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| bastard operator from hell | ||
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Die Nachwirkungen der Verkaufsausstellung zwingen den PJ, sein Konto geschuldeter Gefallen zu vergrößern ...
"Was zum Teufel ist eigentlich passiert?" will der PJ wissen, der etwas mitgenommen aussieht. "Ich nehme an, sie können sich nicht mehr daran erinnern, daß sie sich mit ihrer Freundin aus der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit, Salz- und Essigchips, einer Kiste Limonade sowie zwei Krügen mit alkoholbasiertem ´Magnetkopf-Reiniger´ für zwei Tage im Vermittlungsraum eingeschlossen haben, um angeblich ´ein paar Köpfe durchzuspülen´?" "Uhhhh, nein", antwortet der PJ verlegen. "Und ich konnte mich auch nicht mehr erinnern", antworte ich. "Ich wachte im Sanitätsraum zusammen mit dieser Frau von der Router-Firma auf. Ich mußte die Aufzeichnungen der Sicherheitskameras anschauen, um zu sehen, wie wir es dahin geschafft haben." "Haben sie sie gel ..." fragt er nervös. "Natürlich, jede Kopie ist vernichtet. Sie schulden mir einen Gefallen." "Ja, ich nehme an, es ist so", gibt der PJ mit einem Hauch von Verlegenheit und Schuld zu. "Trotzdem", sage ich. "Eine verdammt gute Verkaufsausstellung." "Ich bin mir nicht ganz sicher", antwortet der PJ. "Es gibt da ein paar Gedächtnislücken. Ich glaube mich an ein rotes Stroboskoplicht zu erinnern." "Das war eigentlich kein Stroboskop. Das war der Router, von dem sie behauptet haben, daß er nicht mit Wechselstrom läuft. Sie haben sogar fünf Pfund darauf verwettet." "Und, lief er?" "Ja. Natürlich nicht besonders lange. Erinnern sie sich an das alte Sprichtwort, daß eine Birne, die doppelt so hell leuchtet, nur die Hälfte der Zeit funktioniert? Nun, hier ging es um das gleiche Prinzip, allerdings müßte man die Aussage dahingehend modifizieren, daß Technik, die mit Dreifach-Strom läuft, dies ungefähr nur 2.5 Sekunden lang durchhält. Oh, sie schulden mir übrigens noch fünf Pfund." "Das ist nicht fair." "Eine Wette ist eine Wette. Wir haben niemals gesagt, wie lange der Router laufen soll. Nun, wenn das der Fall wäre, dann gäbe es auf der Welt nur noch halb so viele Softwarehersteller." Der PJ reicht mir das Geld, während wir darauf warten, daß der Chef hereinstürmt. Und wo ich gerade vom Teufel spreche - in diesem Moment biegt der Orkan um die Ecke. "Uh-oh", sagt der PJ. "Er sieht noch wütender als beim letzten Mal aus, als sie mit seinem Dienstwagen und seiner Sekretärin verschwanden." "Das liegt vielleicht daran, daß sie diesmal seinen Dienstwagen benutzt haben." "Ich kann mich daran wirklich nicht erinnern." "Das wird daran liegen, daß sie sofort ohnmächtig wurden, nachdem sie die Handbremse gelöst und mit dem Wagen frontal gegen die Wand gerast sind. Deshalb haben sie sich doch auch im Vermittlungsraum eingesperrt ..." "Ohhhh, ja. Jetzt erinnere ich mich wieder an die Mauer. Da steht mir das Wasser nun wohl bis zum Hals, oder?" "Nun", erwidere ich. "Als Antwort möchte ich die folgende Analogie benutzen: Sie sind im Turm des Herrn und schon im tiefsten Kellergeschoß angekommen, drücken aber noch immer den Knopf, damit der Lift weiter nach unten fährt." Ein Krachen unterbricht unsere Unterhaltung, als der Chef, bis oben gefüllt mit purer, konzentrierter Wut, in unserem Büro explodiert. "Verschwinden sie!" schreit er. Seine Stimme überschlägt sich vor Anstrengung. "Nehmen sie ihr Zeug und hauen sie ab. Jetzt! Ich will, daß sie einfach verschwinden, keine ´Wenns´ und kein ´aber´!" Meine Versuche, ihn zu beruhigen, treffen auf taube Ohren, und seine Tirade wird nur durch das Klingeln des Telefons unterbrochen. Das Telefon, das rote Telefon. Ich schalte die Lautsprecher ein, damit alle mithören können. "Hallo, Gotham City." Wie immer reagiert der Geschäftsführer mit einem Lacher. Es sind die kleinen Dinge, die die höheren Etagen bei Laune halten. "Ich habe gerade einen Blick in ihren Notfall-System-Bericht geworfen." erklärt er. "Er ist sehr interessant. Ganz besonders die Ausführungen über eine mögliche Aussperrung aus dem Vermittlungsraum und einen Angriffsversuch über die Tiefgarage als Test unserer Verwundbarkeit durch Gruppen unzufriedener Mitarbeiter. Ich habe den Bericht gerade an den Aufsichtsrat weitergeleitet. Sie scheinen sehr angetan zu sein von ihrer Arbeit." Der Chef scheint unter einer Attacke zu leiden, die etwas mit gefährlich hohem Blutdruck zu tun haben könnte, deshalb eile ich ihm zu Hilfe. "Weg", ruft er, wird dann merklich ruhiger, um sich an den Geschäftsführer zu wenden. "Und darf ich fragen, wieso sie meinen Dienstwagen für die Simulation benutzt haben?" "Nun, mir wurde gesagt, sie hätten ihn zur Verfügung gestellt, um wenigstens etwas von dem Schaden wiedergutzumachen, den sie mit dem Feuer der Notfall-Systeme in der vergangenen Woche angerichtet haben. Ist das etwa nicht der Fall?" "Oh, natürlich. Ja, das stimmt." biedert sich der Chef an. "Aber ich glaube, der Aufsichtsrat interessiert sich bestimmt dafür, was sich genau abgespielt hat, so, wie es von den Überwachungskameras aufgezeichnet wurde." Die Augen des PJ verraten, daß er wieder seinen Untergang vorhersieht. Wo ich mit einem Tadel wegen meiner unorthodoxen Arbeitsweise davonkommen könnte, dürften die Aufzeichnungen aus dem Vermittlungsraum für ihn eine nicht so harmlose Wirkung zeigen wie die aus dem Sanitätsraum mit mir. "Ich denke, daß meine Dokumentation alle nötigen Gesichtspunkte abdeckt" erwidere ich. Trotzdem gibt sich der Geschäftsführer damit nicht zufrieden, so daß wir alle in sein Büro trotten, um uns Videos anzuschauen. Der Chef kostet den Moment aus, in dem er die Wiedergabe startet. "Was zum Teufel machen die Sicherheitsleute eigentlich den ganzen Tag?" fragt der Geschäftsführer, als der Vorspann von ´Unsere kleine Farm´ auf dem Monitor erscheint. "Habe ich von einem Gefallen gesprochen?" wende ich mich an den PJ. "Ich meinte natürlich zwei." "Wie ich schon in meiner Zusammenfassung feststellte", sage ich, "ist die Gefahr revoltierender unzufriedener Mitarbeiter bei diesem laschen Sicherheitsdienst durchaus eine reale Bedrohung." "Riechen sie das?" frage ich wenig später den PJ. "Das riecht wie ein Notfall-Budget mit meinem Namen drauf." |
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© Simon Travaglia, 16.07.1997, Übersetzung: thomas w., 2000. |
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