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| bastard operator from hell | ||
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Beurteilungszeit für den B.O.F.H. ...
Als sein direkter Vorgesetzter muß ich den jährlichen Beurteilungsbogen für den PJ ausfüllen, während der neue Chef - Ausgabe II - als mein "väterlicher" (natürlich nicht im biblischen Sinn) Vorgesetzter mich beurteilen soll. Was für ihn ein kleines Problem darstellt, da er so neu ist, daß er sich auf die Berichte seiner Vorgänger und der anderen Manager verlassen muß, um eine Beurteilung zu schreiben, die mich glücklich macht, während sie zugleich nicht zu unkritisch aussehen soll. Er hat mittlerweile festgestellt, daß er zu den weniger populären Leuten in der Firma gehört, also wird er sich bemühen, sein Ansehen zu steigern. "Und, wie sieht es aus?" fragt er mich beiläufig nach den positiven und negativen Punkten in der Beurteilung des PJs. "Sehr gut, wirklich. Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit seiner Entwicklung, obwohl es da noch ein paar Dinge gibt, die mir nicht gefallen." "Ja?" fragt der Chef, offensichtlich neugierig darauf, negatives über andere zu hören. "Ja, gestern mußte ich feststellen, daß er EINEN Anruf beantwortet hat!" "Das ist ja furchtbar!" ruft der Chef. "Ich weiß - ich hätte es einfach klingeln lassen. Ich habe noch zu ihm gesagt: ´Das ist nur ein Nutzer - er wird noch einmal anrufen, wenn das Neustarten des Rechners das Problem nicht löst. Oder wenn der Schreibtisch in Flammen steht.´ Ich frage mich, ob der PJ meint, er sei da, um den Nutzern zu helfen." Der Chef lacht nervös, aber er glaubt mir nicht wirklich. "Schreibtisch in Flammen", gluckst er. "Also habe ich ihm erklärt, daß das Abstellen der Telefonklingel das moralische Problem, sich zwischen dem Helfen oder dem Ignorieren zu entscheiden, lösen würde." "Nun, TECHNISCH betrachtet SIND sie da, um den Nutzern zu helfen ..." bemerkt der Chef leise. "Nein, in dem Punkt ist unser Vertrag eindeutig. Wir sind dafür verantwortlich, daß die Systeme problemlos laufen - aber es wird nichts über Nutzer gesagt. TATSÄCHLICH lasse ich die Nutzer nur AN DIE RECHNER, weil ich ein hilfsbereiter Mensch bin, da sie THEORETISCH die Funktionalität der Technik gefährden. Ich bin eben zu weichherzig ..." Der Chef gluckst wieder nervös, da er diese Angelegenheit offenbar nicht weiter vertiefen will. Stattdessen entscheidet er sich, zur ernsthaften Arbeit zurückzukehren. "Nun", beginnt er. "Dann kümmern wir uns mal um ihre Rolle ihre Leistungsindikatoren ... >KRITZEL< ... Mal sehen ... VERFÜGBARKEIT DER SYSTEME - befriedigend." "Befriedigend?" "Nun, mir wurde erklärt, es habe eine Menge unerwarteter Ausfälle gegeben, die sie nicht angekündigt haben." "Was? Ich kündige Ausfälle IMMER an!" "Ja, aber ich glaube nicht, daß das Management das Übertragen von ... hm ... ´I´m going down´ von Bruce Springsteen auf die Rechner der Nutzer als ordentliche Ausfallankündigung akzeptiert!" "Es sorgt dafür, daß die Nutzer ihre Rechner herunterfahren!" "Da bin ich mir JETZT sicher - aber ich glaube, sie sollten den Nutzern VORHER mitteilen, wann das Netzwerk ausfällt! Das war bei meiner letzten Tätigkeit nicht anders." "SIE HABEN ZEIT BIS ZUM ENDE DES LIEDES!" rufe ich. "Ja, bis zum ´n´ ... Wie auch immer, machen wir weiter. Service-Anfragen beantwortet - eingeschränkt." "Natürlich geschieht das eingeschränkt! Ich kann mich nicht mehr beim Server der Nutzerbetreuung anmelden, also habe ich keinen Zugriff auf die Datenbank!" "Könnte das daran liegen, daß sie ... hm ... >BLÄTTER< eine Ecke der Netzwerkkarte des Servers abgebrochen haben?" "Ein Unfall. Ich habe nur versucht, das Vorhängeschloß, das den Rechner davor schützen soll, geklaut zu werden, herauzuschneiden, da es nicht mehr brauchbar war." "Ja, weil jemand mit Epoxid-Harz ein Streichholz in das Schloß geklebt hatte." "Stimmt, Vandalen gibt es anscheinend überall!" "Sogar in Räumen, zu denen NUR sie und ihr Assistent Zugang haben, nicht wahr?" "Ganz besonders dort. Das ist der letzte Ort, wo man etwas derartiges erwarten würde. Offenbar steckt dahinter eine Strategie, um uns zu schaden!" "Natürlich! Und deswegen leidet also die Qualität ihrer Arbeit? Weil eine defekte Netzwerkkarte sie davon abhält, auf eine Datenbank zuzugreifen?" "Ja. Aber wir kümmern uns um Probleme, die uns schriftlich gemeldet werden?" "Wie?" "Wir heften sie ab. Dabei haben wir eine hundertprozentige Erfolgsquote erreicht!" "Sie haben alle Probleme beseitigt?!?" "Nein, wir haben sie alle in den Mülleimer geworfen. Ups, ich meine das einfache Ablagesystem für Problemmeldungen." "Gut ... ich glaube, ich muß diesen Punkt in *SEHR* beschränkt ändern. ´Beschwerden über die Leistung´ - häufig." "Bitte? Das kann ich aber nicht glauben!" "Nun, wie es der Zufall will, liegt mir gerade eine Beschwerde über sie von einem Manager der Finanzabteilung vor. Er sagt, es hätte Schwierigkeiten beim Versand bestimmter Dokumente mittels E-Mail gegeben." "Ja, wir haben für Anhänge von E-Mails eine Grenze von 2 Megybyte eingeführt, die schnell überschritten wird, wenn ..." "Sie sagten er solle seinen Terminkalender nehmen und in das Diskettenlaufwerk seines Rechners stopfen, wenn er seine Termine mit der Sekretärin abstimmen will!!" "Das ist doch lächerlich!" rufe ich und erinnere mich an den Spaß, den der PJ und ich in dieser Angelegenheit hatten. "Wir sind noch nicht fertig!" antwortet er, wobei er etwas lauter wird. "Er behauptet ebenfalls, sie hätten ein paar Kopien von Red Hat Linux angeschafft und die Ausgaben unter ´Brandschutz - Feuerwehrhelme´ abgerechnet!" "Nun, dieses Betriebssystem ist für die Rechner des Wachdienstes bestimmt." "Also haben sie es installiert?" "Unglücklicherweise waren die Datenträger in ihren CD-Laufwerken nicht lesbar." "Kein ISO-Format?" "Nein, die Laufwerke waren mit eingeklebten Streichhölzern blockiert." "Das ist einfach lächerlich!" ruft er. "Sie können doch nicht ernsthaft annehmen, sie könnten all ihre Probleme mit Kleber und Streichhölzern lösen!" "Stimmt. Deshalb habe ich mir gestern ein Lötset gekauft." Einmal mehr entschließt sich der Chef, einen ernstgemeinten Hinweis zu ignorieren und widmet sich stattdessen einer weiteren Anklage. "Und hier - offenbar haben sie einen Nutzer überfallen?!?!" "Ach was. Das war ein Irrtum, der jedem einmal passieren kann ... Wir waren dabei, seinen Netzwerkanschluß zu konfigurieren, und haben ihn gefragt, welche Farbe er für das Kabel bevorzugt. Und da habe ich ihn wohl nicht richtig verstanden, denn ich nahm an, er hätte HAU gesagt statt blau." "Seit wann gibt es denn so eine Kabelsorte?!" "Jetzt. Bei uns." "Aber wer würde danach verlangen?" "Nun, bis jetzt erst eine Person ..." Ab diesem Zeitpunkt geht es nur noch abwärts mit unserem Gespräch, und ich bin gezwungen, mich in mein Büro zurückzuziehen, um micht davon zu erholen. "Soll ich zu ihm gehen und ihn um eine mildere Bewertung bitten?" fragt der PJ und spielt mit seinem neuen Elektroschocker, den er gerade als ´Unterbrechungsfreie Stromversorgung´ angeschafft hat. "Oh, ich denke, die Sache wird sich von selbst entspannen." "Was, sie wollen den Kampf aufgeben?" fragt der PJ überrascht. "Nein, es scheint so, als hätte gestern jemand seinen Türgriff festgelötet, so daß er ihn nicht mehr drehen, und sein Fenster zugeklebt, so daß es nicht mehr geöffnet werden kann." "Diese Hunde!" ruft der PJ empört. "Ja.Wir können nur hoffen, daß sie nicht auch noch seinen Schreibtisch in Flammen aufgehen lass ..." >Bimmel< >Bimmel< >Bimmel< |
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© Simon Travaglia, 13.10.2000, Übersetzung: thomas w., 2001. |
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