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| bastard operator from hell | ||
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Der B.O.F.H. wird ausgesperrt ...
Ich komme zur Arbeit - ausnahmsweise einmal sehr früh - und will durch die Tür gehen, als ... nichts geschieht. Es bringt offensichtlich auch nichts, die Magnetkarte noch einmal durch den Leseschlitz zu ziehen. Zu diesem Zeitpunkt wird es nötig, den Wachdienst ins Spiel zu bringen. Also schlage ich gegen die Glasscheibe, um den Alarm auszulösen, der sie aus ihrem produktiven Schlaf weckt. Da ich in der Vergangenheit das eine oder andere Geschäft mit ihnen gemacht habe, lassen sie mich ein, und ich marschiere zu meinem Büro, um festzustellen, daß ich es nicht betreten kann. Gemäß Plan B öffne ich die Notfallbox mit dem Hammer und schlage die Scheibe ein, um mich selbst einzulassen. 15 Minuten später kommt der Wachdienst, um auf den Alarm zu reagieren. "Die Karte hat nicht funktioniert", murmle ich und zeige auf das störrische Ding. "Sie muß defekt sein!" "Nein, ich habe das geprüft, bevor sie kamen. Das Personalverzeichnis sagt, daß sie nicht mehr länger bei uns arbeiten ..." murmelt der Wachmann entschuldigend. "... was bedeutet, daß ich sie fragen muß, ob sie ... hm, ob sie einen Kaffee haben wollen?" "Das wäre nett - bitte schwarz und ohne Zucker." ... Eine Stunde später kommt ein Typ aus der Personalabteilung und klärt das Rätsel auf. Es scheint so, daß jeder, dessen Vertrag im Juli auslief, automatisch als entlassen gilt, wenn der Vertrag (zu besseren Bedingungen bei höherem Lohn) nicht bis zum gleichen Tag im September erneuert wurde. "Das ist nur ein kleiner Schwachpunkt im Programm!" werde ich von Fielding, dem Mann, der für die Personalabteilung die Nutzerbetreuung macht, obwohl seine praktischen Erfahrungen nicht über das hinausreichen, was man in der Sesamstraße lernen kann, unterrichtet. "Und wann wird das berichtigt?" "Nun, das ist eine schwierige Sache - da sie offiziell nicht mehr für uns arbeiten, können sie auch keine Aktualisierung verlangen - wir brauchen einen entsprechenden Antrag von einem höhergestellten Mitglied der Belegschaft, das sich für sie einsetzt ..." "Höhergestellt in welcher Weise?" frage ich. "Höher auf der Leiter." "In der Firma oder in der Evolution?" "In der Firma." "Also wollen sie, daß mein Chef sie anruft?" "Uh, wir brauchen einen schriftlichen Auftrag." "Und wenn mein Chef nicht im Büro ist?" "Sein Chef?" "Der macht mit meinem Chef einen Ausflug ..." "Kennen sie den Geschäftsführer?" grinst er blöd. "Nein." "Nun, dann haben wir irgendwie eine Sackgasse erreicht, oder?" erklärt er selbstgefällig. "Und ich habe keine Lust, Datenbankeinträge zu fälschen." "Wenn nur alle Mitarbeiter so pflichtbewußt wären." erwidere ich. >Klick Klick Klick< "... da wären wir, die Datenbank sagt nun, daß ich - und mein Assistent, der auch als entlassen geführt wurde - wieder auf der Liste der vertraglichen Mitarbeiter stehen." "Nun, bedauerlicherweise kann ich nicht ..." "Natürlich können sie nicht." >Klick Klick Klick< "Ohmeingott! Ich habe gerade LÖSCHE ANGESTELLTE getippt!" "Das ist in Ordnung!" ruft er schnell. "Es passiert nichts, bis sie BESTÄTIGT eingeben." >Klick Klick Klick< "Gut, ich habe BESTÄTIGT eigetippt, wie sie es sagten. Und was machen wir jetzt?" Er antwortet nicht, sondern hämmert wild auf der Tastatur herum. "Ich sagte, sie sollten NICHT ´BESTÄTIGT´ eintippen!" keucht er gehetzt. "Wir müssen das rückgängig machen!!!" "Das kann man nicht rückgängig machen, es ist bestätigt!" antworte ich mit gespielter Angst. "Die Sicherungskopie!!!" "Das geht auch nicht!" "Wieso nicht, haben sie etwa keine Sicherheitskopien?!?!" "Doch, haben wir, aber nicht für die Datenbanken - das funktioniert TECHNISCH nicht mehr!" "Sie müssen es tun!" "Nun, ich KÖNNTE da vielleicht etwas machen, aber ..." "Aber was?" "Nun, sie arbeiten nicht mehr in der Firma - TECHNISCH BETRACHTET - also kann ich ihren Wunsch nach dem Einspielen der Sicherungskopien nicht annehmen." "Aber sie WISSEN doch, daß ich hier arbeite. Fügen sie mich einfach wieder der Datenbank hinzu!" "Ich glaube, da sind wir wieder in einer Sackgasse angekommen ..." antworte ich. "WAS?!?!" "Nun, ich habe keine Lust, meinen Arbeitsplatz zu riskieren, indem ich Datenbankeinträge manipuliere!" "ABER DAS HABEN SIE DOCH EBEN AUCH GETAN!!!" "Ja, aber da war ich KEIN Angestellter der Firma - TECHNISCH gesehen. Doch jetzt bin ich wieder Angestellter und kann meinen Arbeitsplatz nicht riskieren!" "Sie sind ebenso entlassen wie ich!" "Vielleicht, aber eigentlich NICHT. Als Vertragsarbeiter stehe ich nicht auf der Liste der Angestellten wie sie ..." "Aber ..." "Aber ich GLAUBE, wenn ein höherer Angestellter sich für sie einsetzen würde, könnte ich ..." "Mein Chef?" "Der steht auch auf der gelöschten Angestelltenliste." "Sein Chef ..." "Die gleiche Liste - kennen sie den Geschäftsführer?" "Nein." "Nun, damit hätten wir die Firmenhierarchie überschritten. Versuchen wir es mit der Evolution. Haben sie einen Goldfisch an ihrem Arbeitsplatz?" "Nein." "Irgendwelche Ratten?" "Was?!" "Wie wäre es ... mit dem Assistenten eines IT-Profis?" "Wer?" "Mein Assistent zum Beispiel." "Ja, aber würde der sich für mich einsetzen?!??" "Vielleicht ..." "Können sie ihn bitte anrufen?" "Ah, ich glaube, wir brauchen eine schriftliche Bestätigung." "Ich schreibe sie und er muß sie dann nur noch signieren!" "Nun, wir nehmen es sehr genau mit solchen Bestätigungen ..." "Was?" "Sie sollte auf 50 Pfund-Geldscheinen geschrieben sein. Auf vier Scheinen, um genau zu sein ..." "DAS IST ERPRESSUNG!!!" "Ja, richtig erkannt! Am besten beeilen sie sich, damit sie die Öffnung der Bankenschalter nicht verpassen und aus dem Gebäude ausgesperrt werden. Oder, noch schlimmer, bevor man nach ihnen sucht, da sie als Einbrecher in das Gebäude gekommen sind ..." ... 20 Minuten und eine Jagd auf einen Einbrecher später (ich konnte der Verlockung nicht widerstehen) sind der PJ und ich ein wenig reicher. "In Ordnung!" rufe ich, als Fielding zurückruft. "Die Datenbank ist wieder in Ordnung und der Normalzustand widerhergestellt." "Ich, uhm", erwidert Fielding. "In Ordnung." "Keine Ursache, es war mir ein Vergnügen!" antworte ich und trenne die Verbindung. >AKTUALISIERE MITARBEITERSTATUS = 0 FÜR FAMILIENNAME = ´FIELDING´ UND VORNAME = ´PAUL´< "Hallo, Wachdienst? Ich glaube, der Einbrecher ist wieder da ..." >BESTÄTIGT< |
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© Simon Travaglia, 15.09.2000, Übersetzung: thomas w., 2001. |
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