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b.o.f.h.
 
  bastard operator from hell  


Der B.O.F.H. spielt Golf ...

"Verdammt!" ruft der PJ, als der Server der Personalabteilung sich in den Warte-Modus abschaltet.
 
"Verdammt!" ruft er erneut, als einer unserer großen Dateiserver ihm folgt und sich verabschiedet. "Was mache ich FALSCH?"
 
Seufzend gehe ich zu ihm und nehme ihm den Schläger aus der Hand.
 
"Sie verziehen beim Schlagen." sage ich und zeige ihm zum dritten Mal, wie er den Schläger halten soll. "Wenn sie das Eisen zu nah an ihrem Körper halten, wird der Ball abgelenkt. Halten sie den Schläger zu weit weg von ihrem Körper, fliegt der Ball zu hoch. So sollten sie es machen - >WACK!< >KRACH< >RUMMS< - einfach so!"
 
"Bei ihnen sieht das so leicht aus!"
 
"Das ist es auch - wenn sie es einmal begriffen haben. Und das wir gerade vor dem Datenbank-Server der Erbsenzähler stehen, zeichne ich es ihnen schnell auf. Dann versuchen sie es noch einmal ..."
 
...
 
Natürlich, es ist nicht gerade professionell, im Server-Raum Golf zu spielen, ja, vielleicht sogar verantwortungslos, doch auf der anderen Seite ist ein hervorragend schallisolierter Raum mit langen, freien Gängen zwischen den Rechnern der optimale Platz, um ein wenig zu üben.
 
Wenn sie den Ball gerade schlagen können ...
 
Der Grund für unsere Übungen wird offensichtlich, wenn man bedenkt, daß in der Post unseres Chefs eine Einladung zum alljährlichen ´Datenzentren-Manager-Golf-Turnier´ lag. Die Einladung kam von einem Lieferanten oder jemandem, der meinte, daß jemand in einer bestimmten Position in der Lage sein müsse, mit einem Eisen und ein paar Bällen umzugehen. (Das stimmt durchaus, wenn man die ehemaligen Manager der Firma anschaut, doch das gegenwärtige Exemplar ist eine andere Angelegenheit.)
 
Traurigerweise ist der Chef nicht in der Lage, an dem Turnier teilzunehmen, so daß der PJ und ich beschlossen haben, ihn (und ein paar andere Manager) zu vertreten.
 
Nun, der PJ muß noch ein wenig an seinem Handicap arbeiten, und damit meine ich nicht seine Tippgeschwindigkeit von 10 Worten pro Minuten.
 
- 10 Minuten später -
 
"Das ist nicht nur nicht gut, das ist unmöglich!" ruft er wütend und feuert den Golfschläger wahrhaft professionell durch den Raum - was beweist, daß er sich WIRKLICH langsam bessert.
 
"Ich glaube, ich weiß, wo ihr Problem liegt", antworte ich und wähle die sanfte Methode. "Das ist Schrott. Wie auch immer, mit dem richtigen Anreiz werden sie ihre Fähigkeiten sicher verbessern können ..."
 
Ich ändere die Position des Golfballs und die des PJs und schalte in den Trainer-Modus um.
 
"Nehmen sie jetzt den Schläger und machen sie eine kräftige Bewegung in diese Richtung."
 
"Zum Applikations-Server der Erbsenzähler?"
 
"Korrekt. Und dann strengen sie ihr Vorstellungsvermögen etwas an."
 
"Eine grüne Wiese und eine Fahne am Loch?"
 
"Nein, 17 Glas Bier, die ich bezahle, wenn wir den ersten Preis bekommen."
 
>WACK< >Krach< >Splitter< >weeeeeeoorrRRRRRRR.....r<
 
"Beeindruckend!" keuche ich und untersuche den Schaden. "Der Ball hat das Gehäuse vor den Festplatten durchschlagen und ist ... Oh! ... direkt auf dem Kühler des Prozessors gelandet, was beinahe zwangsläufig eine therm ..."
 
>... rrrrrrrrr - Klick<
 
"... ische Überlastung verursachen muß. Es sieht aus, als seien sie jetzt bereit!"
 
[Am nächsten Tag, an dem der PJ einen Trauerfall zu beklagen hat und ich leider krank bin.]
 
"Ah, der DUFT von gemähtem Gras!" erklärt der PJ und erinnert sich damit an ein Leben, das er nicht hatte. "Der Lockruf des Golfplatzes!"
 
"Es wird noch besser, wenn wir den Parkplatz verlassen haben!" erwidere ich und dirigiere ihn freundlich in die Richtung des Zeltes mit der Anmeldung.
 
"Kann ich ihnen ein Getränk anbieten?" fragt der niedliches junges Mädchen.
 
"Scotch und Soda?" fragt der PJ ungeschickt.
 
"Nein, nein", unterbreche ich ihn. "Wir wollen nicht mit dem falschem Fuß aufstehen. Wir sind offizielle Repräsentanten unserer Firma. Und als solche müssen wir die hohen moralischen Ansprüche und den Geist des fairen Wettbewerbs vertreten, für die unsere Firma bekannt ist. Nur drei Glas Bier bitte."
 
"Für jeden!" fügt der PJ hinzu.
 
Drei kurze Biere später haben sich ein paar Verkaufsmanager zu uns gesellt, die von einem größeren Internet-Zugangs-Provider kommen und ungefähr soviel von Computern verstehen, wie Microsoft vo Einhalten von Standards ... Der PJ geht just in dem Moment zur Bahn, als einer der Typen seine Lobrede auf das Anbieten von Programmen über zentrale Server (ASP) beginnt ...
 
...
 
Drei Biere später sind wir mit ein paar anderen Typen an der zweiten Abschlagstelle, nachdem ein extrem verzogener Schlag des PJs dem vorherigen Redner einen Rippenbruch einbrachte. So ein Pech.
 
"Ah, sie wollen also mit dem Putter loslegen?" fragt einer unserer Opponenten den PJ hilfsbereit.
 
"Ein Putter!" lacht der, als ihm klar wird, daß er wohl ein wenig zuviel Bier getrunken haben könnte. "Ich dachte, es sei das Nuller-Eisen. Bin gleich wieder hier!"
 
Er stapft in Richtung eines großen Busches davon, während ich mir seine Golftasche schnappe, um das Zweier-Eisen für den Schlag zu entnehmen. Es ist wirklich traurig, einen so jungen Menschen zu sehen, der sich zum Trottel macht - und es ist noch schlimmer, wenn das jemandem in meinem Alter passiert, denke ich, als ich mich in die Golftasche übergebe.
 
Trotzdem, das gehört alles zum Spiel - und es ist ein großartiges Spiel. Beim fünften Loch hat der PJ alle Bemühungen aufgegeben, zu verbergen, daß er die Bälle unserer Gegner von der Bahn in die Büsche, die Wasserhindernisse oder die Sandflächen befördert - je nachdem, was näher liegt - oder sie einfach aufsammelt, um sie beim zehnten Loch wieder an sie zu verkaufen.
 
"Fünf Pfund für dreeeeiiii Bälle", murmelt er undeutlich.
 
"Das ist ja lächerlich!"
 
"Das ist es wirklich", sage ich ziemlich deutlich angesichts der 15 Biere, die ich bisher getrunken habe.
 
"Wie bitte?"
 
"Lächerlich."
 
"Bitte?"
 
...
 
"DAS RESULTAT!!" ruft der PJ, als er am nächsten Morgen mit angemessener Verspätung ins Büro kommt und die Golf-Trophäe auf meinen Tisch stellt. "Sie schulden mir 17 Biere!"
 
"Die haben sie doch nur gestohlen, oder?" frage ich, da ich mich noch gut daran erinnern kann, daß wir vom Golfplatz geflogen sind, nachdem der PJ begonnen hatte, in den Wasserhindernissen zu schwimmen. "Wann sind sie zurückgegangen, um sie zu holen?"
 
"Ich bin nicht zurückgeommen! Ich habe sie mir in die Tasche gesteckt, als man sich um den armen Kerl am ersten Loch kümmern mußte."
 
!
 
"Da gab es kei ... uh ... Champagner ... das war es doch?"
 
"Ja, furchtbares Zeug. Sie waren breit wie eine Flunder!"
 
Ab hier spüre ich, daß es vielleicht besser sein könnte, manche Geschichten nicht noch einmal aufzuwärmen.
 
"So hat es wohl auch geschmeckt ... "
 
(Noch einmal, warum alte Geschichten aufkochen?)


 
b.o.f.h.

© Simon Travaglia, 14.03.2001, Übersetzung: thomas w., 2001.