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| bastard operator from hell | ||
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Ohne Service kein Ausfall ...
"Ich bin besorgt wegen dieser Computer-Viren, die in den Netzwerken kursieren!" plappert der Chef, als er in unser Büro kommt. Offenbar hat ihm jemand ein aktuelles PC-Magazin in die Hände gedrückt, aus dem er seine Weisheiten hat. "Viren?" frage ich und versuche, den Sinn seines Besuches zu erraten. "Ja. Wie diese D.O.S.-Viren." "Sie meinen diesen Virus, den Microsoft in Umlauf gebracht hat? Und ich dachte, daß nur ich etwas davon wüßte!" "Was?! Nein, die Denial of Service-Viren, die die Rechner mit Anfragen bombardieren und sie dann abstürzen lassen." "Ach so, diese Viren meinen sie. Ja, auch ich mache mir darüber ein paar Gedanken. Aber wir haben herausgefunden, wie man damit fertig wird." "Und wie geht das?" "Nun, wir haben herausgefunden, daß wir, wenn wir keinen Service haben, uns auch darüber keine Sorgen machen müssen, daß er wegen Überlastung ausfallen könnte ..." "Bitte?!" "Ein kleiner Scherz!" lüge ich. "Aber wir wurden noch nicht Opfer eines D.O.S.-Angriffs." "Woher wollen sie das WISSEN?" "Nun, schauen sie, ein Ausfall eines Servers wegen Überlastung mit Anfragen würde etwa so aussehen." >KLICK!< >ZZZZZIIIIIsch ...< "Was haben sie da eben gemacht?" "Ich habe den Datenbank-Server der Finanzabteilung abgeschaltet." "Wieso?" "Um meine Erklärung zu illustrieren. Die Nutzer sind immer die ersten, die einen Ausfall bemerken ..." >Klingeling< >Klick< >zzzzZZZZIIIISCH ...< "Und sehen sie sich all die Anrufe an, die in der Warteschlange hängen. SO erfahren WIR, ob etwas passiert ist." "Es sei denn, wir sind einmal nicht am Platz und können die Leistung der Server nicht überwachen." fügt der PJ hinzu, der offensichtlich versucht, einen Vorwand dafür zu finden, acht Stunden am Tag nach Pornobildern im Internet zu suchen - natürlich ohne die sonst übliche Mittagspause ... Eine Viertelstunde später läuft der Server der Finanzabteilung wieder, aber dem Chef hat offenbar jemand einen Floh ins Ohr gesetzt, der sich nun genauer mit der ganzen Virengeschichte befassen will. "Wir haben Antiviren-Programme für unseren E-Mail-Server und die Windows-PCs, aber haben wir eigentlich ein passendes Programm für unsere Unix-Server?" "Nein. Die brauchen solche Programme nicht." "Woher wollen sie das WISSEN?" Traurigerweise stellt er sich vor den Server, so daß ich die Demonstration von vorhin nicht wiederholen kann. Denn offenbar hat ihm die erste Vorführung noch nicht ausgereicht. Schade ... "Ich habe keine Ahnung, wovon sie sprechen." "Nun, vor Jahren, als ich ein Unix-Administrator war ..." Ich schaffe es gerade noch, den Hinweis, er sei nicht einmal qualifiziert genug, das ARSCHLOCH eines Unix-Adminstrators zu sein, herunterzuschlucken, als er losplappert ... "... und da habe ich das Programm strings benutzt, um verdächtige Vorgänge zu identifizieren." endet der Chef schließlich und fühlt sich sichtlich wohl dabei, daß er sein Geheimwissen mit uns teilen kann. "Strings?" fragt der PJ und spielt erfolgreich den Dummkopf. "Sie meinen doch nicht etwa diese Programme mit nicht nach dev/nul umgeleiteten Ausgaben?" "?" erwidert der Chef, um sogleich weiterzuplappern. "Nein, es geht um das Programm strings." "Strings ..." sage ich nachdenklich und lasse den Chef sich im Licht des Triumphes zu sonnen. "Nein, davon habe ich tatsächlich noch nichts gehört." "Und sie bezeichnen sich als Profis!" ruft er fröhlich aus und reizt sein angeblich hervorragendes Wissen aus. "Strings - ein großartiges Programm, mit dem man Texte aus Dateien extrahieren kann. Dann kann man darin nach verdächtigen Zeichen suchen." "Oh, sie schlagen also vor, daß wir die Texte aus den Dateien extrahieren sollten und dann nach verdächtigen Kombinationen suchen?" "JA!" antwortet er und strahlt zufrieden. "Aber was machen wir, wenn die ein paar triviale Verschlüsselungsmethoden anwenden, damit reine Textpassagen nicht im Programm auftauchen?" "Nun, offensichtlich gibt es ein paar Programme, die man damit nicht prüfen kann, doch um die können wir uns später kümmern, wenn wir die überwachen, wann die Dateien geändert wurden." kontert er, der offenbar einen Text mit dem Titel "Wi3 Hak3r ihr3n PC ausspäh3n" hat. Etwa im Jahr 1981, schätze ich. "Gut, aber wonach sollen wir konkret suchen?" fragt der PJ und setzt sich an die AIX-Konsole der Datenbankservers der Finanzabteilung. "Verdächtige Zeichen." sagt der Chef und bringt uns damit wirklich weiter. "Zum Beispiel?" "Ich weiß nicht. Verdächtige eben." "Vielleicht Verweise auf die Passwortdatei?" schlage ich vor. "Genau!! Die wollen Nutzernamen und Passworte stehlen!!!" "Nein ... nichts ..." murmelt der PJ leise. "Oh, WARTEN SIE, hier ist etwas in einem Programm mit dem Namen init. Und hier, noch eins: cron!!!" "Diese hinterhältigen Hunde!" rufe ich und gehe auf das Spiel des PJs ein. "Sie haben diese Hintertüren in Programme eingebaut, die der Superuser ausführt ..." "... und in id, at und atrm!!!" "Das ist ja schlimmer als befürchtet!!!" rufe ich. "Was tun sie, holen sie sich die Passworte und zeigen Fehlermeldungen?!?" "Ja, da sind Fehlermeldungen in den Programmen - glauben sie, daß die genutzt werden, um die Zugriffe zu verschleiern?" "Aber natürlich!" ruft der Chef begeistert. "So verbergen sie ihre Machenschaften. Mit FEHLERMELDUNGEN!!!" "Uh-oh, ich sehe gerade, daß das Programm cron gerade ausgeführt wird!!!" "Stoppen sie es!!!" keucht der Chef atemlos. >Klick. Klick< "Auch ls hat Fehlermeldungen!!!" ruft der PJ, um die Panik zu steigern. "LÖSCHEN SIE ES SCHNELL, BEVOR ES JEMAND AUSFÜHRT!!!" Und lustig ist es, zu beobachten, wie lange ein Betriebssystem läuft, wenn man ale ausführbaren Programme, die meisten Bibliotheken und ein paar Dateisysteme löscht. "JETZT HABEN SIE DAS SYSTEM ABGESCHOSSEN!!!" ruft der PJ. "DAS BEDEUTET, DASS SIE AUF EINEN ANDEREN SERVER GEWECHSELT SIND!!!" rufe ich, damit der Chef den Braten nicht riecht ... Und der Rest der Geschichte ist, wie man so schön sagt, Geschichte. Der Chef wurde das Opfer seiner eigenen Waffen. Ich fühle mich etwas schuldig, doch wenn ich mir überlege, daß sicher viele freie Stellen als Unix-Administrator auf ihn warten ... |
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© Simon Travaglia, 22.09.2000, Übersetzung: thomas w., 2001. |
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