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| bastard operator from hell | ||
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Der PJ zeigt besorgniserregende Zeichen von Computer-Fanatismus - eine Brille mit dicken Gläsern und einen sprießenden Bart - kann er gerettet werden?
Es ist eine ziemlich hektische Zeit. Der Chef ist im Erholungsurlaub - offenbar ist er in der vergangenen Woche auf die Harley-Street gestolpert, als der PJ ihn zu einem Spezialisten bringen wollte. Aber irgendwie hat er es noch geschafft, sich auf die einzige Verkehrsinsel zu retten, nachdem er von ein paar Autos ´angerempelt´ wurde ... Nun, Glück im Unglück ... Der PJ ist vorgeblich ebenfalls im Urlaub - aber in Wirklichkeit hatte er einen Rückfall. Anscheinend hat er sich in einem Internet-Café mit 10 Kisten voller Mars-Riegel, drei Kisten Coke und einem Exemplar von Steven´s ´Netzwerk-Programmierung unter Unix´ verbarrikadiert. Als sie es schließlich schafften, sich zu ihm durchzukämpfen, trug er dicke Brillengläser und einen sprießenden Bart. Der Seelenklempner hat ihm für ein paar Tage computerfreie Bettruhe verordnet, die vervollständigt wird durch verdächtig hohe Dosen eines Beruhigungsmittels, um ihm den Teufel auszutreiben. Und, als hätte ich es nicht geahnt, immer dann, wenn nicht genügend Arbeitskräfte da sind, schaffen es ein paar Anrufer zu mir durchzudringen - zwei am ersten und drei am zweiten Tag. Ich vermute, daß die Nutzerbetreuung dafür verantwortlich ist, denn der Chef ist ja nicht da, um Öl ins Feuer zu gießen ... Seufz. "Hallo?" "Hallo, System- und Netzwerkbetreuung." "Mein Computer gibt komische Schleifgeräusche von sich. Sie scheinen von dort zu kommen, wo das Netzkabel angeschlossen ist." Hm, was würde Lassie wohl tun? "In der Nähe des Lüfters?" "Ja, ich vermute, daß es von dort kommt, aber ich weiß es nicht genau." "Nun, dann nehmen sie einen Stift und schieben ihn in einen der Lüfterschlitze." >KRACH< "Sehen sie!" "Interessant! Jetzt ist es still. Wo ich sie gerade am Telefon habe - manchmal startet mein PC mit Speicherfehlern, und der Techniker meint, daß es ein Problem mit der Halterung der SIMMs geben könnte. Kann das stimmen?" "Ja", gluckse ich. "Natürlich. Das ist eine der bekanntesten Ursachen für Speicherfehler. Wir hatten schon ein paar davon in dieser Woche. Wegen ..." >BLÄTTERBLÄTTER< Ich liebe den Ausredenkalender ... DUMMY-MODUS EIN! "Oh. Was kann man da machen?" "Nun, sie können natürlich auf den Techniker warten, aber wenn sie es eilig haben, könnte ich ihnen eine andere Lösung empfehlen." "Ja. Wie geht das?" "Sie wissen doch, wie die Speicherchips aussehen?" "Die langen schmalen Streifen, die in das Motherboard gesteckt werden?" "Ja, genau. Ziehen sie sie heraus. Und machen sie sich keine Sorgen, wenn dabei die Plastikhalter kaputtgehen, die dienen ohnehin nur zu Transportzwecken." "Hmm ... Gemacht." "Und jetzt wickeln sie die Chips in Silberfolie ein, um mögliche Kapazitätsunterschiede auszugleichen ... Und dann stecken sie die Chips wieder in das Motherboard." "In Ordnung ..." "Dann schalten sie den Rechner wieder ein und lassen ihn über die Nacht laufen." "Wird gemacht ..." "Oh, und vergessen sie nicht den Stift." "In Ordnung. Danke." "Keine Ursache." Als ich am nächsten Tag zur Arbeit kommen, klingelt schon das Telefon. "Hallo?" Die Stimme am anderen Ende beginnt, über ein Feuer, die Gesundheit und die Sicherheit am Arbeitsplatz zu plappern, doch meine Aufmerksamkeit wird durch die Rückkehr des PJ abgelenkt. Die Behandlung war offenbar erfolgreich, wenn man seine Interessenlosigkeit gegenüber seiner Umgebung betrachtet. In der Zwischenzeit hat die Stimme am Telefon aufgehört zu reden, so daß ich mit einem: "Ich kümmere mich darum!" antworten kann und auflege. Um den PJ wieder für die Arbeit zu begeistern, lasse ich ihn fünf doppelte Espressos trinken, begleite ihn nach unten in den Pub und mache ihn mit ein paar Bierchen und Kebab scharf. Geschafft! Ich setze ihn auf den heißen Stuhl und gebe ihm den Telefonhörer. "Hallo?" antwortet er auf den ersten Anruf, der ihn erreicht. Dem Geschrei nach zu urteilen, ist mein Anrufer vom Morgen am anderen Ende, der offensichtlich verärgert über die vierstündige Teepause ist, die ich ihm verschafft habe. "Ja." antwortet der PJ. "Wir waren unterwegs, um uns um die Auswirkungen der ..." >BLÄTTERBLÄTTER< Klingt nach einer erfolgreichen Therapie! "Wir hatten deshalb einige Schwierigkeiten. Die Drucker haben nicht gedruckt, Dateien verschwanden von den Festplatten ... Oh, bei ihnen auch? Dann sind sie wohl auch betroffen ... Hmm, ich weiß nicht recht, ob ich sie auf den Techniker warten lassen soll oder, warten sie, vielleicht können sie sich auch selbst darum kümmern ... Schalten sie den Rechner erst einmal ab. Gut, und jetzt öffnen sie das Gehäuse. Um die entropischen Interferenzen zu beseitigen, müssen sie nun einfach ... Keine Ursache, ich helfe doch gern." "Lust auf ein Bier?" fragt der PJ hoffnungsvoll und greift sich seinen Mantel. "Wir haben nur noch 15 Minuten bis zum Feueralarm ..." In der Sprache der Systembetreuer würde man wohl sagen, daß wir ein Dialogfenster der Hoffnung sahen und draufgeklickt haben ... |
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© Simon Travaglia, 06.05.1998, Übersetzung: thomas w., 2000. |
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