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| bastard operator from hell | ||
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Während der PJ mit der Tunnel-Arbeit beschäftigt ist, kümmert sich der B.O.F.H. um das E-Mail-System und leitet Beschwerden an Telefonsexnummern weiter ...
Es ist ein langweiliger Morgen in der Netzwerkzentrale, so daß ich die Zeit damit totschlage, den PJ damit zu beschäftigen, die Kabel in den Kabelschächten zu prüfen. Natürlich ist das eine nicht besonders angenehme und ziemlich beengte Arbeit, doch das wird ihm einen weiteren Einblick in die Welt der Netzwerke geben. Und es wird ihm dabei helfen, sich daran zu erinnern, daß "Finger weg von meinem Laptop" genau das bedeutet. Die Anrufe kommen an diesem Morgen schnell und reichlich, und ohne den PJ muß ich mich um sie kümmern. Die Nutzer-Betreuung hat unsere Nummer an jeden herausgegeben, der wichtig sein könnte. Und seitdem der Chef die Nummer in der Vermittlungseinheit fest einprogrammiert hat, funktioniert auch der sonst übliche tägliche Wechsel der Nummer nicht mehr. Nach ein paar Anrufen erkenne ich den Trend, daß alle Anrufe auf eine Beschwerde hinauslaufen, so daß ich alle weiteren Anrufe auf die Nummer eines Telefonsexanbieters weiterleite - ich weiß ja nun, worum es geht. Dann schicke ich eine E-Mail an die Erbsenzähler, in der ich sie darauf aufmerksam mache, daß der Mißbrauch der Firmentelefone beängstigend ansteigt und sie sich vielleicht darum kümmern sollten. Doch anders als in der guten alten Postkutschenzeit wird meine Nachricht nicht zugestellt. Sie werden eigentlich nie mehr zugestellt, seitdem unsere Vorgänger in der Systembetreuung den E-Mail-Server mit einer neuen ´phantastischen´ Software aufgerüstet haben, die beinahe alles kann, außer einen roten Kußmund an das Ende privater E-Mails anzuhängen. Alles, außer meine Nachrichten zu befördern. Ich mache den Chef einmal mehr auf die vielen Mängel der Software aufmerksam, doch er weicht mir nur aus. "Nun, die E-Mail-Software hat uns ziemlich viel gekostet. Und davon abgesehen, unsere Terminverwaltungsprogramme sind in sie integriert!" Und so kommt es, daß der Chef ein paar Tage später seine Handbuch-Bibliothek auf der Suche nach der Bedienungsanleitung für sein E-Mail-Programm durchsucht, als der PJ mich bei meiner hingebungsvollen Arbeit mit einer Frage stört. "Was tun sie?" "Ich stelle sicher, daß mein geliebtes Sendmail zurückkommt." antworte ich. "Wie?" "Hm, ich helfe nur der ´Blitzzusteller´-Software, die E-Mails des Chefs zuzustellen. Die Anzeige der Mails in der Warteschlange ist wirklich gut - sie erlaubt mir, einige E-Mails persönlich ´zuzustellen´." "Wie?" "Nun, sie markieren einige Nachrichten und verschieben sie einfach in den Papierkorb." "Welche Nachrichten?" "Oh, immer nur einen Teil einer mehrteiligen E-Mail." Ich zeige es ihm auf dem Monitor. "Hier sehen sie sein Postfach. Die Betreffzeile enthält die Zuordnungsnummer der einzelnen Teile. Und nun lösche ich Teil 23 von 24 und lasse die anderen Teile durch. Das wird ihn verrückt machen. Und natürlich stelle ich auch alle E-Mails, die er abschickt, auf diese Weise zu, und so muß er all seine wichtigen Nachrichten mit der Hauspost verschicken und weiß nie, ob sie ankommen oder nicht." "Nun, was er nicht weiß, wird ihn auch nicht stören", murmelt der PJ. "Diese Aussage müßte erst noch bewiesen werden. So glaube ich zum Beispiel, daß der Chef bis jetzt noch nicht weiß, daß die oberste Sprosse der Leiter im Lagerraum sehr locker ist ..." Wir beiden lauschen angestrengt auf das Geräusch eines übergewichtigen Managers, der aus eineinhalb Metern Höhe in einen Haufen Kartons mit Knüllpapier stürzt. Während ich dabei bin, den Mailserver wieder mit der Software auszustatten, für die ich mich zuerst entschieden hatte (Ich glaube, es waren die 10 E-Mails an die Hausmeister, in denen ich mich über die unsichere Leiter beschwerte, die das Faß schließlich zum Überlaufen brachten.), kommt der PJ herein und sieht mich verwirrt an. "Ich verstehe nicht, wieso wir das installieren ..." sagt er. Seufz. Wenn man glaubt, er hat begriffen, stellt sich heraus, daß er noch immer in einer anderen Welt lebt und nach Antworten sucht. "Wenn sie in der Hierarchie der Firma aufsteigen, dann wächst auch ihr Verantwortungsgefühl, während sich ihre Verantwortung in Wahrheit verringert. Und ihre Ahnung von den Dingen, die um sie herum vorgehen, verringert sich ebenfalls." beschreibe ich. "Warum haben wir das Programm dann gekauft?" "Wir haben es gekauft, weil es jemandem eingefallen ist, der meinte, diese Software sei eine gute Idee und den Managern würde nicht auffallen, daß sie absoluter Schrott ist." "Ich glaube, das ist ein wenig zynisch ..." Ich unterbreche ihn, um einen Anruf über die Freisprechanlage zu tätigen. "Hallo?" fragt der Chef. "Hallo, ich frage mich gerade, weshalb sie die Anschaffung der neuen objektorientierten Programmiersprache genehmigt haben." "Nun, das war doch ihre Idee - sie sagten, wir hätten bald keine Objekte mehr." "Natürlich. Danke." Ich lege auf. "Begriffen?" frage ich. "Ich glaube nicht ..." Ich greife erneut zum Telefon. "Hallo?" meldet sich der Chef. "Es geht um diesen Grafikbeschleuniger, den ich aus ihrem Computer entfernt habe. Wieso eigentlich?" "Weil ... weil ... irgendetwas mit den Grafiken, die zu schnell waren?" "Natürlich, jetzt erinnere ich mich." antworte ich und lege auf. "Aber ..." erwidert der PJ. "Kein ABER - es ist ganz einfach: sie oder wir. Sie können einen Chef bei seiner Entscheidung beeinflussen, doch sie werden es niemals schaffen, daß er mit dem Denken anfängt." Seufz. |
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© Simon Travaglia, 25.03.1998, Übersetzung: thomas w., 2000. |
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