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| bastard operator from hell | ||
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Der B.O.F.H. treibt Sport ...
Es ist sehr früh am Morgen, wirklich sehr früh, als der PJ und ich einige routinemäßigen Wartungsarbeiten erledigen, die WIRKLICH nur Routine sind. Wir haben nämlich bemerkt, daß das Programm, daß die Lohnschecks verschickt, einen Hang zur Vergeßlichkeit zeigt, der sich darin äußert, daß die Schecks immer später abgeschickt werden. Und daher haben wir uns entschlossen, den entsprechenden Server neu zu starten, nachdem wir die Aktualisierung des Programms, die der Hersteller uns geschickt hatte, eingespielt haben. Und wir haben gerade die Sicherheitskopie des aktuellen Systems beendet - was nicht unbedingt heißt, daß wir dem Programm auch trauen -, als das Telefon klingelt. Wir ignorieren das Klingeln natürlich - es ist 6:30 Uhr am Morgen und jeder, der zu dieser Zeit arbeitet und nicht in seinem Bett liegt und schläft, sollte nach Hause gebracht werden und ins Bett gehen, so krank wie er ist. Das Telefon verstummt und erklingt abwechselnd während der gesamten Installation und des Neustarts, um schließlich gegen 7:30 Uhr endgültig zu verstummen. Und wie es das Schicksal - nicht aber unser Wunschdenken - will, bleibt der Nutzer beharrlich und ruft unseren Chef an (den man um diese Zeit freilich auch lieber einschläfern sollte), der sich voller Arbeitseifer um jede Beschwerde kümmert - und sie direkt an uns weiterleitet. Daher marschiere ich also nach oben, um die letzte Neuerwerbung der Firma, Carl, kennenzulernen. Carl arbeitet für die "Strategie-Planungs-Einheit". Er begleitet mich durch eine chromglänzende Tür, die den Eingang zu einem kleinen Fitness-Sall darstellt, durch dessen Fenster man einen herrlichen Ausblick auf die Themse genießen kann. (Anders ist es mit den Büros der arbeitenden Angestellten, die ein paar Etagen weiter unten liegen und noch dazu mit Blick auf die andere Seite.) Eine hochmoderne Ausrüstung mit Sportgeräten umgibt mich, die offenbar noch niemand benutzt hat. "Es ist alles mit dem Rechner dort drüben verbunden", gestikuliert er stolz. "Sie benutzen einfach eines der Geräte, und der Rechner findet selbständig ihr Profil, sorgt dann dafür, daß die Geräte ihren Fähigkeiten entsprechend eingestellt werden, so, wie es ihr persönlicher Fitnessplan vorsieht. Das ist großartig!! Ich kann nicht verstehen, wieso niemand diese Möglichkeiten nutzt!!" "Hmmm", stimmt ich zu und spiele den Ungläubigen. "Und ihr Computer-Problem ist?" frage ich. "Das hier", murmelt er und deutet auf ein Laufband. "Und wie kann ich ihnen damit helfen?" "Nun, sie könnten es reparieren." "Das ist ein Laufband, kein Computer ..." "Aber es hat einen eingebauten Computer. Und der ist mit dem anderen Computer verbunden!" "Nein, hier ist nur ein Mikroprozessor eingebaut - da könnten sie mir auch gleich den Auftrag geben, ihr Handy zu reparieren!" "Oh, tatsächlich hat mein Handy im Moment Empfangsprobleme! Können sie es reparieren?" "Ganz zufällig kann ich das tun. Schauen wir mal." Er reicht mir das Handy, und ich werfe es in den Papierkorb. "So, und nun rufen sie ihre Hausratsversicherung an und bestellen einfach ein neues." "Ich ... uh ... Gute Idee. Hmmm, könnten sie das Laufband trotzdem REPARIEREN?" "NATÜRLICH kann ich das! Helfen sie mir einfach dabei, das Gerät zum Balkon zu tragen, dann kümmere ich mich darum!" "Wollen sie damit etwa vorschlagen, es aus vom Balkon zu werfen?!" "Natürlich nicht!" "Gut." "Nein, es FIEL vom Balkon, als SIE es umräumten, um ... den Raum ein wenig zu säubern." "Ich mache nicht sauber! Ich bin ein leitender Angestellter!" "Ja. Aber eigentlich weiß ich gar nicht, wer sie sind ..." "Ich habe am Montag angefangen, und gestern habe ich diesen völlig ungenutzten Fitness-Raum entdeckt!!!" antwortet er. "Nun, das liegt vielleicht an dem Fitness-Plan für die Manager." "Oh, es gibt dafür ein Programm?" "Biiiieeeteeee! Haben sie ihre Kollegen vom höheren Management gesehen?" frage ich. "Sie pflegen sogar, den LIFT zwischen zwei Etagen anzuhalten, um sich auszuruhen!" "Ja, das habe ich bemerkt. Aber danach habe ich sofort eine Mitteilung darüber an die Geschäftsleitung geschickt, in der ich danach fragte, ob die Einrichtung eines Fitnessraums mit entsprechenden Kursen für das Management nicht gut wäre. Sie wissen schon, gesunder Geist - gesunder Körper." "Ja, und wenn sie mit dem Körper beginnen, könnten sie dabei sogar erst einmal Erfolg haben." Seufz. Nachdem ich das Problem gelöst habe, indem ich den Netzstecker in die Steckdose gesteckt habe und den Beginn des Selbsttests der Maschine abgewartet habe, verdrücke ich mich wieder. Und wie es mein "Glück" will, wartet der Chef schon auf mich. "Alles wieder in Ordnung?" fragt er nervös. "Ja, das Gerät war einfach nicht an die Stromversorgung angeschlossen. Aber jetzt läuft alles wie geschmiert." "Oh, sie haben es also wieder angeschlossen? Und könnten sie den Stecker vielleicht auch wieder ziehen?" fragt er, wobei eine deutlich bemerkbare Hysterie in seiner Stimme mitschwingt. "Den Stecker ziehen?" "Ja, es ist so, daß wir nicht unbedingt wild auf diese Fitness-Geschichte sind", hechelt er, offensichtlich schon ganz außer Atem von dem Gedanken an all die Möglichkeiten, die ein funktionierender Fitnessraum zu bieten hat. "WIR?" "Ich und die anderen Manager der IT-Abteilung. Und auch die Buchhaltung, ich habe gehört ..." "Aha. Aber er wird den Stecker wieder in die Dose stecken ..." "Vielleicht könnten sie ... ähm ... das Gerät zerstören?" "Ich spüre da einen leichten Anflug von Illoyalität gegenüber der Firma." erkläre ich schockiert und voller Enttäuschung in der Stimme. "Wenn ich es nicht besser wüßte, müßte ich jetzt vermuten, daß das Wohl der Firma für sie gar keine Herzensangelegenheit ist!" "Natürlich tun wir alles für die Firma, nur eben nicht bei dieser Fitness-Folter. Was würde es kosten, zu beweisen, daß diese Fitness-Sache nicht gut ist für die Firma?" "Fünfzig Pfund ..." "... für jeden ..." mischt sich der PJ ein. "... Manager." ergänze ich und lasse mich von dem Gedanken hinreißen, daß niemand von ihnen als Schwächling dastehen möchte ... "SIE WOLLEN BEIDE 50 PFUND VON JEDEM MANAGER!!!" "Nein, eigentlich nicht, denn wir würden es gern sehen, wenn unser Management beim nächsten Marathon durch London startet ..." "Ich muß telefonieren." Zwei Stunden und zwei dicke braune Umschläge später sind die gewünschten "Reparaturen" erledigt. "Und sie sind ganz sicher, daß ich die Geräte nicht BENUTZEN muß?" fragt der Chef ängstlich und blickt mich in seiner neuen Sportkleidung an, die so teuer aussieht, daß sie ihn tatsächlich eine Stange Geld gekostet haben muß ... "Ganz sicher, sie müssen nur so tun ..." Am nächsten Tag werde ich (schon wieder) zu früher Stunde angerufen, um nach den Fitness-Geräten zu schauen. "Nun", wende ich mich an die ermittelnden Beamten, während ich den Fitness-Computer untersuche. "Es scheint so, als hätte das Laufband zunächst ein Standard-Programm durchgeführt und einen etwas schnelleren Lauf bei einer Geschwindigkeit von 9 Kilometern in der Stunde simuliert. Doch dann wechselte es plötzlich in ein Sprint-Profil mit 50 Kilometern in der Stunde, wodurch das Band ihn dann durch das Fenster hinausbeförderte, so daß er nach dem Sturz im Müllcontainer landete, wo wir zuvor all die alten Verpackungen unserer Rechner entsorgt hatten - und das war WIRKLICH Glück." "Glück?" fragt der Beamte. "Er hat sich beide Arme und einen Knöchel gebrochen und leidet unter einem Schock!!" "Also keine besonders schlimmen Verletzungen." kommentiert der Chef. Alles weitere ist Geschichte. Mit der Entschuldigung, sie könnten sich nicht auf die Geräte verlassen, haben sich die Manager vom Fitness-Programm verabschiedet und den PJ und mich damit beauftragt, den Raum zu säubern. Ich gebe dem PJ noch ein paar hilfreiche Anweisungen ... "Gut, die Fahrradtrainer sind kein Problem, aber die Laufbänder sind etwas schwerer. Wir müssen sie also mit etwas Schwung hinauswerfen - ich meine natürlich: aus dem Weg räumen, damit wir hier fegen können ..." |
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© Simon Travaglia, 28.04.2001, Übersetzung: thomas w., 2001. |
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