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| bastard operator from hell | ||
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Die Rechnung für die LAGER sollte keine Probleme bereiten, doch ein verräterischer Erbsenzähler veranstaltet eine Rechnungsprüfung ...
Man sollte es nicht glauben, aber ich habe nun schon zehnmal in diesem Monat Toner in einem unserer 44 Zoll-Drucker nachgefüllt! Und das GEHT MIR WIRKLICH AUF DIE NERVEN! Da es sich dabei immer um die rote Farbe handelt, kann dies nur eins bedeuten - jemand tapeziert sein Schlafzimmer mit Pornobildchen. Natürlich ist es nicht schwer, den Schuldigen zu finden, wenn ich mir in den Protokolldateien anschaue, wer wann Druckaufträge losgeschickt hat. Allerdings reicht allein die Tatsache, daß jemand einen geradezu besorgniserregenden Verbrauch roter Farbe verursacht, noch nicht aus, ihn zu erpressen. Bis auf diesen Heimlichtuer aus der Design-Abteilung, der seine Zwergenfetisch-Bilder NIEMALS am Tag ausdruckt. Und wer nur nachts den Drucker benutzt, kann einfach nicht mit meinem Verständnis rechnen. Und so sieht die Netzwerk-Lager-Kasse, LZ9030-NSAXBK-002 ("Laufende Zuwendungen, Kostenstelle 9030, Nicht-Standard-Ausgaben, Beschaffung, Konto 2") in der Sprache der Erbsenzähler, in dieser Woche besonders gesund aus. Es ist einfacher, erpreßtes Geld durch das System der Buchhaltung zu transferieren - das Opfer wehrt sich auch nicht so heftig, wenn es nicht um sein persönliches Geld, sondern das der Abteilung geht ... Ja, die Lager-Kasse sieht so gesund aus, daß es Zeit wird, für den nächsten Freitag ´Ausrüstung einzukaufen´, damit die Erbsenzähler nicht auf das Konto aufmerksam werden ... Eine Rechnung trudelt ein, und ich gehe mit ihr zum Chef, um sie von ihm unterschreiben zu lassen, da der PJ gerade nicht da ist. "Wofür ist diese Rechnung?" "Ach, das ist die Rechnung für eine neue ... Licensing Attribute Geopositional Accounting Receipt-Software - LAGER, um es kurz zu sagen." <KLICK> "Ein neues System. Gute Sache. Hier haben sie die Unterschrift. Oh, warten sie ... sind sie sicher, daß diese Zahl stimmt? Nur 270 Pfund?" Die Aussicht auf hundert weitere Biere für den versammelten Bastard-Club stimmt mich froh, und um jeden Verdacht abzuwenden, entschließe ich mich, die geistigen Anstrengungen des Chefs zu erleichtern. "ZWEIhundertsiebzig Pfund!?!" schreie ich auf. "Mein Irrtum - das sollte FÜNFhundertsiebzig Pfund heißen." Ich nehme mir vor, ein Taxi für die Heimfahrt zu bestellen, bevor ich in die Kneipe gehe, da ich vermutlich nicht in der Lage sein werde, mein Handy zu bedienen, nachdem ich meinen Anteil der ´Software´ getrunken habe. Ich schicke die Rechnung an die Erbsenzähler und rufe meine B.O.F.H.-Freunde an. Doch irgendein unerfahrener und junger Erbsenzähler will mehr zu der Rechnung wissen, da ´Blue Posts´ nicht zu unseren normalen Softwarelieferanten gehört. Das an sich ist nicht das Problem, da ich vor Jahren ohnehin die meisten Programme, die wir eingekauft haben, über eine Kneipe bestellte und liefern ließ. Das wirkliche Problem besteht darin, daß ein anderer verräterischer Erbsenzähler, der mir einige Gefallen für das Verschwindenlassen eines Videos, das ihn und eine junge Sekretärin zeigte, schuldet, angeordnet hat, daß das Lager-Konto überprüft wird. Beunruhigend daran ist, daß er einen externen Berater zu diesem Zweck angestellt hat, der uns überprüfen soll ... Ich rufe den PJ an und informiere ihn. Er taucht unter und trifft sich beim Mittagessen mit einem Freund, der daraufhin einen anonymen Drohanruf tätigt. Und wo er schon dabei ist, bestellt er für uns auch eine Pizza, mit der wir die Langeweile während das Tee-Nachmittags bekämpfen können. Die Sicherheitsleute - gelangweilt von der monatelangen Ruhe - reagieren mit Eifer auf den Drohanruf. Türen, die monatelang geöffnet waren, werden geschlossen, die Betriebsausweise werden kontrolliert und Durchsuchungen des Gebäudes organisiert. Alles scheint normal zu sein. Mit Interesse beobachte ich, wie der Chef der Erbsenzähler sich mit einem Anzugträger trifft. Sie nehmen leider nicht den Fahrstuhl, um in die Erbsenzähler-Etage zu gelangen, sondern die Treppe ... Jetzt muß ich nur noch abwarten. Der Transporter der Firma, bei der wir Sicherheitskopien lagern, taucht rechtzeitig auf, und ganz sicher bringt er die Bänder mit den Kopien der Datenbank der Erbsenzähler, die deren eigener Rechnerspezialist nach dem Ausfall von gleich drei Platten seiner RAID-Maschine (Was für ein seltenes Ereignis!) angefordert hat. Die Datenverluste müssen enorm sein - aber das würde natürlich kein Erbsenzähler zugeben. Die Bänder mit den Daten, die von einer mißtrauischen Person in der Erbsenzähler-Abteilung angefertigt wurden (was ein Glücksfall ist, da unsere eigenen Bänder unter ungeklärten Umständen bei unserem Partner für die Aufbewahrung der Sicherheitskopien verschwunden sind), werden von den Sicherheitsleuten durchgelassen und über die Treppe nach oben gebracht. Die Lieferung unserer Pizza verursacht eine kleine Aufregung unter den Sicherheitsleuten, doch die Metalldetektoren bleiben stumm, also schicken sie den Lieferanten ebenfalls zu den Erbsenzählern, wo wir sie in Empfang nehmen wollen. "Da stimmt etwas nicht." sagt der Anzugträger zum Chef der Erbsenzähler, als wir uns zu ihnen gesellen. "Die Bänder sind irgendwie in den Laufwerken verklemmt!" "Dann nehmen sie das andere Laufwerk!" ruft der Erbsenzähler und bemerkt uns. "Das habe ich getan - es klemmt!" Verärgert durch die scheinbar vorübergehende Verzögerung schenkt der oberste Erbsenzähler uns seine Aufmerksamkeit. "Was wollen sie denn hier?" "Wir nehmen nur eine Lieferung entgegen." antworte ich, als unsere Pizza gebracht wird. "VERDAMMT!!" schreit der PJ überzeugend. "Das ist ja heiß wie ein Feuer!!" "Oh nein!" seufze ich. "Sagen sie mir nicht, daß der Röntgen-Scanner für Pakete wieder im Einsatz ist! Beim letzten Einsatz dieses Dings haben wir eine ganze Kiste mit ... NEIN, SAGEN SIE NICHT, DASS IHRE BÄNDER DURCH DEN SCANNER GINGEN!" [Später in dieser Woche ...] "UURGGLE MURG HURGRLE", keuche ich. "Natürlich, das ist doch in der Nähe des Sloane Square, oder?" fragt der Taxifahrer und reicht mir einen Eimer nach hinten. "Unnnn!" antworte ich und verabschiede mich in ein durch Lager verursachtes Koma. |
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© Simon Travaglia, 20.05.1998, Übersetzung: thomas w., 2000. |
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