden ..." "Oh!" ruft der PJ. "Das Weltweite Virtuelle Bastard Netzwerk rückt näher!" "Was für ein Weltweites Virtuelles Bastard Netzwerk?" fragt der Chef und erscheint im Büro. "Weltweites Virtuelles Bastard Netzwerk?" frage ich unschuldig. "Ja ... über das sie gerade sprachen." "Oh, sie meinen das Weltweite Virtuelle Bargeldkarten Netzwerk?" frage ich und klammere mich an den erstbesten Strohhalm. "Für ... elektronischen Handel?" "Nein, ich denke, daß ich es richtig verstanden habe. Sie haben diese neuen Rechner für ein globales Netzwerk nach ihren eigenen Vorstellungen bestellt. Ich glaube, die Aktionäre werden sich sehr dafür interessieren." Ich bin schockiert. Der Chef, der normalerweise kaum zwei und zwei zusammenzählen kann ohne auf eine Zahl unter 22 zu kommen, hat den Nagel auf den Kopf getroffen. Er weiß zuviel. Während ich an meinem De-Organizer herumfummle, fordert der Chef den PJ auf, sich vom Netz abzumelden und uns in das Beratungszimmer der Geschäftsleitung zu begleiten. Um klaustrophobischen Anfällen vorzubeugen, empfehle ich die Treppen für den Weg nach oben. Zehn Minuten und drei Etagen später keucht der Chef und verlangt vor dem Beratungszimmer eine Pause. Er hat wohl sein Asthmaspray verloren, das die Treppen nach unten fiel, als der PJ ihn unglücklich anstieß. Wir öffnen die Tür und betreten den Raum. "Sie schickt der Himmel!" keucht jemand, als die Hitzewelle uns trifft. "Die Tür konnte nicht von innen geöffnet werden und die Klimaanlage ist schon wieder ausgefallen. Schließen sie die Tür ja nicht, wenn ihnen ihr Leben lieb ist!" Zwölf Ersatzkästen Bier später sind wir noch immer eingesperrt und begutachten das Loch im Fenster, das der Chef bei seinem Versuch, den ´Weitsprung´-Wettbewerb zu gewinnen, hinterließ. Gut, man könnte einwenden, daß es ihm bestimmt nicht gepaßt hat, an den Stuhl gefesselt zu werden, aber ich kann beschwören, daß er erfreut genug war, um über die ganze Zeit ein leises "Wheeeee" von sich zu geben ... Und natürlich kam er in den Genuß eines ganz besonderen Ritts auf einem Taxi ... |
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© Simon Travaglia, 22.07.1998, Übersetzung: thomas w., 2000. |
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