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| bastard operator from hell | ||
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Eine neue Kollegin namens Sharon, eine verbesserte Sicherheitsausrüstung und ein GPS-Sender sorgen dafür, daß der B.O.F.H. den Sonnenuntergang bei Tequila genießen kann ...
"Ja, wir kennen uns schon", erklärt die neue Kollegin, als sie zusammen mit dem Chef unser Büro betritt. "Wir haben uns auf der Veranstaltung zum Jahr 2000-Problem in der vergangenen Woche kennengelernt. Können sie sich nicht daran erinnern? Sie habe ich doch beim Mittagessen kennengelernt." "Mein Erinnerungsvermögen an bestimmte Ereignisse ist ... ein wenig schlecht." murmelt der Chef. "Ja", unterbreche ich ihn. "Bedauerlicherweise wurde er anscheinend von einem wütenden Taxifahrer angegriffen, nachdem sich zwei Biere, ein Teller Chips und ein Fisch-Milchshake auf dem Beifahrersitz wiederfanden, nachdem sie sich im Magen des Chefs aufgehalten hatten." "Sei es wie es sei", ruft der Chef und will die Herrschaft über das Gespräch wieder an sich reißen. "Sharon hat angerufen und uns angeboten, unsere Systeme auf potentielle Risiken zu untersuchen - sie wissen schon, die Haftung der Firma, Software und Hardware-Fehler, die zu Verletzungen oder anderen Unfällen führen können, die Sicherheit insgesamt und so weiter." Wie nett von ihr. "Wie auch immer", fährt der Chef fort. "Ich bin sicher, sie werden Sharon bei allem unterstützen, was sie tut. Für uns wird es Zeit, den IT-Chef zu besuchen." Der Chef und unsere neue Sicherheitsberaterin verlassen das Büro in Richtung des Büro des IT-Chefs, während der PJ herbeiflitzt. "Was hat das zu bedeuten?" fragt er und erinnert sich daran, welche Rolle der Chef dabei gespielt hat, mich und Sharon auseinanderzubringen. Dank seines Verhaltens wird es mich einige Anstrengungen kosten, Sharon wieder etwas näher zu kommen. "Ich bin mir nicht sicher", antworte ich. "Aber ich denke, es bedeutet Ärger." Am nächsten Tag wird die Wahrheit meiner Vermutung bewiesen, denn Sharons Analyse der Liste der Arbeitsunfälle markiert geradezu blutig, daß die System- und Netzwerk-Betreuung ein sehr gefährliches Terrain ist. "Diese Vorfälle hätten sich mit entsprechenden Detektoren vermeiden lassen", ruft sie und findet die größte Fehlerursache heraus, die schon mehr als einen Ingenieur erst in den Kabelschacht fallen und dann bei der Sanitäterin aufwachen ließ. (Während der PJ und ich seine Ausrüstung durchwühlten.) "Ah, nein, wir benutzten einen anderen Detektor für Löcher im Boden", sage ich und deute auf ein Strommeßgerät auf dem Tisch. "Fäkalien und Urin - wenn jemand die Kontrolle über seine Körperfunktionen verliert, wird der Strom unterbrochen." "Das ist doch lächerlich", ruft Sharon. "Aber davon abgesehen - sie können das doch niemals testen." "Ich teste es jeden Monat." ruft der PJ entrüstet. "Das tut er wirklich." stimme ich ihm zu. "Er ißt eine Schüssel Bohnen und dann testet er das Meßgerät, wenn seine Verdauung dazu bereit ist." Da sie dieses Thema nicht weiter vertiefen will, verschwindet Sharon, um herauszufinden, weshalb der Warenaufzug in der 6. Etage wartete, während der PJ in der 5. Etage einen Wagen voller Nutzer-Technik durch die geöffneten Türen des Aufzugs rollen ließ. Ich könnte ihr sagen, daß das unsere Standardprozedur ist, um den Chef davon abzubringen, unsere Dienste als Umzugshelfer anzubieten, statt etwas über PLU-Controller zu murmeln, die von Nägeln in der Wand beeinflußt werden. Am Ende des Tages ist Sharon zu den von mir gewünschten Schlußfolgerungen gekommen - unsere Ausrüstung braucht eine Verbesserung der Sicherheitsmaßnahmen. Diese Erkenntnis, die noch kombiniert wird mit ein paar Hochglanzmagazinen über ´Systemsicherheit´, die der Chef in seinem Briefkasten gefunden hat (die die Vorteile einer ganz bestimmten amerikanischen Firma hervorheben), ist für den Chef mehr als ein Wink mit dem Zaunspfahl. "Ich glaube nicht, daß wir das alles benötigen", erklärt Sharon, nachdem sie den Plan des Chefs gehört hat. "All das, was wir brauchen, finden wir auch hier." "Wir sollten alle Optionen betrachten", ruft der Chef, der nicht geneigt ist, auf eine Vergnügungsreise in die USA zu verzichten. Plangemäß versucht er, unsere Zustimmung zu seinen Vorstellungen zu gewinnen, indem er uns alle zu dieser Reise einlädt, um ´alle technischen Bereiche abzudecken´. Und der Chef weiß es schließlich am besten. Das Flugzeug hebt ab, und der PJ und ich machen uns ASAP über die Drinks her, während Sharon in die Business-Class geht, um dem Chef weitere Gefallen zu tun. "Ich verstehe das nicht", sagt der PJ. "Wieso?" erwidere ich. "Wenn sie etwas haben wollen, dann ist es immer gut, wenn sie dafür sorgen, daß jemand anderes es ´aus technischen Gründen´ fordert, denn dann sieht es legitimer aus, als wenn sie es selbst gefordert hätten. Handys, Laptop, wünschen sie sich etwas!" "Was werden wir tun, wenn wir angekommen sind?" "Ich habe vor, Tequila in einer Strandbar zu trinken." "Ich glaube nicht, daß es in Ohio Strände gibt." "Ohio?" rufe ich. "Wir fliegen nicht nach Ohio. Nicht nach der Entführung." "Sie wollen das Flugzeug entführen?" flüstert der PJ. "Das können sie doch nicht tun!" "Natürlich." "Aber ..." "Oh, keine Angst, Waffen werden wir nicht brauchen. Nur den ersten Titel dieser CD", sage ich leise und deute auf meinen tragbaren CD-Spieler. "Das ist ein CD-Spieler!" "Scheinbar, ja, aber es ist auch ein ... ein kleiner GPS-Sender." "Sie wollen das Navigationssystem des Flugzeugs manipulieren?" "Ich ziehe die Bezeichnung ´kleine Berichtigung des Kurses´ vor. Dieses kleine Gerät wird in Kürze damit beginnen, Signale auszusenden, um so langsam aber sicher den Kurs zu verändern, denn sonst würde der Pilot etwas merken." "Damit kommen sie nicht durch!" flüstert der PJ ängstlich. "Natürlich. Habe ich sie jemals belogen?" "Oh, in der vergangenen Woche sagten sie, daß sie den Strom abgeschaltet hätten, als ich die Sicherungen austauschen wollte. Und in der Woche davor sagten sie mir, daß alle Abdeckplatten auf dem Kabelschacht von innen Griffe hätten, so daß es völlig in Ordnung sei, sie von innen zu schließen." "Ich habe sie doch wieder herausgeholt, oder?" "Nachdem sie all das Bier getrunken hatten, das ich im Schrank des Chefs fand." Und so kommt es, daß ich in Südamerika an einer Bar sitze und Tequilas trinke, während der Chef versucht, uns einen Rückflug in die Zivilisation zu organisieren. Und Dank meiner selbstlosen Bemühungen, bei der Rettung des Flugzeugs zu helfen, nachdem der Treibstoff knapp wurde, ist Sharon nun meine neue beste Freundin. |
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© Simon Travaglia, 24.06.1998, Übersetzung: thomas w., 2000. |
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