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| bastard operator from hell | ||
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Der B.O.F.H., der früher als Roger bekannt war ...
Ein paar gierige Erbsenzähler haben mich in meinem Büro unmzingelt, die wissen wollen, wie wir hier arbeiten und wieso wir manche Entscheidungen treffen. Der Chef ist dieser Angelegenheit keine Hilfe, zeigt er doch alle Anzeichen von Biegsamkeit, die man von jemandem ohne Rückgrat erwartet, als ihm dieser Vorschlag gemacht wird. "Aber das sind Fachleute für finanzielle und technische Sicherheit! Man kann sich nicht WEIGERN, mit ihnen zu reden!" erwidert er. "Natürlich kann man!" "Das können wir nicht - es wäre nicht gut für unser Ansehen, wenn wir eine schlechte Beurteilung bekommen." "Dann kämen die verschiedenen Berichte jedenfalls zum gleichen Ergebnis." antworte ich und deute einen Ausweg an. ... Eine halbe Stunde später sitze ich im Büro einem Erbsenzähler-Kauz gegenüber, der für eine internationale Beraterfirma arbeitet und einen ganzen Sack voller Fragen und viel Zeit (er berechnet riesige Stundensätze) mitgebracht hat. Ich mag ihn nicht. "Gut, wir sollten mit einem Überblick über ihre aktuelle Topologie und ihre Systeme beginnen. Aber zunächst hätte ich gern ihren Namen." "Oh, ich fürchte, daß das ein Geschäftsgeheimnis ist." erwidere ich freundlich. "Wie bitte?" "Das ist ein Geschäftsgeheimnis. Wenn ich ihnen meinen Namen sagen würde und die Daten den falschen Leuten in die Hände fielen, wer weiß, aber schon am nächsten Tag würden die Sklaventreiber anrufen und versuchen, mich abzuwerben." "Wir KÖNNEN diese Information auch in ihrem Telefonverzeichnis finden." "Da stehe ich nicht drin. Kein System-Administrator steht in dem Verzeichnis." "Dann von Namensschild an ihrer Tür!" "Da gibt es kein Namensschild." "VON IHREM GEHALTSSCHECK!!" "Ich bin ein Auftragnehmer - ein Unternehmen mit anderen Worten." "Dann von ihrem Chef!" "Er ist neu hier und hat keine Ahnung." "Von ihren Kollegen!" "Die würden es ihnen nicht verraten. Selbst wenn sie meinen Namen WIRKLICH kennen sollten, was sie nicht tun." "Wir legen hier sehr viel Wert auf Geheimhaltung", erklärt der PJ, als er ins Büro kommt. "Wir müssen ihnen doch aber einen Namen geben!" "Ja. Ich würde ´Der System-Administrator, der vorher als Roger bekannt war´ vorziehen." "Also heißen sie Roger?" "Nein." "Aber ihr Name WAR Roger?" "Niemals." "Und wieso nennen sie sich dann ´System-Administrator ...´ und so weiter?" "Oh, damit ich mich mit einem Symbol aus der Zeichentabelle identifizieren kann." "Welches Symbol?" "Ich kenne seinen Namen nicht. Haben sie einen Laptop bei sich?" "Nein." "Dann muß ich das Symbol aufmalen." ... zehn Minuten später ... "Nun, welche Betriebssysteme benutzen sie?" "Oh, ich fürchte, daß das ein Geschäftsgeheimnis ist ..." ... zwei Stunden später ... "Also, lassen sie mich zusammenfassen - sie können mir nichts über ihre Person, ihre Firma, ihre Arbeit, Einzelheiten ihrer technischen Ausstattung, wo sie stehen, ihre Notfallpläne oder den nächsten Notausgang mitteilen, weil es sich um Geschäftsgeheimnisse handelt?" "Das ist korrekt." "Wieso ist der Notausgang ein Betriebsgeheimnis?" "Weil jemand davor warten könnte, um mich abzufangen und mir ein Angebot zu machen, dem ich nicht widerstehen kann. Wissen sie, diese Leute würden einen Alarm auslösen, wenn sie wüßten, auf welchem Weg ich das Gebäude verlassen werde. Und schon hätten sie mich. Das passiert in größeren Unternehmen immer wieder." "Und wieso ist dort das Notausgangs-Zeichen über dem feuersicheren Panzerschrank?" "Um Industriespione einzusperren", antwortet der PJ mit einem wissenden Lächeln. "Jjjjaaaa", sagt der Kauz schließlich und greift nach seinem Handy. Zehn Minuten später kommt der Chef herein. Ganz offensichtlich hat ihm jemand aus den höheren Etagen ein paar Anweisungen gegeben. "Was soll diese Sache mit dem ´Betriebsgeheimnis´?" fragt er mich. "Er will uns seinen Namen nicht nennen." betont der Erbsenzähler-Kauz. "Er behauptet, das sei ein Geschäftsgeheimnis." "Und das trifft auch auf persönliche Daten zu." antworte ich. "Mein Vertrag legt fest, daß sie mich nicht zwingen können, irgendwelche persönlichen Daten herauszurücken." "Er will mir auch nicht sagen, welche Betriebssysteme sie benutzen, noch Angaben darüber machen, welche Server sie haben." "Wieso nicht?" fragt der Chef gereizt. "Er behauptet, das seien ein Geschäftsgeheimnisse." Die Augen des Chefs verdrehen sich bei dieser Antwort, also schiebe ich ihn vor die Tür, um mit ihm unter vier Augen zu sprechen. "Es ist doch ganz einfach", biginne ich. "Ich sage diesen Typen, welche Betriebssysteme bei uns laufen, dann werden die mich nach Sicherheitsvorkehrungen fragen und wie von außen auf unser Netzwerk zugegriffen werden kann, wie man unser Netz angreifen kann. Und bevor sie wissen, wo ihnen der Kopf steht, wollen diese Leute wissen, wer regelmäßig im Betrieb gegen die Nutzungsbedingungen verstößt, die Filter umgeht und das geschieht. Und dann werden sie verlangen, daß ich die Zugriffsstatistiken herausrücke, aus denen auch ersichtlich wird, wer aus dem Management glaubt, durch das Abschalten des Zwischenspeichers im Browser werden seine Internetausflüge nicht protokolliert. Und das kann ... nun, das kann ein Geschäftsgeheimnis sein." "Ah! Ja, stimmt, da muß ich ihnen zustimmen! Denn wenn die Leute unsere Internetbesuchs-Protokolle kennen, dann könnten sie, ähm ..." "... Nachrichten auf den betreffenden Webseiten hinterlassen, mit denen die Manager abgeworben werden sollen." vollende ich. "Oh, ha! Das ist es!" keucht der Chef. Er greift zum Handy ... "... Nachrichten auf den betreffenden Webseiten hinterlassen, mit denen die Manager abgeworben werden sollen ..." "Oh, ja!" keucht der IT-Chef. ... fünf Minuten später ... "... Nachrichten auf den betreffenden Webseiten hinterlassen, mit denen die Manager abgeworben werden sollen." "Ah, ja!" keucht die Assistentin des Geschäftsführers besorgt. ... "Das alles werde ich in meinem Bericht an die Geschäftsleitung erwähnen", versucht der Kauz eine Bresche in die Front der Ablehnung zu schlagen. "Sie können Dinge nicht mit der Begründung, sie seien Betriebsgeheimnisse, verschweigen." "Lustig, aber genau das hat ihr Vorgänger im letzten Jahr auch gesagt." "Hat er? Ich kann mich nicht erinnern, seinen Bericht gesehen zu haben." "Das ist doch klar, er war schließlich ein Geschäftsgeheimnis. Also haben wir ihn dem Panzerschrank anvertraut." "Es gab nur EIN Exemplar!?" "Sozusagen. Er war nur in seinem Kopf vorhanden." Der PJ schließt die Tür und läßt die Jalousien herunter ... ... "Ah ... Nun, vielleicht war ich ein wenig voreilig ..." ruft der Kauz aus, mit einem leichten Anflug von Angst in der Stimme. "Sie NEHMEN es mit der Sicherheit wirklich sehr genau." ... "Sie haben doch nicht wirklich im vergangenen Jahr jemanden in den Panzerschrank gesperrt, oder?" fragt der Chef. "Natürlich nicht! Aber die gleiche Geschichte habe ich dem Typ vom vergangenen Jahr erzählt!" "Und was - oder wer - ist nun in dem Panzerschrank?" will der IT-Chef neugierig wissen. "Oh, ich fürchte, daß das ein Geschäftsgeheimnis ist." Es ist wirklich ganz einfach, wenn man weiß, wie es geht. Ich sollte Politiker werden ... |
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© Simon Travaglia, 08.05.2001, Übersetzung: thomas w., 2001. |
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