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| bastard operator from hell | ||
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Technologie-Fanatiker-Alarm ...
"... selbst Haustiere werden mit ihren Eigentümern in Kontakt treten können, wenn sie diesen PDA am Halsband tragen." schnattert der Chef, der begeistert eine dieser Pseudo-Computer-Kolumnen in einem Bouleverdblatt liest, während er fröhlich an ein weiteres Kleidungsstück denkt, für das er nichts bezahlen muß ... "Was für ein Warwickismus!" rufe ich aus. "Warwickismus?" fragt der Chef. "Ja", antwortet der PJ hilfsbereit. "Sie wissen schon, ein geschmackloser, pseudo-technischer Bericht, der die Illusion technischer Kompetenz des Autors bewahren soll." "?" formt der Mund des Chefs wortlos. "Nun ja, zum Beispiel", fährt der PJ fort. "Das ist, als würde ich behaupten, in meinem Penis sei ein Computer-Chip implantiert, der mit den Supermarktkassen kommuniziert, damit ich beim Kauf von Kondomen einen Rabatt bekomme." "Haben sie?!" fragt der Chef schockiert. "Natürlich nicht!" erwidert der PJ. "Das ist nur ein Strichcode." "Ja, aber für die Kasse ist das ein ´Baguette, groß´, wenn er über den Scanner gezogen wird." füge ich hinzu. Ich kann mich wirklich nicht stoppen, als ich den entsetzten Gesichtsausdruck des Chefs bemerke. "Und manchmal müssen sie sechs- oder siebenmal scannen, bevor der Code gelesen werden kann, in der Zeit wird er ..." plappert der PJ fröhlich weiter, während der Chef leise davonschleicht. "Habe ich etwas falsch gemacht?" fragt der PJ, als er meinen empörten Gesichtsausdruck sieht. "Ich weiß, ich weiß, aber sie sollten wirklich versuchen, etwas besser mit ihm zusammenzuarbeiten - er ist immerhin unser Chef." "Ja, darüber habe ich mich auch schon gewundert." erwidert der PJ. "Es IST schon eine Weile her, daß wir es mit frischem Blut zu tun hatten - bildlich gesprochen." "Natürlich, aber was wollen sie denn dagegen unternehmen?! Vergessen sie nicht, daß gute Manager nicht gerade leicht zu finden sind - das ist das Spiel des Teufels. Und bevor wir wissen, wie uns geschieht, müssen wir uns mit einem Chef herumärgern, der wissen will, wohin all das schöne Geld verschwindet, BEVOR er die Ausgabe genehmigt, ein Chef, der nicht voller Begeisterung Schecks für die Kampagne zur Förderung fortschrittlicher Hardware unterschreibt - oder mindestens sein Akronym daruntersetzt -, so daß wir gezwungen sind, in unsere eigenen Taschen zu greifen, wenn es um größere Anschaffungen geht." "Ja, da stimme ich ihnen zu", murrt der PJ widerstrebend. "Aber er ist ein wenig ... langweilig." "Langweilig!" rufe ich und konsultiere mein Gedächtnis-Lexikon. "Gleichgültig und passiv. Normal. Möglicherweise braucht er ein paar überraschende Schläge, um aktiver zu werden?" "Sie meinen wirklich, sie wollen ihm erklären, worum es bei Computern geht?" "Nein, nein. Ich meine kurze elektrische Schläge. 90 Volt Wechselstrom oder so, nicht zu drastisch." "Wie soll uns das helfen?" fragt der PJ. "Hilfe? Oh, Entschuldigung, ich war mit meinen Gedanken woanders. Sie wollen also eine Form von HILFE für ihn? Wir könnten ihm vorschlagen, ein Seminar für Manager im Technik-Bereich zu besuchen, um seine Fähigkeiten zu erweitern?" Nachdem wir beide ein wenig gelacht haben, fahre ich fort. "Eigentlich gar keine schlechte Idee. Wir könnten ihn in ein Seminar schicken, wo man ihm die Grundlagen der Computerarbeit einprügelt ..." "Ich glaube nicht ..." "Es könnte ihn davon abhalten, jedem Nutzer unsere Unterstützung bei Schwierigkeiten zuzusagen ..." "Mal sehen, welche Ergebnisse eine Suchanfrage liefert." erwidert der PJ und ruft eine häufig besuchte Suchmaschine auf. Ein paar bunte Seiten später ... "Hier wäre etwas", meint der PJ und tippt auf den Bildschirm als wäre dieser ein Aquarium. "Mal sehen ... Kein Vorwissen nötig, gut, Lernerfolg ohne Anstrengung garantiert - wenn wir den Worten glauben können - hervorragend ..." "Und es gibt ein Leistungs-Zertifikat!" "Ja, sie haben die Idee offensichtlich von Microsoft gestohlen. Das bedeutet eigentlich nur, daß man es geschafft hat, morgens rechtzeitig aufzuwachen, man von der Maschine zu wenig versteht, um sie zu zerstören, und man den Kopf immer einzieht, wenn der Tutor eine Frage stellt ... JA, ich glaube, das wäre etwas für ihn!" Einen Tag später haben wir den Chef überzeugt, und zwei Tage später ist er in dem Seminar. Einen weiteren Tag später ist er zurück - neu und verbessert. Nun, er ist jedenfalls zurück ... Der erste Eindruck: Er ist über die Technologie informiert, hatte eine großartige Zeit und strotzt nun vor Ideen. "Ich bin begeistert von den Möglichkeiten, die sich uns mit Windows XP eröffnen." jubelt er, als er in unser Büro segelt. "Wußten sie schon, daß man damit auf dem PC Filme anschauen kann und spielen?" "Etwa so?" fragt der PJ und startet einen aktuellen Film auf seinem Arbeitsplatzrechner. "Ja! Ist das XP?" "Nein, Linux. Genau das gleich, nur verliert man nicht sein letztes Hemd, wenn man es kauft." "Oh. Unterstützt es die Datenübertragung per Funk? Man kann eine ganze Menge Kabel sparen, wenn man ein paar Funk-Hubs einrichtet. Und dadurch wird es einfacher, die Büros neu zu organisieren, falls es zu einer Umstrukturierung kommt!" Der scharfe Geruch von Hysterie liegt in der Luft, und der Chef zeigt all die klassischen Warnzeichen eines Technologie-Fanatikers. Wir müssen wohl den ´Papierloses Büro´-Test machen ... "Ein Funknetz haben wir schon installiert", antwortet der PJ und deutet zum Hitzedetektor an der Decke. "Wirklich? Ich dachte immer, dies sei ein Bestandteil der Brandschutzanlage." "So geht es den meisten, aber sehen sie dieses kleine Licht an der Seite? Es leuchtet einmal in der Minute auf, um anzuzeigen, daß das Netzwerk funktioniert." "Wirklich?! Nun, wir müssen ein paar Verbindungen einrichten - am besten nur für die Manager -, damit wir unsere Rechner in jedem beliebigen Raum nutzen können und uns nicht immer wieder über die Verkabelung den Kopf zerbrechen müssen!" "Ihre Rechner funktionieren ohne Strom?" frage ich genau im richtigen Augenblick. "Guter Einwurf. Nun, ich denke, wir können uns Laptops für die Manager leisten - was uns erlauben würde, UNSERE RECHNER ZU BERATUNGEN MITZUNEHMEN!!!" begeistert er sich wieder, offenbar von einer berauschenden Zukunftsvision begeistert. Budget-Verteidigungs-ALARM ausgelöst! "Ah, ich glaube, daß wir dafür kein Geld haben ..." wirft der PJ ein. "Unsinn! Es gibt einen Haufen Geld, das für einen erweiterten Datei-Server vorgesehen ist, den wir auch im nächsten Jahr noch anschaffen können - oder im Jahr darauf, falls wichtigere Projekte anliegen. Das Teilen von Dateien gehört ohnehin in die Vergangeneheit! SAN ist die Antwort!" Beinahe Schaum vor dem Mund, zeigt der Chef deutlich alle Anzeichen eines Fanatikers. Ich brauche nur noch einen Beweis ... "Soll ich ein paar Empfehlungen ausdrucken und sie unter den Managern zirkulieren lassen, um dann eine Bestellung auszudrucken ..." "Keine Ausdrucke mehr!" ruft der Chef und zeigt damit alle Anzeichen des letzten Stadiums des Fanatismus. "WIR BRAUCHEN DAS PAPIERLOSE BÜRO! WIR SIND SCHLIESSLICH DIE I.T.-ABTEILUNG!!" Der PJ und ich schweigen ein paar Sekunden, bevor wir Ausweichplan 107E starten. "Hm", fragt der PJ. "HAT ihr Rechner nicht schon eine Funk-LAN-Karte? ICH dachte, wir hätten eine geordert!" "Wirklich?" fragt der Chef. "Da muß ich gleich nachschauen!" Fünf Sekunden später läutet das Telefon. "Nein, keine Karte." "Es ist intern - es sieht aus, wie ein leerer Steckplatz." "Uh, nun, das wußte ich nicht." "Wissen sie was, ziehen sie einfach das Kabel, mit dem sie bisher mit dem Netzwerk verbunden sind, aus ihrem Rechner und schauen sie dann nach, ob sie auf ihre E-Mails zugreifen können ..." "Nichts, das Netzwerk ist nicht verfügbar, steht da." "Nicht verfügbar ... OH, ICH WEISS! Ihr Rechner ist über das Erdungskabel im Netzkabel geerdet. Fahren sie ihren Rechner herunter, schalten sie ihn aus, dann brechen sie den Erdungsstift heraus und starten neu." [Lärm und Geächze im Namen des guten Geschmacks entfernt.] "Nein, nichts!" "Das ist in Ordnung, ihr Rechner kommuniziert noch nicht mit dem Netz, weil es möglicherweise keine direkte Verbindung durch die Luft zwischen ihm und der Empfängerstation an der Decke gibt. Heben sie ihren Rechner einfach etwas höher, damit die Verbindung aufgebaut werden kann." "Ich könnte mich auf den Tisch stellen. Brauche ich meinen Monitor?" "Nun wenn er ebenfalls ent-erdet ist." "Ich rufe zurück!" FÜNF MINUTEN SPÄTER "In Ordnung, ich stehe auf meinem Schreibtisch und halte meinen Computer neben dem Empfänger ... OH! Die Diode hat aufgeblitzt, das Netzwerk muß funktionieren." "Ja, das Netzwerk steht, aber sie müssen noch das Hitzesiegel am zentralen Zugriffspunkt entfernen." "Wie?" "Haben sie ein Feuerzeug?" ... "... und es sieht so aus, als bräuchten wir einen neuen Manager." informiert der IT-Chef uns. "Als er aus dem Krankenhaus entlassen wurde, hat er sich nämlich entschieden, nicht mehr zu uns zurückzukehren, sondern in einem Gartenbaumarkt anzufangen." "Ja, das ist sicherlich besser für ihn." "In der Zwischenzeit übernehmen sie bitte seine Aufgaben - bis wir einen Ersatz für ihn gefunden haben ..." !!! |
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© Simon Travaglia, 30.11.2001, Übersetzung: thomas w., 2001. |
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