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| bastard operator from hell | ||
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Der B.O.F.H. kümmert sich um ein Problem ...
Der Chef hat meine Dienste den Erbsenzählern angeboten, so daß ich nun einige Programme auf ihren unter Unix betriebenen PCs mit den neuesten (und letzten, wenn es einen Gott gibt) Versionen aktualisieren muß. Die Versionen, die sie jetzt benutzen sind so alt, daß sie vermutlich schon auf der Arche die Nutzer zur Verzweiflung trieben. Und wie das bei uralter und fehlerhafter Software immer der Fall ist, gibt es mehr Klauseln zum Ausschluß der Gewährleistung als echte Gewährleistung (oder gar eine Dokumentation), so daß dies nach einer nervenaufreibenden Schufterei aussieht. Ich hasse das! Ich biete ihnen an, Linux zu installieren und die Systeme für sie zu konfigurieren, aber es scheint, als setze eines dieser dummen Programme zwingend DIESE ganz spezielle Version von Unix voraus, so daß es bei einem anderen Betriebssystem genau das tut, was die meisten Nutzer machen - ahnungslos in einer Ecke herumhocken. Als ich mir die Lizenzen für die Programme anschaue, die auszudrucken teurer ist als die Programme wert sind, stoße ich auf das Problem, daß sie nur für eine ältere Version der Programme gelten und nicht für die neue Version, der sie beilagen. Seufz. Also habe ich nun die Wahl, ob ich die alten Versionen von den Sicherheitsdisketten wiederherstelle, indem ich das einzige Programm zum Einspielen von Backups nutze, das installiert ist, cpio, um dann die Aktualisierung durchzuführen oder die ganze Sache vergesse. Ich bereite mich auf meine Arbeit vor, als der Chef hereinwatschelt. "Wie sieht es aus?" fragt er und versucht, einen Blick auf die Dokumentationen zu werfen, um vorzugeben, daß er mehr als eine Silbe in der Minute lesen kann. "Sieht verzwickt aus ..." "Mehr als schwierig", reagiere ich. "Totaler Müll - die Lizenzen sind ungültig und die Dokumentation ist unbrauchbar!" "Unsinn, das ist nur ein Druckfehler!" ruft er, als ich ihm die Beweise zeige. "Es muß sich einfach um einen Druckfehler handeln!" Und um mir den Tag noch mehr zu versüßen, kommt der Nutzer, um dessen PC es geht, vorbei, um nach dem Fortschritt zu fragen. "Geht es voran?" fragt er nervös. "Hervorragend!" ruft der Chef. "Wir können sofort anfangen! Nun, darum kümmern sie sich!" Er verschwindet mit dem Nutzer, um eine Tasse mit einem Getränk zu genießen, von dem ich hoffe, daß es sich um Säure handelt ... Und ich bleibe zurück und frage mich, was Lassie wohl tun würde ... Würde sie die verdächtig einfache kostenlose Hilfe-Nummer in den USA anrufen? Würde sie die hiesige "wertvollere" Nummer des Verkäufers anrufen? Oder würde sie sich selbst entlasten und dann davonwandern? Also erleichtere ich mich selbst auf das Gehäuse (natürlich ist der PC ausgeschaltet), als der Nutzer in sein Büro zurückkommt ... Er wirkt etwas schockiert. "Zum Glück sind sie da!" rufe ich und improvisiere wie der Teufel. "Schnell, holen sie den Feuerlöscher - ich kann es gerade noch in Schach halten!!!" Er rennt wie ein Verrückter nach draußen, und ich nutze die Gelegenheit, die Sache ein wenig zu eskalieren, indem ich noch ein paarmal auf das Gehäuse hüpfe bis es aufspringt, damit ich die ´schmorenden Kabel´ ausschalten kann. Als der Nutzer zurückkommt, entleere ich den halben Feuerlöscher in das Disketten- und das CD-Laufwerk, damit es keine ´spontanen Selbstentzündungen´ mehr gibt. ... "Nur zur Sicherheit!" erkläre ich meinem Helfer, als ich das restliche Löschpulver durch die Lüfterschlitze in das Netzteil spühe. "Mein System!" stöhnt er. "JAHRELANGE Arbeit!" "Oh, machen sie sich deshalb keine Sorgen, es ist alles gespeichert." Beruhige ich ihn. "Wirklich?!" "Nein, wir hatten keinen Platz. Aber die Festplatte ist ja noch in Ordnung!" "Meinen sie?" "Ganz sicher - sie sehen die Festplatte doch. Kein Kratzer, abgesehen von diesen Fußabdrücken." "Welche Fußabdrücke?" >KNACK< >KNACK< >KNACK< "Diese da!" ... So landen wir im Büro des Chefs, und er kauft mir die Geschichte mit dem Feuer kaum eine Minute lang ab. Auch meine ´Der Hund hat die Bänder mit den Sicherungskopien gefressen´-Geschichte mag er nicht. "Jetzt sind sie fällig!" ruft er, greift zum Telefon und tippt die Nummer der Sicherheitsleute. "Sie sind so gut wie gefeuert!" "Gefeuert?!" ruft der PJ und riecht den Braten. "Das ist ja großartig! Ich kann mein Glück gar nicht fassen!" "Was?" fragt der Chef. "Nun, ICH werde den Posten übernehmen! Ich kann endlich meine eigenen Entscheidungen treffen! Ich kann die Systeme abstürzen lassen, wenn ich es will, kann dafür sorgen, daß sie keinen Zugriff auf ihre Lieblingsseiten haben, kann die Netzwerkverbindungen trennen ..." Ich unterbreche den PJ mit einem schnellen >PLATSCH!< bevor er völlig im Land des Größenwahns ankommt. Natürlich sabbert er noch ein wenig bei dem Gedanken daran, das Leben der Nutzer nach seinen Vorstellungen zu bestimmen, die IT-Manager als die Dummköpfe zu entlarven, die sie sind, und so weiter. Ein weiterer Klaps bringt ihn zurück ins wirkliche Leben ... "Nun, ich glaube, ich war etwas voreilig." meint der Chef, der jetzt sichtlich nervös wird, wenn er an den Teufel denkt, den er ja kennt. "Nein, nein!" rufe ich, als mir das geradezu furchterregende Potential bewußt wird, daß im PJ steckt. "Ich denke, sie sind mehr als im Recht! Ich bin eine wandelnde technische Zeitbombe. Mir kann man keine Technik anvertrauen! Wie zum Beispiel ihren Monitor." "Mein Monitor?" >KRACH!< "Ja!" "Ein Unfall", ruft der Chef. "Das kann doch jedem einmal passieren! Schauen sie!" >KRACH!< gesellt sich ein Laptop zu den Trümmern des Monitors. 10 Minuten später liegt jedes Gerät in Einzelteilen auf dem Boden, da der Chef versucht, mir zu beweisen, daß ich kein kompletter und heimtückischer Schweinehund bin, sondern nur recht anfällig für Arbeitsunfälle. Ein Riesenspaß also. Und noch mehr Spaß macht es, als die Sicherheitsleute, die von den Geräuschen der heruntergeworfenen Geräte alarmiert wurden, hereinkommen, um den Chef dabei zu sehen, wie er sein Buchregal umwirft - ein ´Unfall´. "Zum Glück sind sie hier!" rufe ich und benutze einen Satz, der mir in der jüngeren Vergangenheit sehr dienlich war. "Er ist völlig ausgerastet! Eine wandelnde Zeitbombe - eine Gefahr für sich selbst und andere! Ja, er hat sogar verlangt, daß ich in den PC eines Nutzers uriniere!" Der Rest ist Geschichte - wie der Chef. Das Heulen, das Zähneknirschen, die Dementies - schlimmer als eine Untersuchung gegen einen Präsidenten. Am besten holen sich die Erbsenzähler 6 oder 7 Tassen Kaffee. Falls ich diese Aktualisierung einmal vollende ... |
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© Simon Travaglia, 19.08.2000, Übersetzung: thomas w., 2001. |
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