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| bastard operator from hell | ||
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Die Service-Abteilung wittert Morgenluft, doch der B.O.F.H. hat einen schlauen Plan, um sie wieder zurechtzustutzen ...
Ich sitze an meinem Tisch, als der PJ kurz aufblickt. Er ist gerade damit beschäftigt, Nutzern zu helfen, die sich über Geschwindigkeitsprobleme beim Zugriff auf den Backup-Server beschweren. "Das Kill-9-Kommando funktioniert nicht mehr." "Stimmt. Ich habe es neu geschrieben und mit ein paar Erweiterungen versehen, damit wir mehr machen können, als nur ´Hang up´ als Parameter einzugeben." "Wie lauten die Parameter denn?" "Sie sind vielfältig - alles, was ein guter Systemadministrator braucht." "Was?" "Nun, schauen sie - da wäre zunächst ´Kill-Godfather´, das sich einem laufenden Prozeß von hinten nähert und ihn in einer ruhigen Ecke abschießt. Und zusätzlich, wenn wir schon dabei sind, hinterläßt es das Bild eines Pferdekopfes als Bildschirmschoner." "Bezaubernd." "Dann haben wir ´Kill-CIA´, was den Prozeß beendet, es aber so aussehen läßt, als handele es sich um einen ganz natürlichen Vorgang." "Uh-huh." "Natürlich wird bei einer Untersuchung der Protokolldateien das Wort ´Grashügel´ auffallen, was die Leute aus der Forschungs-Abteilung auf die Beine bringen dürfte." "Ja ..." "Hm, ´Kill-Shotgun´, wenn sie sich nicht mehr an die korrekte Nummer des Prozesses erinnern können. Damit werden gleich alle Prozesse, die ähnliche Nummern haben, beendet. ´Kill-Driveby´ beendet den gewünschten Prozeß und gleich noch den mit der nächsthöheren bzw. nächstniedrigeren Nummer." "Ist das nicht ein wenig zu viel?" fragt der PJ milde lächelnd. "Nein, ´Kill-viel´ beendet alle laufenden Prozesse, schickt eine widerliche E-Mail an Bill Gates, in der steht, wie wir gegen die Lizenzverträge verstoßen, überschreibt dann den Kernel des Betriebssystems und läßt das System abstürzen. Oh, und es stellt einiges mit den Arbeitsplatzrechnern an." "Das System ist gerade abgestürzt." "Ja, ´-viel´ ist die Standardvorgabe, wenn der Nutzername ´Service´ ist. Ich habe ihnen die entsprechenden Rechte gegeben, so daß sie nun über all die Macht verfügen, die sie im Service so dringend wollten." Das Telefon klingelt und etwas sagt mir, daß es die Service-Leute mit einer Beschwerde sind. Manche Leute sind wohl nie zufrieden. "Sie wissen, was das bedeutet, oder?" fragt der PJ ängstlich. "Daß die Service-Abteilung arbeitet? Ja, ich weiß. Ich hatte gehofft, daß die Schachtel mit Stiften uns ein oder zwei Wochen Ruhe verschafft, die sie mit ein paar simplen Spielen zubringen, doch der Chef hat ihnen die Stifte nach den ersten paar Tagen wieder weggenommen." "Wir können es nicht zulassen, daß die Service-Leute sich um Probleme kümmern - es hat zwei Tage gedauert, bis die Datenbanken wieder liefen." "Stimmt - nun, dann habe ich einen Plan ..." Der nächste Tag kommt, und ich erwarte die Belohnung für meine Mühen. Und erwartungsgemäß meldet sich das Telefon ziemlich früh. "Die Diktiersysteme sind irgendwie kaputt", sagt der Service-Gnom. "Und was ist das genaue Problem?" frage ich. "Nun, das Sprachmodul für normales Englisch ist auf allen Arbeitsplatz-PCs verschwunden, so daß die PCs die Nutzer nicht mehr verstehen. Und das Programm zur Anpassung der Sprache ist ebenfalls verschwunden." "Aha." antworte ich nachdenklich und winke dem PJ. "Sie sagen also, daß bei allen PCs die Nutzereinstellungen zur Spracheingabe nicht mehr wiederherstellbar sind, was möglicherweise eine Folge des Server-Absturzes ist, den ihre Abteilung gestern verursachte?" "Ja." "Aber sagen sie nicht, daß auch die Installations-CDs verschwunden sind!" "Ja, woher wußten sie das?" "Ein Zufallstreffer", ruft der PJ. "Aber müßte es da nicht noch andere Sprachmodule neben dem für normales Englisch geben?" "Ja, das ist eine seltsame Sache." "Tatsächlich?" "Ja, da ist ein Sprachmodul, das ich vorher nie gesehen habe. Es heißt ´Betrunkener Schotte´." "Wirklich?" "Ja, aber ich weiß nicht, was das ist." "Nun, es gibt nur einen Weg, es herauszufinden. Nehmen sie eine Flasche Scotch und gehen sie zu Don McCloud in der dritten Etage, lassen sie ihn den Scotch trinken und setzen sie ihn dann auf das Sprachmodul an." "Das ist nicht ihr Ernst." "Stimmt. Sagen sie einfach den Erbsenzählern, daß sie ihre Berichte selbst eintippen sollen." "Aber die sollen morgen gedruckt werden." "Nun, was auch immer sie tun, vergessen sie nicht, daß Don nur Single-malt Scotch trinkt." Kaum hat er aufgelegt, rufe ich Don an und setze ihn ins Bild. Er nimmt es wie ein echter Profi, stürzt sich auf die Aufgabe und hat auch keine Probleme damit, von anderen verstanden zu werden. Doch seine Bemühungen, ohne Akzent zu sprechen, enden, als ich ihm etwas über Diskriminierung am Arbeitsplatz erzähle und wie das in den Zeitungen aussehen würde. Später lauschen wir in der Kneipe seinem Bericht ... "Nun, ein paar von ihnen haben den Akzent wirklich gut gemeistert", murmelt Don nachdem er zwei Tage hauptsächlich damit verbracht hat, Scotch zu trinken. "Aber ich habe gehört, daß sie es nun gar nicht mehr brauchen, da die Original-Sprachmodule am Montag neu installiert werden sollen." "Oh, machen sie sich deswegen keine Sorgen", antworte ich. "Es ist nur eine Frage der Zeit, bis ein Service-Mensch die Worte ´Computer, Kill, Minus, viel´ für die technische Dokumentation diktiert." Ein betrunkener Erbsenzähler, der wie Sean Connery an einem schlechten Tag klingt, bringt die nächste Runde. Eine schmutzige Arbeit, aber jemand muß sie ja machen ... |
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© Simon Travaglia, 03.03.1998, Übersetzung: thomas w., 2000. |
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