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| bastard operator from hell | ||
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Als der PJ Mitleid mit einem Nutzer zeigt, vermutet der B.O.F.H. eine beginnende Krise und leitet Notfallmaßnahmen ein ...
Es ist ein ruhiger Nachmittag, als das Telefon klingelt. Der Anruf kommt nicht aus dem Haus, sondern von außerhalb, also ist er interessant. Das Glück ist auf meiner Seite, denn es ist mein Lieblingsvertreter, der mich zum zweimal jährlich stattfindenden Kneipenbesuch einladen will, bei dem er immer für Getränke, Speisen und die Unterhaltung sorgt, um mich als guten Kunden zu behalten. Natürlich könnte ich auch wieder wie früher einfach direkt Verträge abschließen, doch so muß jemand anderes die Rechnung für den Kneipenexzess bezahlen. Der PJ und ich sorgen dafür, daß wir früh davonschleichen können und treffen den Vertreter in der nahen Besäufnisanstalt. Die Nacht verspricht interessant zu werden ... Natürlich sind der PJ und ich am nächsten Tag noch etwas geschafft. Um zehn nach fünf und unter dem Einfluß einiger Biere klang die Idee, den Rekord im Biertrinken zu brechen, noch gut, doch um zehn nach zehn am nächsten Morgen ist unsere Begeisterung dafür nicht mehr so groß und hat irgendwie einen Dämpfer erlitten. Und der war groß genug, daß die Anwesenheit eines Nutzers in unserem Büro nur unbedeutende Reaktionen hervorruft. Halbherzig greift der PJ nach dem Tacker, der ein wenig dahingehend modifiziert wurde, daß er nun schneller die Heftklammern ausspuckt. Und der Sicherheitsschalter ist natürlich auch außer Betrieb. "Warten sie!" rufe ich, denn in meiner derzeitigen Verfassung habe ich keinen Bedarf ein paar hundert KLACKs gemischt mit Schreien zu hören. "Kann ich etwas für sie tun?" frage ich den Nutzer. "Ich suche ein Twisted Pair-Kabel für meinen Computer", sagt der Nutzer und zeigt damit schon einen gewissen Kenntnisstand, der Nutzern generell verboten sein sollte. (Natürlich nur, um sie vor Gefahren zu bewahren.) "Wie lang hätten sie es denn gern?" frage ich müde. "Nun, da verlasse ich mich ganz auf sie", antwortet er glucksend über den Witz, der so alt ist, daß schon Noah ihn beim Holzkauf für seine Arche benutzt hat. "Natürlich, nehmen sie sich einfach eins aus der braunen Kiste in der Ecke." Zufrieden verschwindet der Nutzer mit einem Kabel, während der PJ zu mir kommt. "Sind sie in Ordnung?" will er mit besorgter Miene wissen. "Sie haben einem Nutzer geholfen!?" "Indem ich ihm eines der defekten Kabel gab, die wir als Kupferschrott verkaufen? Ich habe mir nur einen zeitlichen Aufschub verschafft, bis meine Kopfschmerzen vorrüber sind. Er wird wieder zurückkommen, erinnern sie sich an meine Worte." "Oh", schluckt der PJ, als ihm aufgeht, daß auch in schlechten Zeiten die grauen Zellen noch arbeiten. Er hält für einen Moment inne - kein besonders Problem in seiner Verfassung. "Befürchten sie nicht, daß wir die Nutzer zu oft belügen?" Eine Sinnkrise! Ich hätte es früher bemerken müssen. All die Symptome waren da - die Sorge um andere, das langsame Angeln nach dem Tacker. "Machen sie sich nicht lächerlich!" rufe ich, um sein noch schwaches Gewissen am weiteren Wachstum zu hindern. "Nutzer erwarten, daß sie angelogen werden. Ebenso wie Versicherungen und die Finanzämter. Es ist unser Recht, nein, unsere Pflicht, sie im Interesse des technologischen Vorsprungs zu desinformieren." "Ich, ich habe gedacht - ich weiß nicht, ob ich dieser Arbeit wirklich gewachsen bin." Es ist schlimmer als ich dachte. Bevor die Krankheit sich weiter ausbreiten kann, rufe ich bei der Nutzer-Betreuung an und gebe ihnen die Handynummer des PJs, damit sie ihn bei 'problematischen Anrufen' erreichen können. Überraschend beginnen sie beinahe sofort, Anrufer zu ihm weiterzuverbinden. "Hallo?" Zwei Stunden später ist die Mission erfolgreich abgeschlossen und der PJ verhält sich wieder normal. Die Nutzerin, die danach fragte, weshalb die Rufumleitung bei ihrem Telefon nicht funktionierte, hat dem Kamel vermutlich das Rückgrat gebrochen. Der PJ brauchte eine Weile, bis er herausfand, daß die Anruferin das Telefon von ihrem Schreibtisch mit durch das Gebäude schleppte. Als Veteran hatte ich freilich nichts anderes erwartet. Der PJ ist wiederhergestellt, als unser Amateur-Netzwerker wieder auftaucht. "Das Kabel ist defekt!" beschwert er sich verzweifelt. "Das glaube ich nicht", antwortet der PJ völlig ruhig. "Wir haben alle Kabel geprüft." "Das stimmt", füge ich hinzu. "Natürlich konnten wir die Luftfeuchtigkeits-Differentiale nicht testen, weil unser Mulitmeter kaputt ist." "Natürlich." keucht der PJ. "Das wird es sein." ruft der Nutzer und spielt uns nichtvorhandene Kenntnisse vor. "Ich mache ihnen einen Vorschlag", wende ich mich an unseren leidenschaftlichen Amateur. "Sie nehmen einfach das eine Ende des Kabels und gehen damit in den Korridor vor der Vermittlung. Dann halten sie das Ende einfach an ihre Zunge. Wenn es den Luftfeuchtigkeits-Differential-Test besteht, werden sie ein leichtes Kitzeln spüren. Und wenn sie nichts spüren sollten, ist das Kabel defekt." Sekunden später wird die Stille im Korridor durch einen lauten Schrei und eine Reihe dumpfer Schläge unterbrochen. "Ups", platzt der PJ heraus. "Da habe ich das Kabel doch versehentlich an das Stromnetz angeschlossen." Die dumpfen Schläge in der Nähe der Tür hören auf, was nur bedeuten kann, daß unser Freund es geschafft hat, sich von dem Kabel zu trennen, indem er es durchgebissen hat. "Schön, daß sie wieder gesund sind", sage ich, als der PJ den Beweis entfernt. Ich meine - das Kabel. "Schön, wieder da zu sein." Ist es nicht lustig, wie sich die Dinge immer zum besten wenden? |
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© Simon Travaglia, 08.10.1997, Übersetzung: thomas w., 2000. |
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