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| bastard operator from hell | ||
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Der B.O.F.H. greift zu M$-Tricksereien ...
Der PJ und ich grinsen über die neueste Episode der Seifenoper mit dem Titel ´Microsoft bekämpft Raubkopien´, als wir ein beunruhigendes Geschehen bemerken. Nein, der Chef ist nicht gerade dabei, einen Auftrag über die Programmierung von Software für OS/2 anzunehmen. Es ist schlimmer ... "Wer ist denn das?" fragt der PJ und deutet auf einen jungen Anzugträger, der sich offenbar sehr bemüht, dem Chef Honig ums Maul zu schmieren. "Das sieht verdächtig nach der ´neuen Generation´ der Computer-Branche aus", antworte ich. "Der gründlich gebügelte Anzug, der Gürtel, der zu den Schuhen paßt, UND die prahlerische Seidenkrawatte ..." "Was will der hier?" "ICH glaube, er ist ein Schützling des Chefs - vielleicht hat er als Kind seinen Rasen gemäht - der seinen Weg durch das College gemacht hat und nun glaubt, er verstünde etwas von Computern. Ja, ich würde sogar so weit gehen, zu sagen, daß er sich um die freie Stelle in der IT-Abteilung bewirbt." "Es gibt keine freie Stelle in der IT-Abteilung!" "Oh, habe ich ihnen das nicht gesagt?" kommentiere ich. "Sie werden wohl gehen müssen. Es soll etwas mit unprofessionellem Verhalten zu tun haben." "Was?" "Ja, sie glauben offenbar, daß es zuviel war, als sie den Monitor dieses Erbsenzählers durch das Fenster warfen." "Ich habe ihn entmagnetisiert, indem ich ihn durch ein statisches Magnetfeld bewegt habe." "Statisches Magnetfeld?" "Das Magnetfeld der *Erde*!" "Natürlich. Wie auch immer, sie haben sich wohl darüber aufgeregt, daß der Monitor an den entsprechenden Erbsenzähler gefesselt war." "Er hat sich in seiner Kleidung verfangen!" "Mit einem doppelten Seemannsknoten?" "Ich weiß nicht, wovon sie reden", lügt er wenig überzeugend. "Aber wie kommt es, daß SIE etwas davon wissen?" "Eine fehlerhaft adressierte E-Mail landete in meinem Postfach." "Eine falsche Adresse von wem?" "Dem Geschäftsführer." "Und wie kann man da eine fehlerhafte Adresse benutzen?" "Nun, etwas, das man geheimhalten will, sollte man nicht an den Geschäftsführer schicken." "Ah. Und wie geht es nun weiter?" "Ein hoher Rauswurf für sie, fürchte ich - freilich nicht so hoch, wie das die Erbsenzähler erwarten. Und sie werden nicht so heftig landen, wie die Monitorteile auf der Ladefläche dieses Frachters, aber es ist trotzdem ein Rauswurf. Und ich werde dann das Vergnügen haben, mit dem neuen Kerl zu arbeiten, bis er sich dazu entscheidet, seine Karriere in einem anderen Unternehmen fortzusetzen." "Also sollte ich in zwei Wochen für einen neuen Vertrag vorsprechen?" "Eine Woche sollte ausreichen." Und so kommt es wie erwartet - der PJ wird zu einer BESPRECHUNG eingeladen, von der er nicht mehr zurückkehrt. Und als Ersatz erscheint ein Kind, daß so unschuldig und poliert ist, daß ich glaube, Möbelpolitur zu riechen, wenn er in der Nähe ist. Und sowas von neugierig und begeistert, daß er nicht einen Fuß nach draußen setzt. Seufz. "Hallo, ich bin David - ich habe gerade meinen Abschluß in Informatik gemacht und bin wirklich froh, mein Wissen nun in der Praxis anwenden zu können!" plappert er los und umklammert begeistert meine Hand. "Ich weiß, daß sie schon seit Jahren in ihrem Beruf sind, aber hoffentlich kann ich sie mit den fantastischen Möglichkeiten der Technologie bekanntmachen, die es seit ihrem letzten Besuch in der Industrie vor zehn oder mehr Jahren gibt." Ich schlucke meinen Ekel und die Verwünschungen herunter und sage ihm, daß er mir folgen solle, um ein paar Nutzer zu besuchen - das sollte ihm klarmachen, wer hier der Chef ist. Unser erstes Ziel ist unsere notorische Heulerin, um seinen Willen zu brechen. Ich erkläre ihm, daß er nur eine minimale Änderung an ihrem Rechner vornehmen muß (zum Beispiel die Maus bewegen), um für die tausend nächsten Probleme verantwortlich gemacht zu werden, die sie ganz sicher haben wird. In Phase 2 setze ich ihn auf ein unlösbares technisches Problem an, was ihn gehörig unter Druck setzen dürfte. "... und er stürzt einfach immer ab!" jammert der Nutzer. "Jetzt, da sie es erwähnen, fällt mir ein, daß ich erst gestern in einer Fachzeitschrift einen Artikel gelesen habe, in dem als Hauptursache für Abstürze die Installation von Raubkopien genannt wird. Sie haben doch keine Raubkopien install ..." WIR UNTERBRECHEN DIESE EPISODE FÜR EINE UNTERSCHWELLIGE BOTSCHAFT EINIGER SOFTWARE-VERKÄUFER. PJ: Ach was! Ich bin überzeugt davon, daß Raubkopien schlecht sind. Und ich glaube nicht, daß jemand, der Raubkopien benutzt, sich mit meinem fiktiven Charakter identifizieren könnte. Das gilt speziell für Microsoft-Produkte. Das macht dann tausend Pfund, bitte. B.O.F.H.: Für mich ebenfalls. Chef: Und für mich. PJ: Wen interessiert schon, was sie denken? Sie sind eine austauschbare Randfigur. Holen sie uns einen Kaffee und schätzen sie sich glücklich, daß sie das dürfen! NUN KEHREN WIR WIEDER ZUR URSPRÜNGLICHEN GESCHICHTE ZURÜCK, WOBEI WIR DARAUF ACHTEN, DIE UNTERSCHWELLIGE BOTSCHAFT VOR IHREM BEWUSSTSEIN ZU VERBERGEN, WÄHREND WIR SIE FEST IN IHR UNTERBEWUSSTSEIN (TRINKT COKE!) EINPFLANZEN. "... iert?" "Nein", lügt der Nutzer. "Haben sie ihre Systemeinstellungen geändert?" "Niemals!" spielt er weitder den Pinocchio. "Nun, dann muß ich gestehen, daß ich wirklich verblüfft bin. Es könnte an einem fehlerhaften Programm liegen, doch in meinem Abschlußjahr habe ich eine Arbeit über die Standards bei der Qualitätskontrolle von Software verfaßt. Und ich kann ihnen versichern, daß nur ein verschwindend geringer Teil der Programme nicht den härtesten Test unterzogen wird." Der Ekel, den ich vorhin verspürte, meldet sich stärker zurück. Er ist so grün, daß er zurechtgestutzt werden muß! Aber unglücklicherweise ist er gewissenhaft und pedantisch, so daß selbst meine besten Versuche, seinen Willen zu brechen, scheitern. Er geht völlig in seiner Arbeit auf, versucht, den Problemen auf den Grund zu gehen und sie wirklich zu lösen. Meine Hauptsorge ist nun, daß die Nutzer die gleichen Ansprüche an meine Arbeit stellen könnten - daß ich in ihre Büros eile, wann immer sie an ihren Monitor- und den Papier-Einstellungen des Druckers herumgespielt haben. Es will einfach nicht gelingen! Selbst das versehentliche Einklemmen seiner Krawatte in der Tür, so daß er mit dem Arm nicht an den Magnetkartenleser herankommt, zeigt nicht das gewünschte Ergebnis. Er ist noch immer freundlich und hört sich voller Begeisterung das Gejammer der Nutzer an. HAT DIESER MANN DENN KEINE ACHILLES-FERSE!? Natürlich! Wieso habe ich nie daran gedacht! "So", murmle ich und schleiche im Büro um ihn herum, um ein Thema anzuschneiden, das ihm sehr am Herzen liegt, wenn meine Beobachtungen richtig waren. "Sie haben wirklich *GROSSEN* Eindruck auf die Sekretärin gemacht." "Wirklich? Sie hat mir gesagt, ich solle mich verziehen, statt ständig um ihren Drucker herumzuschleichen." "Unsinn! Sie weiß doch, was man in der Firma von uns hält und will uns aus der Schußlinie heraushalten - sicher haben sie das auch bemerkt?" "Ich ..." ... zwei Tage später ... "Und wie haben SIE ihn dazu gebracht, Nacktbilder von sich selbst an sie zu schicken?" will der PJ wissen. "Ich habe ihm nur gesagt, als Künstlerin wisse sie die Schönheit des männlichen Körpers zu schätzen und daß sie es möglicherweise zu schätzen wisse, wenn ihr jemand in dieser Hinsicht entgegenkommt. Und wie das nun einmal bei diesen Technik-Süchtigen ist, die ihr Leben in Rechnerlaboren und nicht in der realen Welt verbringen, wußte auch er nicht, wo die Grenze zwischen geschmackvoll und geschmacklos ist." "Also ist er verschwunden - gefeuert?" "Noch besser - er wartet auf seine Verhandlung wegen Exhibitionismus in einem Foto-Automaten." "Was?" "Nun, ich sagte ihm, daß die ersten Bilder ihr als Künstlerin nicht authentisch und ´rauh´ genug wären." "Sie Bastard!" "Ich hoffe, sie werden das nie vergessen!" |
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© Simon Travaglia, 12.04.2000, Übersetzung: thomas w., 2001. |
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