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| bastard operator from hell | ||
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Ich bin ein B.O.F.H. - lege dich nie mit mir an ...
"DAS IST DOCH NUR EIN SPASS!" ruft der PJ. "NIEMAND NIMMT ES ERNST!" "Ich glaube, daß die Betroffenen das anders sehen", antwortet der Chef traurig. "Tatsächlich läßt die Zahl der Beschwerden den Schluß zu, daß ALLE Beteiligten die Sache SEHR ERNST nehmen!" "Mir ist sie relativ egal", erwidere ich hintergründig. "Mir auch." fügt der PJ hinzu. "Aber sie sind doch dafür verantwortlich!" kontert der Chef. "Ja, wenn sie das aus administrativer Sicht sehen - und ohne weitere Informationen. Aber ohne die ist es die Firma, die alle Entscheidungen trifft." "Ich denke, daß dieser Bericht die Vorwürfe gegen sie belegt, daß sie ihre Arbeitszeit verschwenden." "Das tun wir nicht!" wirft der PJ ein. "Wir nutzen doch nur Rechenleistung und Speicherplatz, die sonst doch nur verschwendet würden, wenn wir NICHT Gebrauch von ihnen machten!" "Es geht darum, WIE sie die Kapazitäten nutzen. Und darüber beschweren sich die Nutzer." "Warum?" "Weil eine ´Intranet-Liebling´-Website NICHT zu den Aufgaben der Firma gehört!" "Natürlich geht es um Belange der Firma, denn im MITTELPUNKT stehen ja die Mitarbeiter. Und das ist gut für die Moral!" "Was?!" "Weil die Nutzer für Leute stimmen können, die sie mögen. Also bekommen diese die Anerkennung, die sie verdienen. Und hinzu kommt noch, daß die Nutzer die Website jederzeit aktualisieren können, so daß ihr Selbstwertgefühl gesteigert wird!" "Wie viele positive Kommentare wurden bisher denn veröffentlicht?" "Das weiß ich nicht", antwortet der PJ. "Ich kann natürlich nicht JEDE Nachricht lesen, denn ich muß ja noch meine ARBEIT erledigen, doch ich vermute, daß es einige gibt ..." "Es gibt KEINEN einzigen!" nervt der Chef. "Nun, offensichtlich gibt es also EINIGE Nutzer, die das Bedürfnis hatten, sich zu ..." "UND", knurrt der Chef. "Es gibt auf der Seite für gute Beurteilungen keinen ABSENDEN-Button!" "Haben sie sich wirklich jede Seite vollständig angeschaut und vor allem deren unteres Ende mit dem Bild der Weltkugel, hinter dem der Button sich befindet?" "Äh ... JA!" "Wirklich - da muß es sich um einen undokumentierten Fehler in ihrem Programm handeln, den ich sofort den Entwicklern über ihr Beschwerde-Formular melden werde." "Falls es einen ABSENDEN-Button hat." füge ich hinzu. "Wie auch immer", fährt der PJ fort. "Die Anzahl der negativen Kommentare kann auch als Anzeichen dafür gesehen werden, daß die Zustände in der Firma viel schlimmer sind als diese kleine Website als solche. Hätte sie mehr positive Kommentare, dann wäre das sicher gut für die Moral!" "Ja, natürlich. Doch das ist mir egal, weil ich will, daß diese Website verschwindet!" "Gut, das können wir machen. Aber wollen sie es dem Geschäftsführer mitteilen oder sollen wir auch das übernehmen?" "Der Geschäftsführer?" "Ja, er interessiert sich sehr für die Website und mag sie offenbar. Sehen sie - >Klick< >Klick< -, er führt die Beliebtheitsskala an. Er mag die Website sogar so sehr, daß er uns gefragt hat, ob die Abstimmungen in Zukunft nicht mehr anonym, sondern offen durchgeführt werden können. Übrigens wundert es mich, daß sie noch gar nicht an einer Abstimmung über ihn teilgenommen haben - positiv oder irgendwie anders. Gibt es da etwa Schwierigkeiten in ihrem Verhältnis, die ihre Position gefährd ..." Jeden seiner bisherigen Rekorde brechend, startet der Chef wie eine Rakete und klickt in seinem Büro millionenfach den EINSCHLEIM-Button an, bevor der Geschäftsführer seine neue Liste mißliebiger Untergebener zusammenstellen kann. Ein paar Stunden, viele Tastaturanschläge und einen heuchlerischen Anruf später beehrt der Chef uns wieder, diesmal hat er einige hilfreiche Vorschläge im Gepäck. "Ich denke, sie sollten einige der automatischen Routinen noch einmal überarbeiten", murmelt er. "Welche?!" fragt der PJ erschrocken. "Zum Beispiel die, welche die Leute aus dem Gebäude aussperrt, wenn sie nicht besonders populär sind!" schlägt der Chef vor, dem es offenbar nicht gefiel, nach der Mittagspause im Regen vor der Tür zu stehen bis ein Postbote kam. "Sie werden doch nicht ausgesperrt!" ruft der PJ. "Die Wahrscheinlichkeit, daß die Tür sich öffnet ist direkt proportional zum Popularitätswert. Nur wenn die Beliebtheit bei Null liegt, dann ..." "Was dann?" "Dann wird die Datenbank der Personal-Abteilung aktualisiert, indem das Gehalt auf Null gesetzt wird, der Betriebsausweis ungültig gemacht und der Wachschutz beauftragt, die persönlichen Sachen des Betreffenden in einen Karton zu packen und ihn aus einem Fenster in der sechsten Etage zu werfen. So wird der Wettkampf ganz real, der Kampfgeist gestärkt!" "Es ist ein Riesenspaß!" pflichte ich ihm bei und lache fröhlich. "Der Essenslieferant flog 10 Minuten danach raus, nachdem er teilweise verdorbenen Blumenkohl geliefert hatte. Das ist eine hervorragende Anwendung moderner Technologie." "Ich glaube, daß die Personal-Abteilung dazu auch etwas sagen will ..." "Wir haben das abgesprochen. Und dank der nützlichen Anmerkungen des Geschäftsführers zu diesem Thema haben sie zugestimmt, da es sich um eine wirklich motivierende Maßnahme handelt." "Die Gewerkschaften werden niemals zusti ..." "Die Gewerkschafter wurden gestern abgewählt, nachdem ein anonymer Nutzer auf der Website ein Video veröffentlichte, das sie dabei zeigt, wie sie Beitragsgelder in einem Nachtclub verjubeln." antwortet der PJ unschuldig. "Ich hätte gedacht, daß gerade SIE sich vor der öffentlichen Meinung fürchten müssen", knurrt der Chef, dem der Verlauf des Gesprächs offensichtlich nicht besonders gefällt. "Es ist lustig, daß sie das erwähnen. Es ist kaum zu glauben, doch wenn jemand unsere Namen auswählt, verschwinden die ABWAHL-Buttons wie von Geisterhand!" kichert der PJ. "Das muß ich auch noch melden", raune ich zerknirscht. "Diese Programme sind wirklich voller Fehler - aber damit müssen wir wohl leben. OH, sind das nicht ihre Sachen, die gerade durch das Fenster flogen?!" ... eine Stunde später ... "Nun, immerhin hat er sich einen prächtigen Streit mit dem Wachdienst geliefert!" lacht der PJ fröhlich. "Es reicht für ein lustiges Video. Wer ist wohl der Nächste?" "Wer steht denn ganz unten auf der Liste? Ach, der Typ aus der Post-Abteilung, dessen Kriecherei im neuesten Video dokumentiert ist." "Ich hasse ihn!" meint der PJ. "Wie wir alle", stimme ich zu. |
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© Simon Travaglia, 29.01.2003, Übersetzung: thomas w., 2003. |
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