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| bastard operator from hell | ||
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Der B.O.F.H. beobachtet die Geschichte mit dem Q ...
Es ist später Nachmittag, als ich schließlich nach meinem ´Arztbesuch´ im Büro eintreffe. Der PJ ist gerade dabei Virenwarnungen zu drucken, um die Nutzer über die neuesten Entwicklungen auf diesem gefährlichen Gebiet zu informieren. "´Der Q-Virus befällt die Q-Taste ihrer Tastatur und verursacht Datenverluste in allen Dokumenten, in denen ein Q vorkommt.´ Ja, ich kann mir vorstellen, daß das einige Aufregung verursachen könnte. Aber niemand wird das glauben", erkläre ich, nachdem ich den Zettel gelesen habe. "Warum nicht?" fragt der PJ defensiv. "Sie werden nichts mehr glauben, was von uns kommt - nicht mehr, seitdem sie diese Mitteilung verschickt haben, daß Soundkarten Krebs verursachen können." "Aber das war eine hervorragende Warnung mit fantastisch vielen Rückmeldungen." "Ja, das stimmt. Wie auch immer, ich denke, daß die Leute etwas nachdenklich wurden, nachdem sie all ihre Soundkarten eingesammelt, verkauft und den Subwoofer für ihren Rechner angeschafft hatten ..." "Der war dringend nötig!" "Wieso? Damit die Leute unter uns merken, wann sie in Unreal Tournament verlieren?" "Nein, für den kompletten Audio-Genuß der Warnsignale des Betriebssystems. Sie glauben also, meine Arbeit war umsonst?" "Nein, nicht unbedingt. Natürlich muß das Merkblatt noch ein wenig bearbeitet werden, aber es sieht schon ganz gut aus. Ich werde mich darum kümmern, während sie in den Postraum gehen und uns ein wenig Hochglanzpapier und ein Gerät zum Verschließen von Folietüten holen können." Und so kommt es, daß der Q-Virus am nächsten Tag zum bestimmenden Gesprächsthema wird ... "Ah, diese Sache mit dem Q-Virus", murmelt der Chef, als er mit 0.005 Knoten pro Stunde in unser Büro trottet und einen Luftstrom hinter sich herträgt (vielleicht ist es aber auch das Curry vom Vorabend). "Q-Virus?" "Ja, der Q-Virus!" "Nie gehört. Und ich habe alle wesentlichen Viren-Diskussionslisten abonniert!" "Aber hier haben wir es schwarz auf weiß", ruft er und wedelt mit einer gelben Mitteilung. Nun, Farbenlehre gehört offenbar nicht zu seinen Stärken. "Lassen sie mich mal schauen", sage ich und greife mir die Arbeit des PJs. Und es ist ein beeindruckendes Werk - das muß man ihm zubilligen. Genau die richtige Mischung aus wichtig aussehenden Schrifttypen, Schreibstil und Hochglanzpapier, die ihm den nötigen Anschein von Authentizität verleiht. "Das ist ein Witz!" rufe ich. "Wer würde glauben, daß ein Virus eine Tastatur befallen kann?" "Es steht hier", erwidert der Chef. "Es ist ein makro-symbiotischer Virus, der sich, ähm, in die Steuerungselektronik der Tastatur einnistet und sie als ... äh ... Speicher nutzt. Wie in den alten Tagen, als Arbeitsspeicher noch unheimlich teuer und die Assembler-Programme mit wenigen Bytes auskamen." "Ja", murmle ich zweifelnd. "Diese Speicher-Geschichte könnte problematisch sein. Trotzdem, das ist Ulk - ganz offensichtlich hat das jemand als Scherz ausgedruckt." "Es ist Hochglanzpapier!" erwidert der Chef und spielt die gewünschte Rolle. "Selbst wir können Hochglanzpapier bedrucken!" rufe ich und offenbare ihm die Wahrheit. "Jemand könnte es sich im Postraum geholt und bedruckt haben!" "ACH WAS!" ruft der Chef und wird immer perfekter in seiner Rolle. "Die Warnung kam mit einem der PC-Magazine!" "Jemand hat es zwischen die Seiten geschmuggelt, um sie als Dummkopf dastehen zu lassen!" "Das glaube ich nicht - die Folie war unverletzt. Und ich bin nicht der einzige, der das Magazin bekommen hat. Die Warnung lag allen Exemplaren bei! Sogar der Chefberater der Finanz-Abteilung hat mich schon deswegen angerufen und nach Gegenmaßnahmen gefragt." "Der Chefberater aus der Finanz-Abteilung? War das nicht der Kerl, der eine Notiz mit dem Tacker an eine Diskette heftete?" "Er behauptet, sie hätten ihm dazu geraten, diesen Anhang so mit der Diskette zu verbinden." "Das ist doch lächerlich! Aber selbst, wenn ich dazu geraten hätte, wer wäre denn so blöd, daran zu glauben? Stellen sie sich vor, ich hätte ihm empfohlen, ein Axt und Tapetenleim zu benutzen, um das Ausschneiden und Einfügen von Texten durchzuführen!" "Dieser Berater wurde gefeuert, das wissen sie doch! Wie auch immer, darum geht es doch gar nicht! Was tun wir gegen diesen Virus?!?!" "ALLE GROSSEN Qs IN DEN DOKUMENTEN DURCH DEN KLEINBUCHSTABEN ERSETZEN?! Aber dann ist es doch schon im Rechner und hat nichts mit der Tastatur mehr zu tun!" "SO WIRD DER VIRUS AKTIVIERT!" "Bitte. Ich könnte ..." "SEHEN SIE SICH DAS AN!" winkt der Chef mich in sein Büro, so daß ich das Ergebnis der jüngsten Aktivitäten des PJs bewundern kann, die darin bestanden, die Federn unter den Tasten zu entfernen. "Das ist doch kein Virus, ihre Q-Taste ist einfach steckengeblieben!" "Nein, das ist der Virus. Ich habe ein Dokument gelesen, als es passierte!" "Und sie haben Alt-Q genutzt, um das Programm zu schließen?" "Sie können sagen, was immer sie wollen, aber das ist alles passiert, wie es in der Mitteilung steht. Und das ist erst der Anfang! Ich will das Problem bekämpfen, bevor es noch auf die anderen Tasten überspringt!!!" Ohne sich noch weiter auszulassen, greift der Chef zum Telefon und gibt den Leuten von der Nutzerbetreuung seine ´administrativen Anweisungen´. Später am Tag ... "So, hier habe ich alle Q-Tasten", ruft der PJ und hält eine Plastiktüte hoch. "Gut", antwortet der Chef begeistert und liest die Anweisungen auf dem Zettel, um über seine nächste Mission zu entscheiden. "Jetzt müssen wir sie desinfizieren." Es ist wirklich traurig, wie weit man Leute mit Hochglanzpapier bringen kann ... "Wir müssen die Tasten nehmen und in einen Metallcontainer stecken, der etwa 50 Liter fassen kann und sie kräftig bestrahlen, um die Virenstrukturen aufzulösen!" "DIE MIKROWELLE!" ruft der PJ, rennt in den Frühstücksraum und packt den Inhalt des Beutels in die Mikrowelle und läßt ihn zehn Minuten unter Höchstleistung brutzeln. Elf Minuten später in unserem Büro ... "Und wo bekommen wir jetzt Ersatztasten her?" fragt der PJ. "DAS VIREN-INFORMATIONS-ZENTRUM WIRD ES UNS SAGEN!" ruft der Chef und hämmert eine der Nummern von dem Zettel in sein Handy. "Hallo", meldet sich der PJ, dessen Telefon klingelt. "VIREN-INFORMATIONS-ZENTRUM ..." Und wen man genau hingehört hätte, dann hätte man die Landung des fallenden Groschens gehört. "Was wird es mich kosten?" "Nun ... hm ... 73 Tastaturen kosten ... nun ... 10 Pfund pro Stück?" "..." "730 Pfund. Aber weil sie es sind, überlasse ich sie ihnen für 500 Pfund. Sie sind im Lager." "Aber dann gehören sie doch schon der Firma!" "Nun, mal sind sie da, mal sind sie weg, sie wissen schon ..." 500 Pfund später ... "Ich habe einfach nur zugeschaut, als die Transaktion stattfand", gebe ich zu. "Es war so ..." "Einträglich?" fragt der PJ. "Nein, einträglich wird die Aktion in der nächsten Woche sein. Das hier war ... interessant." "Nächste Woche?" "Ja, wissen sie, wenn der Mausball-Virus ausbricht." "Ah, natürlich ..." |
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© Simon Travaglia, 02.02.2001, Übersetzung: thomas w., 2001. |
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