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| bastard operator from hell | ||
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Die B.O.F.H.-Dokumente-Verwaltung ...
"Und was würden sie vorschlagen, um das Problem zu lösen?" fragt der IT-Chef beim zweiten Frühstück. "Ein Dokumente-Management-System scheint mir angebracht zu sein." schlägt der Chef vor und zeigt damit, daß er wieder einmal unbeaufsichtigt mit Händlern gesprochen hat. "Oooh, ein Lizenz zum Gelddrucken!" unterbricht der PJ begeistert. "Was meinen sie?" "Nun, wir müssen ganz offensichtlich damit rechnen, daß das Angebot des Händlers einen Haken hat ... zum Beispiel eine riiieeesige Rechnung oder die Dokumente brauchen einen bestimmen Server ..." "Nein, nein, es ist alles offen." "Offen für jeden, der die passenden Programme kauft, um die Dokumente aus der Datenbank zu extrahieren, schätze ich?" füge ich hinzu. "Nein, es ist für alle offen!" antwortet der Chef, der sich in den letzten Wochen in seiner Freizeit offenbar eingehend mit der bunten Broschüre befaßt hat. "Sie sagen, daß sie Windows-Standard-Dateien benutzen ..." "Ach so, der alte ´Ändere-die-Endung-des-Dateinamens-in-irgendeine- obskure-Buchstabenkombinaten´-Trick, damit die Dateien nur mit ihrem Programm gefunden werden können. Ja, sowas mag ich!" "Was meinen sie?" "Das ist doch ganz einfach. Erinnern sie sich noch daran, als das Lager alle archivierten Dokumente auslagern wollte, um etwas Lagerraum freizumachen?" "Ja?" "Und sie haben sich an diese Firma gewandt, die sich auf die Einlagerung von Akten spezialisiert hatte, die alle unsere Akten in ´Standard´-Behältern einlagern wollte." "Und die ALLE Akten indizieren wollte, so daß es genügt hätte, anzurufen, den Namen der Akte zu nennen, die dann prompt geliefert werden sollte?" "Ja." "Und wir haben dieser Firma einen ganzen Batzen dafür bezahlt, nicht zu vergessen noch die Gebühren für das Anliefern der Akten und so weiter. Erinnern sie sich?" "Uh-Huh." "Und erinnern sie sich auch daran, als unser Unternehmen einen großen Verlust wegen dieser Firma machte?" "Als sie ihr Lager anzündeten, ja." "Als ich ihre Umweltüberwachungssysteme getestet habe, um herauszufinden, wie sicher unsere Akten aufbewahrt werden, ja." "Wie auch immer ..." zweifelt der Chef. "Und erinnern sie sich daran, daß wir schließlich all unsere Akten zurückgefordert haben?" "Ja." "Und als die Akten zurückkamen, steckte jede in einem braunen Umschlag mit einer kryptischen Nummer, so daß sie mehr als den doppelten Raum als vorher beanspruchten. Dann mußten wir diesen Studenten einstellen, der die Akten aus den Umschlägen holt und wieder sortiert ..." "Soweit ich mich erinnere, ist er noch immer damit beschäftigt." kommentiert der IT-Chef. "Sie wollen also behaupten, daß dieses Programm zur Dokumentenverwaltung so arbeitet wie diese Firma und daß die Behauptung, alle Schnittstellen seien offen, eine Lüge ist, die sie mit dem Versprechen eines kostenlosen Besuchs in den USA zu ´Schulungszwecken´ verdecken wollen???" *** AUSFLUGS-ALARM!!! *** "Nein, ich sagte, daß wir aus unseren Irrtümern lernen können!" antworte ich schnell, bevor der PJ die Sache an sich reißen kann. "Also IST doch etwas dran, an einem Server zum Management der Dokumente?" keucht der Chef. "Nun, ein solches System könnte hilfreich sein ..." springt der PJ auf den fahrenden Zug auf. ... DREI BIERHALTIGE FERIENTAGE IN DEN USA SPÄTER ... "Und, wie steht es um das Dokumenten-Verwaltungs-System?" fragt der Chef und versucht, dem PJ über die Schulter zu schauen, um einen Blick auf den Fortgang des Kategorisierungs-Prozesses zu erhaschen. "Gut, aber es gibt noch ein paar kleinere Schwierigkeiten bei der Auswahl der passenden Kategorien ..." "Wirklich, kann ich dabei helfen? Ich habe mir ein paar der Dokumenten angeschaut, die sie mitgebracht haben, und habe das System, glaube ich, begriffen. Dokumente zu finanziellen Transaktionen können nach Abteilung, Lieferant, Zahlungsart, Einkäufer, Anschaffungsart, Aufwand, dem Gebäude, Einsatzort, Beschaffungsgrund, Name ..." Der Chef plappert noch eine Weile vor sich hin, dann marschiert er begeistert davon, um zu unserer Unterstützung eine umfangreiche Liste aufzustellen. Der PJ hat in der Zwischenzeit mit der Ruhe eines wirklichen Profis seine Tätigkeit fortgesetzt. "ES IST VERBLÜFFEND!!!" ist der Chef begeistert, als er ins Büro kommt - ein zufriedenes Lächeln im Gesicht. "Ich habe mir die Statistik zur Ausnutzung der Speicherkapazität angeschaut, und es scheint einen enormen Anstieg bei der Nutzung der Speicher zu geben, ganz besonders seit dem heutigen Morgen, und es sieht so aus, als brauchten wir bald neue Festplatten!!! Ich hatte gar nicht geahnt, daß es so beliebt ist!!!" "Oh, ja!" stimme ich zu. "Und es stellt unter Beweis, daß die Heimarbeiter, die über das Internet auf ihre Dateien zugreifen können, am meisten davon profitieren. Schauen sie sich nur die Internet-Zugriffe an!" "Ach du großer Gott! Das ist ja hervorragend! Aber was glauben sie, wie lange es noch dauern wird, bis wir neue Festplatten brauchen?" "Zwei, vielleicht drei Tage. Wir überspielen gerade die Inhalte einiger älterer Sicherungsbänder, weshalb die Daten nun über das Netzwerk schneller verfügbar sind. Was wird gerade im Augenblick überspielt?" "Die McHenry ... uh, Service-Dokumentation." "Wirklich? Es ist doch immer wieder interessant, mit wem die Firma Beziehungen unterhält, von denen man nie etwas gehört hat! Was kommt danach?" "Schauen wir mal ... Nun, wir hätten das noch drei oder vier Bänder mit ´Rusty und Eddie´- ..., ähm, Interaktionsdaten." "Rusty und Eddie. Hmm, ich schätze, ich sollte mich mit diesen alten Vorgängen noch einmal vertraut machen." "Nun, an ihrer Stelle würde ich mir dafür einige Stunden reservieren." "Das ist langweilig. Nun, ich überlasse es besser ihnen. Informieren sie mich, wenn es Probleme gibt." "Selbstverständlich!" ... Kaum einen Tag später ist der Spuk vorbei. Als der Chef dem mittleren Management die Vorteile des neuen Systems vorführen wollte, brachte eine Zufallsauswahl der unter ´Finanzen´ kategorisierten Daten ein Bild aus der ´Mädchen tun es für Geld´-Serie auf den Monitor - so hatte der PJ sie eingeordnet. Der Chef hat uns unsere ´Hacker´-Geschichte abgekauft, aber der Rechner mußte verschwinden ... ... in einen Lagerraum, wo die Website in Windeseile neue Kunden bekommt. Man muß diese neuartige Technologie einfach lieben ... |
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© Simon Travaglia, 05.11.2001, Übersetzung: thomas w., 2001. |
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