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| bastard operator from hell | ||
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Der B.O.F.H. übernimmt die Reiseplanung für den Firmenwanderer ...
Ich bin gerade dabei, ein Programm zu testen, das ich eben zusammengetippt habe, mit dem ich die vom Management besuchten Webseiten auswerten will, denn es stehen einmal wieder Verhandlungen über Lohnerhöhungen an, in die ich nicht unvorbereitet gehen will. Und ich hasse den Firmenwanderer. Jede Firma hat einen - es ist die Person, die neben dem Spielen von Solitär keine wirkliche Aufgabe hat. Und um dies zu verbergen, verbringt diese Person die meiste Zeit damit, mit anderen in deren Büros zu "arbeiten". "Morgen", murmelt er und ignoriert die Tatsache völlig, daß er ungefähr so willkommen ist, wie Bill Gates auf einer Party von Linux-Nutzern. "Was machen sie gerade?" "Ah, ich suche Programmfehler." antworte ich und versuche, mich weiter auf meine Tätigkeit zu konzentrieren. "Wissen sie was? Ich habe früher auch selber programmiert", legt er los, wobei er sich zweifellos an die technischen Höchstleistungen erinnert, die er erreichte, wenn er sich daran erinnerte, am Zeilenende die ´Return´-Taste zu drücken. Nennen sie mich einen Pedanten, meinetwegen auch ein ELITÄRES GROSSMAUL, doch wenn es etwas gibt, das mir *WIRKLICH* auf die Nerven geht, dann ist das jemand, der meint, er sei ein ´Programmierer´, weil er beim Gang zum Geldautomaten eine Geheimzahl eintippen muß, Texte mit einer Textverarbeitung erstellt und dabei nur dummes Zeug von sich gibt. "Wir haben die alten Black Boxes benutzt", fährt er fort. Offenbar hat er aber niemals auch nur eines dieser Dinger benutzt, die nicht voller Hilfeseiten und Assistenten sind, während es damals nur die Funtionstasten gab, die aber meistens wenig Hilfe boten, so daß man alles selbst herausfinden mußte ... Ziellos plappert er ohne Punkt und Komma weiter und ich frage mich, wie lange er wohl noch braucht, um zur großen Tabulator-Tasten-Krise von 1983 zu kommen und, noch wichtiger, ob wohl jemandem ein 6 Fuß hoher Schrank für Rechentechnik im Müllcontainer neben dem Firmengebäude auffallen würde ... "... so oft, wie wir mit der F2-Taste das Dokument neu anlegen mußten - ich kann mich nicht mehr genau daran erinnern, aber das war der letzte Ausweg, zu dem wir manchmal greifen mußten. Ich sage ihnen was - soll ich ihnen nicht bei ihrem Programm helfen. Früher war ich ziemlich gut mit Computern - ich habe ein wenig mit dem Editor programmiert und all diese Sachen ...!" "In Ordnung", antworte ich und frage mich, ob er mich wohl in Ruhe läßt, wenn er merkt, daß er keine Ahnung von dem hat, was ich mache. "Was wissen sie über Perl?" "Pearls? Perlen, hm, die gibt es zum 30jährigen Firmenjubiläum." plappert er stolz. "Nein, Perl, die Skriptsprache", sage ich mit spitzer Zunge. "Ist das wie vi?" erwidert er. "Ich habe ein paar Sachen in vi programmiert - kein großer Meister, natürlich, aber ein talentierter Amateur, würde ich sagen." Arghhhh ... Mein Geist ist nun leerer als ein leeres Blatt Papier und begrüßt die Unterbrechung, die der Anblick des PJs in der Tür bietet. Er und meine letzte Hoffnung verschwinden schneller als die Alkoholvorräte auf einer Pressevorstellung, noch BEVOR der Firmenwanderer überhaupt mitbekommt, daß der PJ da war und die Gelegenheit daher nicht nutzen kann, ihn mit Geschichten aus der Zeit zu nerven, als er ein Assistent war und die Schraubenzieher damals viel einfacher zu bedienen waren als die heutigen Elektro-Schrauber. Dieser Bastard! "Nun, es hat mit vi NICHT viel zu tun - ich versuche herauszufinden, wieso ein Datenfeld überzulaufen scheint, obwohl es nur eine gewisse Anzahl von Einträgen speichern SOLL, die alle aus mehr als einem Zeichen bestehen." "Ähm ..." Ich bin mir sicher, daß er mir bis zum Begriff ´Datenfeld´ folgen konnte, also kann es nicht schaden, noch etwas weiter zu bohren ... "Haben sie etwas derartiges shon bei ihrer Arbeit mit vi erlebt?" "Äh ..." "Oder hatte ihre Arbeit eher etwas mit der Skalierbarkeit zu tun?" "Nun, wie ich schon sagte, ich habe die Black Boxes programmiert, die im alten Gebäude standen - und ich kann ihnen sagen, daß wir damals manchmal nicht wußten, WELCHE Tasten wir eigentlich drücken sollten!" Mir wird klar, daß mein Dummy-Modus-Plan gescheitert ist - er *LEBT* diesen Modus, also ist er immun gegen dessen Wirkungen. Was mich zum Ersatzplan übergehen läßt ... "Das kann ich mir gut vorstellen", stimme ich ihm zu. "Tatsächlich glaube ich zu wissen, daß das Problem vom dritten Datenfeld-Desynchronisations-Zähler verursacht wird. Und dafür liegt die Ursache in der Hardware!" "Hardware!!" keucht er. "Also, *DAMIT* kenne ich mich aus!" Ich irgnoriere die Erinnerung daran, wie oft wir gerufen wurden, nachdem er jemandem mit PC-Problemen ´geholfen´ hat und rede weiter. "Da könnten sie mir sicher wirlich helfen. Hier, ich zeige es ihnen ..." "Das ist ein leere Computerschrank!" sagt er, als ich auf den besagten Schrank zeige. "Nein, der Desynchronisationszähler ist an der Rückseite angebracht. Das ist nur der Kühlraum!" "Oh, das ist mir klar >hineinkletter<. Und das was aussieht wie eine geräuschdämmende Verkleidung ist eine Form von thermischer Isol ..." >*KLATSCH*< Und so werden meine Bemühungen, ein Programm, das ich eben zusammengetippt habe, nach Fehlern zu durchsuchen, noch einmal unterbrochen, als ein großer Müllwagen unter meinem Fenster vorbeidonnert. Zum Glück habe ich seine Ladefläche nicht verfehlt. So, aber nun zurück zu meinem Programm und zur Frage, was *strptr++ WIRKLICH macht ... |
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© Simon Travaglia, 01.11.2000, Übersetzung: thomas w., 2001. |
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