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| bastard operator from hell | ||
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Der Chef ist auf der Spur zweier mysteriöser Angestellter, C. Omputer und R. Amchip, doch der B.O.F.H. schaltet sich ein ...
Wenn der PJ und ich an der Spitze stehen, ist es einfach, daß Netzwerk am Laufen zu halten, doch wenn sich der Chef einmischt, um das zu tun, was er als seine Aufgabe ansieht, wird es schwierig ... "Wer ist dieser Charles Omputer?" fragt er und schielt auffällig auf ein paar Zettel mit Arbeitszeitabrechnungen. "Nie von ihm gehört." "Natürlich haben sie, denn sie haben seine Abrechnung unterschrieben." "Charles Omputer? ... Oh, sie meinen Chazzer. Er ist ein Teilzeitarbeiter, der uns dabei geholfen hat, die Telefonkabel zu ersetzen, die durchbrannten, weil ein Idiot mit seinem Computer die Sicherungen auf seinem Schreibtisch blockierte." "Sie wissen genau, daß die Sicherung defekt war. Wie auch immer, ich weiß nicht, wieso mein Computer so weit zurückgeschoben wurde." Der PJ könnte nicht unschuldiger blicken, selbst wenn er es versuchte. "Und das hätte die Telefonleitungen nicht beeinflussen dürfen", fährt der Chef fort. "Nicht, wenn nicht jemand entschieden hätte, dadurch Kosten zu sparen, daß wir die zusätzlichen Stromleitungen für die Büros in den Kabelschächten für die Datenleitungen verlegen ..." Der Chef scharrt mit dem Fuß. "Trotzdem, Herr Omputer hat Überstunden abgerechnet, oder?" "Ja, aber das ist nicht unser Fehler. Schließlich haben sie uns beauftragt, Frank Irmware in der vergangenen Woche zu feuern, weil er den Server zum Absturz brachte." "Wir können uns solche Fehler nicht leisten", sagt der Chef hart. "Wir müssen wachsam sein. Können wir einen Ersatz einstellen für Omputer?" "Nun, wir haben einen Lebenslauf von Roger Amchip." "Wie ist er?" "Er ist seit Jahren im Computerbereich tätig." flötet der PJ. "Es hat den Anschein, als würden wir ziemlich viele Ausländer beschäftigen", kommentiert der Chef. "Und wie kommt es, daß ich sie niemals treffe?" "Nun, sie wissen ja, wie sie sind - jung, neugierig und voller Tatendrang." "Ja. Nun, dann rufen sie diesen Amchip an und vereinbaren ein Treffen mit ihm. Aber machen sie ihm klar, daß ich keine Überstunden bezahlen werde!" Arschloch. "Wie weit ist ´Omputer´ mit der ´Kabelreparatur´ vorangekommen?" frage ich den PJ. "Sollte morgen fertig sein ..." "Und es sieht noch immer aus, als seien wir schwer beschäftigt?" "Gemessen an der gedrückten Stimmung im Tee-Zimmer scheint es so zu sein ..." Ich habe es nicht nur einmal gesagt, sondern tausendmal - es sind die kleinen Dinge, die zählen. Man kann nicht einfach nur 50 Telefonkabel in der Vermittlung aus den Anschlußdosen herausziehen, eine Sicherung mit Klebstoff außer Gefecht setzen und dann alles auf einen Kabelbrand schieben, der angeblich den Telefonhub der Etage zerstörte - was mindestens zwei Wochen Überstunden bedeutet. Nein, man muß auch so tun, als arbeite man unter Hochdruck an der Problembeseitigung, während man in der Vermittlung die Telefonkabel wieder in die entsprechenden Dosen steckt - fünf pro Nacht, um genau zu sein. Und deshalb lassen der PJ und ich Kabelstücke und Isoliermaterial auf dem Boden in einem der Büros herumliegen - gleich neben der Pflanze, die nur dürftig ein irrtümlich in die Wand gehämmertes Loch verdeckt. Und es geht doch nichts darüber, ein wenig Wechselgeld von einem der Nutzer zu stehlen und Zigarettenstummel in ihren Kaffeetassen zu hinterlassen, um jedem Verdacht, es würde gar nicht an der Verkabelung gearbeitet oder es gäbe gar keinen Teilzeitarbeiter, der uns dabei hilft, vorzubeugen. Mit wenig Aufwand kann man so jeden Verdacht wirksam bekämpfen. Womit nur noch das Problem mit Roger Amchip zu lösen wäre ... Der Chef kommt rechtzeitig in sein Büro, um zwei Beine zu sehen, die unter seinem Schreibtisch hervorlugen. Da er ein absoluter Schwächling ist, läßt er mich nachschauen. Ich schalte die Sicherung an seinem Schreibtisch ab und rutsche ein wenig herum. "Kein Puls", rufe ich. Der Chef schreit in Panik auf und läßt sich sein letztes Abendessen mit Hochgeschwindigkeit noch einmal durch den Kopf gehen. "Ich werde die Ambulanz rufen." "Keine Chance. Er ist eiskalt - hier, fühlen sie an seinem Bein." Der Chef berührt widerwillig das Bein. "Guter Gott. Wer ist das?" fragt er mit gedämpfter Stimme. "Amchip. Er war gestern abend so wild darauf, endlich arbeiten zu können. Es muß ein Stromschlag gewesen sein. Hätten wir nur niemals die Stromkabel zusammen mit den Datenkabeln in einem Schacht verlegt." "Wir müssen die Polizei rufen." "Das stimmt. Und, wenn ich das so sagen darf, das ist sehr tapfer von ihnen." "Was?" "Daß sie sich der Verantwortung stellen wollen. Viele Leute hätten einfach Amchips Witwe einen Scheck überreicht, damit sie vorgibt, er sei spurlos verschwunden, statt wegen Totschlag vor Gericht zu landen." "Totschlag!" "Nun, es war doch nicht vorsätzlich, oder? Obwohl, es ist ja bekannt, was sie von Überstunden halten ... Arme Frau Amchip." "Meinen sie, sie würde Geld akzeptieren?" "Nun, wir leben in harten Zeiten. Ich denke, sie würde sich eine gute Ausrede einfallen lassen, weshalb ihr Mann verschwunden ist." Der Chef holt in Rekordzeit sein Scheckheft heraus ... "An wen soll der Scheck gehen?" "Charlotte Amchip. Nein, das wäre zu verdächtig ... Schreiben sie ihn für ihr gemeinnütziges Projekt aus - Charlotte Amchips Schizophrenie Hospiz." "Wie wird Schizophrenie buchstabiert?" "Oh, nehmen sie einfach die Anfangsbuchstaben." Eine Stunde später beruhigt der Chef seine Nerven mit einem Drink, der PJ und ich feiern unsere neueste Bonuszahlung und der Chef der Arbeitsschutzinspektion kriecht ein wenig auf dem Boden herum, nachdem er seine Modellpuppe wiedergefunden hat, mit der er immer die verschiedenen Beatmungstechniken demonstriert. Es ist doch schön, daß sich die Dinge immer zum besten entwickeln, oder? |
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© Simon Travaglia, 11.02.1998, Übersetzung: thomas w., 2000. |
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