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| bastard operator from hell | ||
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Der neue Chef entdeckt, daß Lernen manchmal schmerzhaft ist, besonders dann, wenn der Lehrer der B.O.F.H. ist ...
Normalerweise wird die Vorstellung eines neuen Kandidaten für das mittlere Management begleitet von all dem Pomp, den man beim Auswechseln des Staubbeutels eines Staubsaugers veranstaltet, doch heute laufen die Dinge etwas anders. Dieser neue Chef ist angeblich eine Verbesserung gegenüber all seinen Vorgängern, denn er hat einen Universitätsabschluß in Management. Also haben wir nun einen unschuldigen, neugierigen und völlig ahnungslosen Chef zum Formen. Seine erste ahnungslose und neugierige Handlung besteht darin, ein Treffen zwischen sich selbst und einigen global agierenden Netzwerkanbietern zu vereinbaren, um bessere Preise für die Bandbreiten zu erzielen - eine Gruppe von Individuen, die ihre eigene Großmutter für fünf Pfund verkaufen würden. Der Chef bewegt sich so weit außerhalb seiner Heimatgewässer, daß er eine Schwimmhilfe braucht. Um ihn vor dem Wahnsinn (und die Firma vor dem Bankrott) zu bewahren, sorge ich dafür, daß ich in das Verhandlungsteam komme. Die Anrufe, die seitdem auf meinem Anrufbeantworter landen, lassen den Schluß zu, daß dies kein populärer Zug ist. "Nennen sie mich Alan." stellt sich der neue Chef vor, als wir die verschiedenen potentiellen Versorger treffen. Offensichtlich hat er die üblichen Seminare besucht, in denen ihm erzählt wurde, daß der informelle Ton die Verhandlungen erleichtern würde. Ginge es nach mir, würden wir die Verhandlungen erleichtern, indem wir die Vertreter in einen Raum zusammen mit ein paar Ziegelsteinen einsperren und nur mit dem ins Geschäft kommen, der als Letzter aufrecht stehen kann. "Die Vorschläge scheinen alle noch verhandelbar zu sein", eröffnet der Chef das Schachspiel. Er bemerkt anscheinend nicht, daß sie uns alle fünfzig Prozent mehr kosten würden als wir gegenwärtig zahlen - Zulieferer nennen das ´Anfangsangebot´. "Und dabei müssen sie das gewachsene Bandbreiten-Potential beachten", antwortet einer der Vertreter. "Sie meinen, das ist genau das, was wir jetzt schon haben, abgesehen von nehr Potential?" interpretiere ich die Aussage neu, damit der Chef mitkommt. "Wachstumspotential ohne zusätzliche Hardware-Installation, ja." "Und da wir ohnehin schon über überdimensionierte Leitungskapazitäten verfügen, bedeutet das also, daß wir ohne Grund 50 Prozent mehr bezahlen sollen?" "Potential kostet Geld", mischt sich ein anderer Vertreter ein. "Und ich bin mir sicher, daß unser Plan maximales Potential verspricht." "Während sie nichts zusätzlich liefern ..." füge ich hinzu. Das Treffen plätschert auf diese Weise noch etwas vor sich hin, bis der Chef endlich zu seinem letzten Mittel greift, um von niemanden über´s Ohr gehauen zu werden. Schließlich schafft er es, sein letztes Angebot zu machen. "Nun, was können wir hierfür bekommen?" fragt er und schreibt mit Verschwörermiene eine Zahl auf, die ungefähr 40 Prozent unseres Netzwerk-Budgets entspricht. "Ich werde meine Großmutter anrufen", sagt einer der Vertreter und greift nach seinem Handy. Ab jetzt geht es abwärts. Am Ende der stundenlangen Verhandlungen ist der Chef ein gebrochener Mann und bereit, unsere derzeitigen Kapazitäten durch eine Ansammlung von 300 Baud-Modems und Telefonzellen zu ersetzen. Zeit für eine strategische Pause, also rufe ich eine Mittagspause aus und schaffe den Chef schnellstmöglich aus dem Gefahrenbereich. "Das ist alles ziemlich technisch, oder?" jammert er, als wir außer Hörweite sind. "Das ist ein Ochsenjob!" antworte ich und fahre damit fort, ihn über die Methoden der Preisfestlegung zu informieren - offensichtlich ein Thema, das nicht zur Ausbildung für den Abschluß als Manager einer Pfarrgemeinde gehört. Ich bringe ihn in den Vermittlungsraum, damit der PJ mich ergänzen kann. Unsere Kommentare treffen auf taube Ohren. "Aber ich bin sicher, daß sie wissen, worüber sie reden." murrt er naiv. "Immerhin sind sie ja schon jahrelang in dem Geschäft." "Natürlich, weil ahnungslose Manager ihnen blind vertrauen." antworte ich. "Ehrlich, in diesem Geschäft können sie niemandem vertrauen." "Das ist aber eine zynische Ansicht", erwidert er erwartungsgemäß. Es wird offensichtlich Zeit für Plan B. "Es kostet ein Vermögen, um das Potential der Leitungen unserer Telefonanlage zu erhöhen." "Wieso?" "Ich denke, daß der PJ ihnen das Problem, über das wir sprechen, am besten demonstrieren kann." Zehn Minuten, einen Schrei und einen senkrechten Sturz auf den Boden später kann ich als Solist zu den Verhandlungen gehen, da ein weiterer Chef es vergessen hat, die Abdeckgitter im Vermittlungsraum zu überprüfen, die schmerzhafte Stürze vermeiden sollen ... Der Arme. "Gentlemen", beginne ich, nachdem ich ins Beratungszimmer zurückkomme. "Wegen eines Arbeitsunfalls ist Alan leider für den Rest der Verhandlungen verhindert, weshalb die Entscheidung über einen Vertragsabschluß nun in meinen Händen ruht. Ich denke, ich werde es ihnen überlassen, unseren Vertragspartner zu finden, indem ich sie alleinlasse. Oh, sie finden die Ziegelsteine unter ihren Sitzen." Manchmal muß man sich eben ein wenig dafür einsetzen, die Kunden zufriedenzustellen ... |
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© Simon Travaglia, 12.11.1997, Übersetzung: thomas w., 2000. |
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