diese seite wurde für die darstellung mit netscape communicator 4 oder ms internet explorer 4 mit aktivierter javascript-unterstützung optimiert.
b.o.f.h.
 
  bastard operator from hell  


Vertrauen sie mir, ich bin der B.O.F.H.!

Nach ein paar beruhigenden Bieren zum Mittagessen arbeite ich hart, als das Telefon bimmelt. Großmütig - denn ich will, daß das Gebimmel aufhört, damit ich meinen Schlaf fortsetzen kann - nehme ich den Hörer ab ...
 
"Hallo, ist da die Systembetreuung?"
 
"Aber gewiß doch!" rufe ich voll jugendlichem Eifer, der so typisch ist für einen Netzwerkprofi nach dem Mittagessen.
 
"Hm, in Ordnung. Ich konfiguriere gerade meinen neuen PC und das Handbuch will, daß ich die Konfigurationskarte am Ende ausfülle."
 
"Sie tun WAS?"
 
"Ich konfiguriere meinen neuen PC. Mein alter war so langsam, daß der Chef meinte, ich könne den nehmen, den er bisher zuhause hatte, wenn ich ihn selber einrichte."
 
"Ahhh - sie sollten das aber nicht tun, ein Privat-PC könnte mit Viren verseucht sein."
 
"Nein, nein. Ich habe ihn erst am Morgen mit einem Virenschutzprogramm getestet."
 
"Welches Programm haben sie benutzt?"
 
"Ich bin nicht sicher, aber ich habe es im vergangenen Jahr in einem Diskussionsforum gefunden."
 
"In Ordnung, dann ist das vermutlich korrekt - auf welche Rechner im Netzwerk haben sie damit bisher zugegriffen?"
 
"Nur ein paar Rechner in meiner Abteilung - glauben sie, daß das in Ordnung war?"
 
"Hmm. Haben sie Schreibrechte für die Nutzerverzeichnisse?"
 
"Ja ..."
 
"Ah, gut. Das sollte nicht problematisch sein, würde ich sagen. Nun, was sollen sie denn genau aufschreiben?"
 
"Ich soll eine MAC-Adresse notieren."
 
"Hmm. Wir nehmen normalerweise die nächstgelegene. Wenn ich mich nicht irre, dann finden sie die Nummer, wenn sie das Gebäude verlassen und nach links wenden, Dann finden sie die Nummer am Eingang des Restaurants. Springen sie einfach runter, notieren sie sie sich und bringen auf dem Rückweg ein paar Hamburger und einen dieser neuen Eisbecher vorbei, die sie da bekommen."
 
"Duh-huh."
 
"Was wollen sie noch wissen?"
 
"Hier steht: ´Druckertreiber?´"
 
"Oh, da müssen sie Dave fragen, er ist der neue im Rechnergeschäft - aber er hat auch Drucker im Angebot."
 
" ... gut, Dave. Als nächstes steht hier ´Arbeitsspeicher´ und ´MB´ - soll ich 128 schreiben, wie es beim Start auf dem Monitor steht?"
 
"Nein, schreiben sie 32."
 
"Aber beim Start steht da etwas anderes!"
 
"Machen sie sich keine Sorgen. Ich bin mir sicher, daß wir das bis zum Morgen korrigiert haben werden ..."
 
"Oh, gut. Ausgezeichnet! Jetzt steht das etwas von einer IP-Adresse. Wie lautet meine IP-Adresse?"
 
"127.0.0.1 - das brauchen sie für die TCP/IP-Einstellungen im Netzwerk ihres Rechners. Benutzen sie das ´Ping´-Kommando um zu sehen, ob es funktioniert."
 
"Subnetz-Maske?"
 
"Ah, das müßte 0.0.255.255 sein - wir bezeichnen das als B-Minus-Subnetz-Maske."
 
"Hervorragend. Name-Server-Adresse?"
 
"*NAME*-Server-Adresse? Steht das wirklich so in dem Handbuch?"
 
"Ja, da steht N-A-M-E."
 
"Ich denke, daß es sich dabei um einen Druckfehler handelt, da müßte ´SAME´-Server stehen - das kommt aus dem Englischen. Da nehmen sie die gleiche 127er Nummer wie vorhin."
 
"Warum wollen sie sie dann wissen?"
 
"Oh, das ist typisch für die Computerbranche. Man läßt die Kunden unzählige Kästchen ausfüllen, damit sie glauben, sie hätten wirklich einen Wert für ihr Geld bekommen. Ich habe schon solche Handbücher gesehen, in denen nach WINS-Servern und anderem Kram gefragt wurde."
 
"Ja, das steht auch hier!"
 
"Oh, mein Lieber, fragt man auch nach dem DNS-Suffix?"
 
"JA!"
 
"Das ´Don´t need Service´-Suffix, wieder eine dieser verwirrenden englischen Abkürzungen - ich meine, wer würde schon zugeben, daß ein Geräte nicht wartbar ist?"
 
"Und weshalb steht das dann da?"
 
"Das habe ich doch schon gesagt - das wird gemacht, damit die Kunden glauben, sie hätten ein besonders wertvolles Gerät gekauft."
 
"Ich kann kaum glauben, daß diese Leute sowas machen!"
 
"Das kommt häufiger vor, als man glaubt. Aber könnten sie mir nun noch ein paar Angaben für unsere Datenbank machen, damit wir ihnen besser helfen können, wenn sie einmal Probleme mit ihrem Rechner haben?"
 
"Uh, natürlich."
 
"Büronummer?"
 
"302."
 
"Nummer ihres Telefons - 4781, oder?"
 
"Korrekt."
 
"Name: Jim Forford?"
 
"Ja."
 
"Netzwerk-Anschluß-Nummer?"
 
"Wie bitte?"
 
"Die Nummer, die an der Steckdose steht, in die das blaue Netzwerkkabel eingesteckt ist ..."
 
"Oh, ah ... ah ... >KRITZEL< 302-R-1."
 
"Nein, das muß die von ihrem Netzkabel sein, die brauchen wir später. Jetzt geht es um das BLAUE Kabel. Die Nummer muß muß ihre Büronummer und ein U enthalten."
 
"Oh, in Ordnung, hier ist sie - 302-U-4."
 
"Gut. Jetzt noch die Nummer ihrer Zugangskarte?"
 
"Moment ... >KRITZEL< 301009."
 
"Steht noch eine Statusnummer unter der Kartennummer?"
 
"Ja, Status 1."
 
"Also sind sie neu in der Firma?"
 
"Stimmt. Ich habe vor zwei Wochen angefangen."
 
BINGO!
 
"Gut - jetzt brauche ich noch die Geheimzahl ihrer Kreditkarte."
 
"Wofür brauchen sie die denn?!?!"
 
"Nun, nur für den Fall, daß der hochemittierende Magnetstreifen ihre Kreditkarte den niedrigstrahlenden Streifen auf ihrer Zugangskarte überschreibt. Wir brauchen ihre Geheimzahl, damit der Computer sie trotzdem in die Firma läßt."
 
*** DUMMY-MODUS EIN ***
 
"Oh, ja, natürlich. 4732."
 
"Hervorragend. Und jetzt brauchen wir noch die Tiefe der Buchsen der Steckdose, an der ihr Rechner angeschlossen ist."
 
"Hä?"
 
"Ich muß wissen, wie tief die Löcher in der Steckdose 302-R-1 sind. Damit ihr Rechner den Strom bekommt, den er braucht."
 
"Wie soll ich das messen?"
 
"Stecken sie einfach eine Büroklammer in der Erdungsloch und messen sie, wie weit sie hineinpaßt."
 
"Ist das nicht gefährlich?"
 
"Nein, das ist doch die Erdung."
 
"Oh, na gut. Uh ... >HERUMKRAM< >HERUMKRAM<. Ah, etwa einen halben Zoll."
 
"Und jetzt messen sie die beiden anderen Löcher, während sie die andere Büroklammer festhalten."
 
"In Ordnung. Uh >HERUMKRAM<, uh, etwas weniger als ein halber Zoll und >SCRZZZZZZZZIIIIIISSSSSSCCCCHHHHH<!"
 
Schnell wie der Blitz rufe ich den PJ an, der, wie es das Schicksal will, im Vermittlungsraum in der dritten Etage schläft ...
 
"Hier, ein Neuling in der Probezeit. Büro 302. Abbuchung für den ATM-Lehrgang, die Glückszahl ist 4732."
 
"Bin schon dabei!" ruft der PJ und läßt in seiner Hast den Hörer fallen.
 
Das ist wie eine wohlgeschmierte Nach-dem-Essen-Maschinerie - perfekt.
 
Aber jetzt ruft - Morpheus.


 
b.o.f.h.

© Simon Travaglia, 10.08.2000, Übersetzung: thomas w., 2001.