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| bastard operator from hell | ||
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Der B.O.F.H. ist verwirrt ...
"Ich bin ja so fertig", bemüht sich der Marketing-Berater um ein Grinsen, als er einen Karton voller Bänder mit Sicherheitskopien, mit denen er sich beschäftigt hatte, herunterplumpsen läßt, um sich eine Heiße Schokolade aus der Espresso-Maschine des Operators zu erschleichen. Wenn ich von Heißer Schokolade spreche, meine ich Kaffeesatz, der vermischt ist mit zerstoßenen Tabletten aus Abführmittel mit Schokoladengeschmack. Nachdem sich eine Unzahl von Leuten an dem Gerät bedient hatte, das wir aus unserem persönlichen Budget bezahlten (Nun, das Geld, das wir für Überstunden im Teil für ´Kreative Buchführung´ unserer Abrechnungen verlangten.) - hatten wir uns entschieden, daß Angriff die beste Verteidigung. Der Kaffee ist eigentlich eine hervorragende Mischung feinster Zutaten. Nur das Pulver feinster Bleistiftmienen wird geröstet, danach mischen wir es mit dem schon erwähnten Kaffeesatz und zerstoßenen Diätpillen. Natürlich, die Mischung wird dadurch etwas hell, aber mit einer entsprechenden Dosis Tinte aus einem Nachfüll-Set lassen sich hervorragende Ergebnisse erzielen ... "Fertig?" fragt der PJ, der den Mutanten zum weiterreden ermuntern will. "Wieso?" "Ich war die halbe Nacht mit diesen verdammten Fotos beschäftigt." jammert der. "Ganz im Gegensatz zu uns, die die ganze Nacht damit verbrachten, die Daten wiederherzustellen, die sie verbummelt hatten." fügt der PJ hinzu. "Das war ein Versehen!" ruft der Trottel aus. "Noch dazu ein Fehler, der nur zu einfach zu machen ist! Der ´Löschen´-Button ist doch gleich neben dem ´Speichern´-Button!" "Und der ´Ja´-Button im Dialog zur Bestätigung des Löschen ist gleich neben dem ´Abbrechen´-Button?" "Ich war etwas verwirrt. Ich war immerhin 12 Stunden an der Arbeit, und dann forderte der Druck seinen Tribut!" "Welcher Druck war das denn?" frage ich. "Der Zeitdruck, der Redaktionsschluß. Wir müssen im Zeitplan bleiben, damit die Broschüren rechtzeitig zur Mittagszeit in der Druckerei sind." "Und wenn sie es nicht bis zum Mittag schaffen?" "Dann müssen der Druck und die Veröffentlichung um einen ganzen Tag verschoben werden!" "Klingt nach ein paar Anrufen", werfe ich ein. "Ich glaube nicht, das sie die Welt der Werbung richtig verstehen", gluckst er herablassend. "Daran hängt mehr, als nur ein paar Anrufe." "Ja, da könnten sie richtig liegen - was kann ich schon über das wahre Leben wissen?" "Nicht viel, würde ich sagen", fügt er an. "Abgekapselt in einem dunklen Büro, Meilen entfernt von der realen Welt, umgeben von Maschinen und Apparaten statt von Menschen ..." "Das stimmt vielleicht", stimme ich zu, während der PJ im Hintergrund traurig mit dem Kopf schüttelt. "Manchmal vergessen wir wohl wirklich, wer unsere wirklichen Kunden sind." "Ja!" antwortet er und bestätigt meine Vermutungen. "Ganz am Ende sind sie ja da, sich um uns zu kümmern - und nicht umgekehrt. Wir sind die richtigen Macher in der Firma! Ich meine, natürlich, sie kennen die Technik, aber es gibt viele Leute wie sie - unheimlich VIELE Leute suchen einen Arbeitsplatz wie den ihren." "Ja, es gibt einen kleinen Abschwung, also nehme ich an, daß wir glücklich sein sollten, hier arbeiten zu dürfen." "Darauf können sie wetten!" erklärt der Marketing-Trottel und macht das Loch noch tiefer, in das er zu fallen droht. "Ohne uns wären sie nur ein paar weitere Typen auf der Straße. Wirklich, sie sollten uns dankbar sein dafür, daß wir die Arbeit machen, die ihnen ihre Arbeitsplätze sichert, statt uns immer zu sagen, daß wir bestimmte Dinge nicht tun dürfen!" "Sie meinen, wenn wir sie darauf hinweisen, daß sie keine Internet-Adresse einer Website veröffentlichen können und uns erst dann beauftragen, die Website von einem Moment auf den nächsten zu erstellen?" "Ja!" "Oder wenn sie verlangen, daß wir unsere morgendlichen Wartungszeiten so lange verschieben, bis sie außerhalb der Bürozeiten liegen - selbst wenn sie nicht vor 11:00 Uhr am Arbeitsplatz erscheinen?" "Aber wir KÖNNTEN vor 11:00 Uhr kommen - und dann wären wir nicht in der Lage, unsere Arbeit zu machen!" "Ja, ich glaube, daß sie da Recht haben. Und ich möchte sie auch im Namen meines Assistenten darum bitten, unsere tiefste Dankbarkeit auch ihren Kollegen zu übermitteln. Es passiert nicht häufig, daß ich meine wirkliche Position in Welt erkenn ... Oh, verdammt!" "Was?" fragt der Trottel. "Oh, ich habe all die Dateien gelöscht, die wir wiederhergestellt hatten!" "Wie?" "Es ist dieser verdammte ´LÖSCHEN´-Button - es ist wahr, er ist viel zu nah am ´Speichern´-Button. Das war mir bisher noch gar nicht aufgefallen. Nach 18 Jahren im Geschäft hätte ich darauf doch viel früher kommen können!" "Ach, das ist in Ordnung, nur bestätigen sie jetzt nicht in der Sicherheitsabfrage!" keucht er. "Zu spät!" platze ich heraus. "Ich bin so verwirrt!" "VERDAMMT!" ruft der Trottel. "Dann müssen sie die Daten so schnell wie mögliche wiederherstellen!!!" "Natürlich", rufe ich. "Tut mir leid. Das aktuellste Sicherungsband liegt noch im Laufwerk, also sollte es ... VERDAMMT!" "WAS!?" ruft der Trottel. "Ich habe den ´FORMATIEREN´-Button betätigt und nicht den für die Wiederherstellung der Daten - sie sind so nahe beisammen!" "Und es gab keine Sicherheitsabfrage, ob sie sicher sind?!!?" quietscht er. "Natürlich gab es die, aber ich war so verwirrt. Und natürlich war auch sicher, daß ich den ´Wiederherstellen´-Button betätigt hatte!" "VERDAMMT!" ruft nun auch der PJ in der anderen Ecke des Raum. "Wer hat nur all die Sicherheitsbänder auf das Laufwerk zur Bandlöschung gelegt! Ich habe sie alle gerade gelöscht!" "Was?!" kreischt der Trottel, dessen Gesicht einen Farbton annimmt, der auf eine baldige Gehirnblutung hinweist ... "OH, NEIN!" wende ich mich grimmig an den PJ. "Das sieht nicht gut für uns aus - mit all diesen gelöschten Dateien!" "Was sollen wir nun machen?" schluchzt der PJ. "Ich meine, mit einem Arbeitsmarkt wie diesem! Man wird uns durch Computer-Profis aus der wirklichen Welt ersetzen, die sicher besser auskennen als wir. Wir müssen etwas unternehmen!" "Mittagessen im Pub?" schlage ich vor. "Gute Idee!" "Das ist doch nicht ihr Ernst!" ruft der Trottel. "Doch." erwidere ich. "Nach allem, was passiert ist, können sie ihren Redaktionsschluß nicht mit ein paar Anrufen verschieben, und wir können ihre Daten nicht retten ohne einen tiefgreifenden Wiederherstellungsversuch, der ein oder zwei Tage dauern kann. Also können wir ein frühes - und langes - Mittagsmahl zu uns nehmen, denn das würde ja doch nichts ändern oder beschleunigen." "Und wenn sie die Datenrettung nun starteten? Ich meine, ich könnte ein paar Anrufe machen und versuchen, den Redaktionsschluß um ein paar Tage aufzuschieben." "Oder eine Woche, um auf der sicheren Seite zu sein", ruft der PJ und greift zu seiner Jacke. "Und möglicherweise brauchen wir einen Vorschuß für unsere Überstunden ... in Höhe von 500 Pfund ... für jeden." "Nein, nein", seufze ich und schlüpfe ebenfalls in meine Jacke. "Ich bin sicher, daß das in der wirklichen Welt anders passiert. In der wirklichen Welt haben Marketing-Profis doch sicher eine Versicherung für ´Irrtümer´ abgeschlossen, die in Situationen wie dieser einspringt. Wenn nicht, dann sind wir wirklich nicht auf der Höhe der Zeit." "Uh ... eine Versicherung für Irrtümer?" "Ja, sie wissen schon, wenn sie Informationen löschen, die wichtig für die Firma sind und die dann nicht mehr wiederhergestellt werden können. Ich bin sicher, sie haben eine solche Versicherung - als Mann aus der wirklichen Welt." "Uh ... Ja." ... Und so sitzen der PJ und ich etwas später im Pub, jeder um 500 Pfund reicher, und beraten über einen Datenrettungsplan. "Ich denke, daß wir mit der letzten Sicherung vor dem Jahreswechsel 2000 beginnen und uns dann Schritt für Schritt mit den inkrementellen Sicherungen vorantasten?" schlägt der PJ vor. "Ja, das ist eine Möglichkeit." "Oder sollten wir tatsächlich versuchen, die Dateien auf den Datenträgern wiederherzustellen, auch wenn wir nicht wissen, ob wir alles wiederherstellen können?" "Nein, ich schlage Plan A vor: Wir starten einfach den Server für die zeitgleiche Datenspiegelung wieder und kopieren eine Woche lang die Dateien. Einverstanden?" "Soße, bitte!" |
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© Simon Travaglia, 14.04.2002, Übersetzung: thomas w., 2002. |
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