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| bastard operator from hell | ||
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Der B.O.F.H. findet einen Brandstifter ...
"Ich bedaure, aber das kann ich kaum glauben", sage ich und schüttle ungläubig den Kopf über diese Unterstellungen. "Ja, so werden sie auch zitiert." sagt der Personaler und wedelt mit einem Stück Papier, das einige Beweise für die neueste Beschwerde über den PJ und meine grundgute Person enthalten soll. "Nun, ich bin wirklich verblüfft." "Ja, das sollen sie auch gesagt haben." antwortet er. "Wer behauptet das?" will ich wissen. "Rechnungsprüfer." "Wer aus der Abteilung?" frage ich und weiß wirklich nicht, in welche Richtung sich diese Unterhaltung entwickeln wird. "Alle." "Alle?! Wie kann jeder aus der Rechnungs-Abteilung eine Beschwerde über mich haben!!?" rufe ich, da ich noch immer nicht weiß, worum es eigentlich geht. "Sie sagen, daß sie absichtlich die Sprinkleranlage eingeschaltet haben, um sie zu ärgern." "Das ist doch grotesk - wir können das Brandschutzsystem doch gar nicht kontrollieren. Es wird komplett ferngesteuert!" rufe ich, während ich mich zugleich wundere, wie der PJ das geschafft haben könnte. "Das ist mir bekannt!" erwidert unser Ankläger. "Wie auch immer, die Fachleute von der Feuerwehr glauben, daß die optischen Sensoren durch den Rauch ausgelöst wurden, der aus einem PC herauskam, den sie gerade gewartet hatten. Ein Rechner, der vollgestopft war mit ölgetränktem Zeitungspapier!" Problem gelöst. Der PJ ist dafür verantwortlich, der gern mit brennbarem Material hantiert. Solche Methoden gehören nicht unbedingt zu meinem Arsenal, aber trotzdem verdient er ein paar anerkennende Punkte für die Mühe. "Ich bedaure", erwidere ich und bemühe mich, den PJ zu schützen. "Aber ich habe noch immer keine Ahnung, weshalb sie uns dafür verantwortlich machen, da wir uns zur Zeit gar nicht um die Arbeitsplatzrechner in der Rechnungs-Abteilung kümmern. Diese Tätigkeit wurde ja ausgelagert und, für eine nicht unbedeutende Summe, darf ich sagen, einem Vertragspartner übertragen." "Ja, wir haben mit ihnen gesprochen, und sie haben erklärt, daß der Rechner funktionierte, als er ihr Büro verließ." "Natürlich behaupten sie das! Welcher Ingenieur würde zugeben, daß er ein Gerät zurückgeschickt hat, weil es zu viele Fehler hatte? Das Ding hätte im Rechnerraum IN FLAMMEN AUFGEHEN KÖNNEN und sie würden trotzdem behaupten, daß es nur Selbsttests ausgeführt hat. Ingenieure LÜGEN! Das bringt man ihnen doch als erstes bei!" "Und was ist nun hiermit?" fragt mein Ankläger und präsentiert mir das Blatt Papier. Hmmm. Etwas ist faul im Staate Dänemark, und ich spreche nicht über den Atem eines französischen Touristen ... Der Lieferschein für den Rechner trägt die Unterschrift des PJs. Und das ist einfach lächerlich - der PJ würde niemals seine eigene Unterschrift benutzen. Er nimmt entweder die eines anderen (normalerweise die des Chefs) oder setzt einen Krakel aufs Papier, der wie die Signatur von Charles Manson aussieht. "Das ist ganz offensichtlich eine Fälschung." antworte ich, habe aber trotzdem noch meine Zweifel. "Nun, ich habe zufällig ein Muster seiner Unterschrift dabei - vorgelegt VON der Rechnungs-Abteilung - für eine Bestellung, die er neulich ausgefüllt hat. Und wenn sie sich diese anschauen, nun, dann stimmen die Unterschriften perfekt überein." "Ja, es gibt Kopierpapier." antworte ich und vergleiche die beiden Signaturen. "Aber stimmt es sie nicht nachdenklich, daß die beiden Unterschriften PERFEKT übereinstimmen?" "Nein, das beweist nur, daß er nicht sehr vorsichtig ist!" Wir feilschen noch ein wenig, bis er davon überzeugt ist, daß die Unterschrift des PJs nichts beweist - jeder hätte das Paket mit dem Rechner zwischen der Anlieferung und dem Auspacken am Arbeitsplatz manipulieren können. Trotzdem will er noch unter vier Augen mit dem PJ sprechen. "Ich schaue nach, was er heute macht", erkläre ich und klicke auf das ´Terminplaner´-Icon auf dem Monitor des PJs. Niemand weiß, daß dadurch eine SMS-Nachricht auf das Handy des PJs geschicht wird, in der er davor gewarnt wird, in der Firma aufzutauchen. Diese Terminplaner sind wirklich eine hervorragende Sache ... "Oh, schauen sie sich das an!" rufe ich und deute auf eine Fehlermeldung auf dem Monitor. "Sein Kalender ist defekt." "Wer er nicht auch schon kaputt, als ich ihn neulich suchte?" fragt der Chef, der einen mittelgroßen Braten zu riechen glaubt. "Ja", antworte ich. "So sind eben diese großen Software-Hersteller - ohne eine richtige Qualitätskontrolle!" Irgendwann haben es der Chef und der Personaler satt, noch länger auf den PJ zu warten und trotten auf eine saftigere Weide, als ich ihnen verspreche, sie zu informieren, SOBALD der PJ auftaucht. Ich vertreibe mir die Zeit damit, die Beweise zu studieren und ein paar Anrufe zu machen, um zu einer Entscheidung zu kommen. Später an diesem Nachmittag treffe ich den PJ im Fahrstuhl und nutze einen ´Notfall-Halt´, um ihn über die Ereignisse zu informieren. Ein leuchtender Punkt auf meinem Pager zeigt mir, daß mein Opfer gerade sein Büro verlassen hat und sich zu den Fahrstühlen begibt. "Abwärts?" frage ich freundlich, als der Erbsenzähler besorgt aufblickt. Eine halbe Etage später stoppen wir für ein Gespräch. "Weshalb haben sie ihren Rechner angesteckt?" frage ich. "Ich habe meinen Rechner nicht ..." "Belügen sie mich nicht. Ich weiß, daß sie den Rechner vom Lieferanten bekommen und die Unterschrift des PJs gefälscht haben, die sie auf einer Bestellung, die sie bearbeiten sollten, fanden. Und ich weiß, daß das Papier in dem Rechner von der Financial Times kam - die im ganzen Haus nur zwei Leser hat: den Geschäftsführer und sie, denn in ihr findet man keine nackten Brüste. UND sie waren abwesend, als der Sprinkler losging!" "Ich ..." stottert er. "... war es?" schlägt der PJ vor. "Ich ..." "Wieso?" frage ich interessiert. "WEIL ICH SIE NICHT AUSSTEHEN KANN!" erleichtert er sich. "IMMER NERVEN SIE MICH MIT IHREN DUMMEN FRAGEN!!! ´Was bedeutet diese Meldung?´, ´Wo ist die ANY-Taste?´, ´Wie kann ich dieses Programm beenden?´, ´Was ist ein gutes Passwort?´ ICH HASSE DAS! SIE VERFOLGEN MICH!" Plötzlich wird mir alles klar. Seit dem Vortrag in der vergangenen Woche nerven die verschiedenen Abteilungen ihre eigenen Leute statt bei uns anzurufen! "Ich kann ... ich kann mit ihnen fühlen", sagt der PJ und setzt den Lift wieder in Bewegung. "Jetzt wissen sie, wie wir uns an manchen Tagen fühlen. Aber daß sie meine Unterschrift benutzt haben ..." Nach seiner großzügigen Entschuldigung lassen wir ihn gehen und kehren in unser Büro zurück. Ich muß gestehen, daß es ein gutes Gefühl ist, einen verwandten Geist bei den Erbsenzählern zu haben. Jemanden, dem wir in die Augen schauen können. Jemanden, der versteht, mit welchen Idioten wir zu kämpfen haben. Jemanden, den wir verantwortlich machen können für all das ölgetränkte Zeitungspapier, mit dem der PJ und ich die Rechner in dieser Nacht ausstatten werden. Ja, das ist wirklich gut ... |
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© Simon Travaglia, 12.03.2000, Übersetzung: thomas w., 2001. |
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