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| bastard operator from hell | ||
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Der B.O.F.H. spielt mit dem Feuer ...
Es ist 8:30 Uhr am Vormittag, als ich vor der Firma ankomme, um das Gebäude von Feuerwehrfahrzeugen und herumeilenden Feuerwehrmännern umstellt vorzufinden. Mehr Helme, als auf einer Porno-Website für Schwule. Als das Signal zur Entwarnung kommt, stürme ich hinein und finde heraus, daß die Rauchmelder durch ein kleines Durcheinander bei einem der Laserdrucker außerhalb unseres Büro ausgelöst wurden. Ein meistens sehr unwahrscheinliches Zusammentreffen von einem Papierstau, einem defekten Lüfter und einer nichtreagierenden Sicherung ... "Lüfter fallen immer wieder aus", sage ich und deute auf die kümmerlichen Überreste. "Doch in 99.9 Prozent der Fälle werden sie aus unbrennbarem Material hergestellt, ist nichts entflammbares in ihre Nähe. Das war wirklich eine unglückliche Verkettung von Zufällen." Und das ist wirklich wahr. Das mußte nicht von außen beeinflußt werden - der Drucker war einfach alt. "Aber daraus hätte sich ein großes Feuer entwickeln können!" platzt es aus dem Chef heraus - der sich mehr um Unversehrtheit seines preisgekrönten Gummibaums macht, als um irgendeine andere Zerstörung im Gebäude. "Das hätte geschehen können, doch tatsächlich war es nur die fehlende Belüftung und ein paar Blatt Papier, die die Sensoren ausgelöst haben. Wenn wir Hitzemelder statt der Rauchmelder hätten, hätte sich das Problem von selbst gelöst." Der Mann von der Feuerwehr bestätigt meine Worte. "Das wäre zwar ungewöhnlich, aber es ist schon vorgekommen", stimmt er mir zu. "Und in diesem Fall war es gerade mal ein halbes Blatt Papier, das verbrannt ist." "Wie ist das passiert? Wer druckt denn um diese morgendliche Zeit?" will der Chef auf der Suche nach einem Täter wissen. Ich öffne den Drucker und hole die verbleibende Blatthälfte heraus. "Das ist ... das Protokoll eines unserer Systeme zur automatischen Datensicherung", erkläre ich. "Die werden in jeder Nacht gedruckt, wenn die Datensicherung erfolgreich war." "Nun, wir sollten vorsichtiger sein." grollt der Chef. "Ein Feuer wie dieses kann ernsthafte Zerstörungen verursachen." "Stimmt", sagt der Mann von der Feuerwehr. "Gebäude wie dieses, in denen das Papier herumliegt, können unter den richtigen Umständen in Flammen aufgehen wie eine Schachtel Streichhölzer!" Ich unterdrücke den Wunsch, seine Bemerkung sarkastisch mit einem: "Wenn das Papier in Benzin getränkt wird" zu kommentieren - wenn man davon ausgeht, daß das Gebäude zum großen Teil aus Beton besteht, eine temperaturgesteuerte Sprinkleranlage verfügt und kaum ´loses Papier´ herumliegt, übertreibt er doch etwas. "Sollten wir in dieser Angelegenheit vielleicht etwas unternehmen?" will der Chef wissen. "Nun, für 500 Pfund können sie eine Feuerrisiko-Analyse bekommen, die ein entsprechender Fachmann vornimmt." "Aha, und wen muß ich dafür kontaktieren?" fragt der Chef dümmlich. "Nun, ganz zufällig arbeite ich gelegentlich auch auf diesem Gebiet ..." Zwei Tage und 500 Pfund später haben wir einen "Bericht", auf dem neben der Aufschrift "Speziell angefertigt für" unser Firmenname steht ... "Hier, schauen sie! Wir sollten Technik, die Hitze erzeugen kann, in feuersicherer Umgebung betreiben!" keucht der Chef begeistert. "Und wir sollten Vorsichtsmaßnahmen durchführen, um die Überhitzung in Geräten mit beweglichen Teilen zu verhindern!" "Aha. Und wann glauben sie, sollten wir damit beginnen?" "Wann?! So schnell wie möglich!!!" "Ah, ich glaube, wir brauchen dazu einen offiziellen Auftrag zur Erhöhung der Sicherheit im Gebäude." antworte ich. "Die Leute würden uns nicht trauen, wenn wir ihnen sagen, wir müßten für Sicherheit sorgen." "Einen Auftrag wollen sie!? Dabei hatten wir doch gerade ein FEUER! Ich gebe ihnen keinen Auftrag, sondern ich VERLANGE Sicherheit!" "In Ordnung", seufze ich. "Dann legen wir also los." Und damit verabschiede ich mich ... ... für zwanzig Minuten, bis er mich auf meinem Handy anruft und ein weiteres Treffen im Büro fordert ... "Was gibt es?" "IHRE VERDAMMTEN SICHERHEITSMASSNAHMEN!" schreit ein Erbsenzähler, der sich hinter der Tür versteckt hatte, und würde wohl gern auf mich losgehen. "Habe ich es ihnen nicht gesagt", flüstere ich dem Chef zu. "Es scheint so, als würden die Leute glauben, sie seien irgendwie zu eifrig an die Arbeit gegangen. Was ist denn nun wirklich passiert?" "Nun, ich wollte nicht einfach hereinstürmen und ihnen sagen, was sie tun sollen", erkläre ich geduldig. "Das wäre diktatorisches Verhalten. Statt dessen hatte ich mich für eine andere Herangehensweise entschieden, um die Unstimmigkeiten der Vergangenheit zu überwinden und das Kriegsbeil zu begraben." "ER HAT ES IN MEINEM ZIP-LAUFWERK BEGRABEN!" "Nun, es war schließlich ein Gefahrenherd!" antworte ich. "DAS WAR ES NICHT! ES WAR JA NICHT EINMAL AN MEINEN RECHNER ANGESCHLOSSEN!!!" "Dann war es eben ein potentieller Gefahrenherd, denn früher oder später hätten sie es angeschlossen. Und Vorsorge ist besser als ein Feuer, oder?" "DANN HABEN SIE MEINEN MONITOR IN DEN MÜLLCONTAINER GEWORFEN!" "Er hat Hitze erzeugt. Und der Container hätte uns geschützt, falls der Monitor verbrennt ..." "Jjjjjjjaaaahhh." nuschelt der Chef und wechselt die Seiten schneller, als ein italienischer Kriegsheld. "Ich glaube, da sind sie wirklich etwas übereifrig gewesen." "Nun, es war ihr Bericht, der die Anweisung enthielt, danach Ausschau zu halten!" "Ja, aber ich meinte doch, sie sollten Dinge in Ordnung bringen, die wirklich ein Feuer verursachen könnten." "WIRKLICH ein Feuer verursachen könnten? Ah. Das hätten sie mir aber sagen müssen. Vielleicht sollte ich in diesem Fall auch den PJ informieren - er kümmert sich um leichtentflammbare Gase." "MACHEN SIE SICH KEINE SORGEN!" ruft der PJ triumphierend. "Ich bin FERTIG! Ich hatte ein paar widerspenstige Nervtöter mit ihren Einwänden zu überzeugen, doch jetzt ist die Gefahr von Methangasexplosionen gebannt!" "Welche Methangasexplosionen?" "Gas, eingefangen in einem begrenzten Raum! Ich habe Luftlöcher in die Zwischenwände der Damen- und Herrentoiletten gebohrt, habe die Abfallbehälter aus der Küche nach draußen befördert und, natürlich, die Gefahr von Gasbildung beim Verrotten von Pflanzen dadurch gebannt, daß ich alle Pflanzen in die Container auf der anderen Straßenseite befördert habe." "Mein Gummibaum!" keucht der Chef besorgt. "Keine Sorge - den habe ich nicht angerührt. Er steht sicher und wohlbehütet unter der UV-Lampe in ihrem Büro." "Gott sei dank. Es ist ein preisgekrönter Gummibaum, müssen sie wissen." "Jetzt wird er noch mehr Preise gewinnen - ich habe die Blätter mit etwas Alkohol gereinigt, den ich noch übrig hatte, und ihn näher an die Lampe herangestellt, damit er noch bess ..." Der PJ wird von einem Geräusch unterbrochen, das sehr an eine Explosion erinnert ... "Ich glaube, das könnten sie ganz gut gebrauchen", erkläre ich, als ich dem Chef hastig das Beil in die Hand drücke. "Für das Feuer!" füge ich schnell noch hinzu, als ich bemerke, wie der Chef den PJ fixiert. Gefährliche Plätze, diese Bürogebäude ... |
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© Simon Travaglia, 25.05.2001, Übersetzung: thomas w., 2001. |
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