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| bastard operator from hell | ||
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Die Nutzer sind nicht mehr in ihren Büros und - unglaublich, aber wahr - der B.O.F.H. und der PJ vermissen sie. Das kann nicht mit rechten Dingen zugehen ...
Langeweile, Langeweile, Langeweile. Das Gebäude ist einsam und verlassen, da die Firma ihre neue ´W3-Initiative´ in die Tat umsetzt, die darin besteht, daß die verschiedenen Abteilungsleiter an diesem speziellen Tag die Mitarbeiter über die berühmten drei Wos unserer Existenz aufklären - woher kommen wir - wo stehen wir - wohin gehen wir. Ich bemerke, daß die Aufkleber mit Toilettensymbolen von den Postern der Cafeteria verschwunden sind. Vielleicht ist das der Grund für die Vermutung des PJs und mir, daß neben uns nur noch die Leute vom Wachdienst keine Einladung für diesen Tag bekommen haben. Es ist wirklich überraschend, wie man sich als Administrator langweilen kann, wenn das Netzwerk nicht durch Nutzer gestört wird. Auch der PJ ertrinkt in Melancholie, weil es keine Nutzer gibt, über deren Fehler er sich aufregen könnte. Jemand mit weniger starken Nerven würde aufgeben und an seiner Qualifikation zweifeln. Der PJ und ich haben jedoch andere Fische zu braten - über der Heizung unter dem Schreibtisch des Chefs. Es ist bemerkenswert, wie heiß sie werden kann, nachdem wir die Hitzesicherung entfernt haben. Im Handumdrehen haben wir ein geschmackvolles Mittagessen - und knusprig ist es ebenfalls, was der Entdeckung des PJs zu verdanken ist, daß man das Sicherheitsgehäuse entfernen und damit das Essen näher an den Heizspiralen plazieren kann. "Wissen sie, es ist schon lustig", meint der PJ und läßt sich die letzten Stücke seines Fisches schmecken. "Irgendwie vermisse ich die Nutzer." "Wir sollten Dr. Robb anrufen." Dr. Robb ist unser Psychologe. Früher kam er einmal pro Woche in die Firma, um sich das Gejammer der Angestellten anzuhören, doch die Installation einer Überwachungskamera in seinem Zimmer hat seiner Popularität wohl ziemlich geschadet. Ich vermute, daß der Vizechef der Verkaufs-Abteilung niemals damit fertig wurde, daß sein Video an einem Freitagabend nach den Drinks auf den Sicherheitsmonitoren abgespielt wurde. "Hallo?" "Hallo, Dr. Robb." "Ah ... Hallo Simon." "Wie geht es dem PC?" "Ich benutze keine Computer mehr", sagt er nervös. "Ich benutze nicht einmal elektrische Geräte." "Aber sie haben doch ein Telefon? Ist das nicht auch ein elektrisches Gerät?" <KLICK> "Das ist seltsam." kommentiert der PJ. "Er hat aufgelegt. Und wie war das mit den nichtgenutzten elektrischen Geräten?" "Ich weiß - klingt nach einer Neurose, wenn sie mich fragen. Es scheint, als brauche er eine weitere Dosis der Schocktherapie, über die man neuerdings soviel hört." "Was meinen sie damit?" "Oh, nichts. Wir müssen eben selbst mit dem Problem klarkommen. Ich denke, die traurige Wahrheit ist, daß wir unsere Nutzer brauchen." "Nein!" ruft der PJ hysterisch. Den Rest des Nachmittags verbringen wir mit trübsinnigen Gedanken. Die Normalität kehrt zurück, als das erste Opfer der W3-Veranstaltung zurückkommt und Sicherheitskopien seiner Linux-Station anfertigen will, solange die Bandlaufwerke frei sind. "Hallo", sage ich und greife mir das Telefon. "Es geht um mein Backup - es funktioniert nicht." "Das liegt daran, daß sie all ihre Programme sichern wollen, statt nur die Daten, an denen sie arbeiten. Sie müssen ihre Anwendungsprogramme nicht sichern, weil wir sie ohnehin auf dem Server sichern." "Aber ich muß meine Anwendungen wirklich sichern", ruft der Nutzer und ignoriert meinen Rat. "Dann müssen sie das superschnelle nichtgekrümmte längsgerichtete Laufwerk benutzen." Dummy-Mode ein. "Äh ... In Ordnung. Wie kann ich es ansprechen?" "/dev/null" "Gut. Das ist ja wirklich schnell. Wie mache ich nun die Sicherung?" "Hm, das Kommando lautet ´cat /dev/null´, auf das sie die Ausgabe von ´ls -alR /´ umleiten." "Sehr gut. Danke." "Keine Ursache." "Wie war das?" keucht der PJ. "Ich dachte, wir hätten festgestellt, daß wir unsere Nutzer brauchen?" "Seien sie doch nicht töricht. Ich brauche niemals einen Nutzer, wenn ich Doom, Quake und das Internet habe. Und einen gegrillten Fisch zum Mittagessen. Oh, wo ich gerade dabei bin, haben sie das Sicherheitsgehäuse ..." Ein Schrei aus dem Büro des Chefs beantwortet meine Frage, bevor der PJ reagieren kann. "Ups", meint der PJ. |
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© Simon Travaglia, 18.03.1998, Übersetzung: thomas w., 2000. |
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